Angesichts der Flutkatastrophe in Pakistan hat die Europäische Union dem Land weitere Hilfen in Aussicht gestellt. Die EU-Außenminister berieten in Brüssel über mögliche Handelserleichterungen. Eine Entscheidung könnte laut Diplomaten beim EU-Gipfel am kommenden Donnerstag fallen.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte, Pakistan müsse einen leichteren Zugang zu den europäischen Märkten erlangen. Nach Angaben von Wirtschafts-Staatssekretär Bernd Pfaffenbach sind Handelserleichterungen für 13 Produkte möglich, darunter vor allem Textilien. Nach Diplomatenangaben könnte dies Pakistan Erleichterungen in Höhe von 230 Millionen Euro bringen.
EU-Handelskommissar Karel De Gucht will den Außenministern, die am Donnerstag in Brüssel am Rande des EU-Gipfels tagen, die Optionen darlegen. Dann seien auch Schlussfolgerungen zu erwarten, hieß es in Brüssel.
Nach Angaben des finnischen Außenministers Alexander Stubb ist die EU in Sorge, dass die Überschwemmungen das Land politisch destabilisieren könnten. In den Fluten starben mehr als 1700 Menschen, Millionen weitere wurden obdachlos.
EU-Außenministerin Catherine Ashton warb zudem für weitere humanitäre Hilfen für Pakistan und eine Unterstützung zum Wiederaufbau der Institutionen. Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn sprach sich für eine Kombination von humanitärer und Handelshilfe aus.
Unterdessen behinderten erneute Regenfälle die Rettung zehntausender von den Überschwemmungen abgeschnittener Menschen in Pakistan; für Samstag wurden weitere heftige Regenstürme vorhergesagt. Am schwersten betroffen sei die Region Dadu im Süden der Provinz Sindh, teilten örtliche Vertreter mit. Der Regen gefährde die Dämme entlang des Indus, die gerade mit Hilfe der Armee und der Bevölkerung gesichert würden. Allein in Sindh mussten 2,9 Millionen Menschen ihre Häuser verlassen.
Thema am Rande waren die Personalentscheidungen für den Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD), welcher Ende des Jahres die Arbeit aufnehmen soll. Ashton will sich nach Angaben Spindeleggers bereits in den kommenden Tagen zur Besetzung der wichtigsten Posten äußern. Dem Vernehmen nach hat die frühere Büroleiterin des ehemaligen Bundesaußenministers Joschka Fischer (Grüne), Helga Schmid, beste Chancen, eine der Stellvertreterinnen Ashtons zu werden.
(AFP)
10.09.2010 19:28 Uhr









