Im Visier: Zu Guttenberg
Linke will Adelstitel abschaffen
Katja Kipping von der Linkspartei will in Deutschland österreichische Verhältnisse. Dort sind Adelstitel bereits abgeschafft. Vor allem Karl-Theodor zu Guttenberg ist ihr dabei ein Dorn im Auge.
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Der smarte Freiherr ist Katja Kipping ein Dorn im Auge: Zu Guttenberg instrumentalisiere seine adelige Herkunft.
Video: N24-EMNID-Umfrage - Was hält Deutschland von den Guttenbergs?
Video: Studio Friedman - Minister zu Guttenberg – peinlich?
Video: N24-Morgentalk - Kritik am Truppenbesuch Guttenbergs
Video: Truppenbesuch - Die Guttenbergs in Afghanistan
Video: Die Guttenbergs im Kundus - Truppenbesuch in Afghanistan
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Wie wird sich die Wirtschaft im Jahr 2011 entwickeln?
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Werden Streiks und andere gesellschaftliche Konflikte in Deutschland künftig zunehmen?
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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU, r.) trifft am 13. Dezember 2010 zu einem Überraschungsbesuch bei den deutschen Soldaten ...
... in Afghanistan ein. Ein Zeichen der Verbundenheit, dass den Soldaten die Adventszeit versüßen soll.
Zu seinem siebten Afghanistan-Besuch bringt der Verteidigungsministers zwei besondere Gäste mit: Fernsehmoderator Johannes B. Kerner und ...
... seine Gattin Stephanie. Frau zu Guttenberg besucht am Vormittag zunächst das Lazarett ...
... und spricht dann mit Soldatinnen über die Anforderungen für Frauen im Einsatz. Ihr Besuch soll auch verdeutlichen, ...
... wie sehr Soldaten im Auslandseinsatz auf den Rückhalt ihrer Familien angewiesen sind, sagt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.
Die Reise beginnt in Mazar-i-Sharif im Norden des Landes, dann geht es weiter zum Bundeswehr-Feldlager Kundus.
Dort trifft Guttenberg mit Befehlshabern und Soldaten zusammen, um sich ein Urteil über den Einsatz zu bilden. Kundus gilt seit Jahren als Unruheprovinz ...
... in dem von Deutschland verantworteten Nordbereich Afghanistans. Frau zu Guttenberg scheint sich dadurch aber nicht abschrecken zu lassen. Kabul, 18 Grad, die Frisur hält.
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Am 10. Februar 2009 übernahm Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg das Amt des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie. Seitdem steht er im Fokus der Öffentlichkeit.
Acht Monate später - nach der Bundestagswahl im September 2009 - löste er Franz Josef Jung als Chef im Bundesverteidigungsministerium ab. Der musste wegen eines umstrittenen Bombenangriffs der Bundeswehr auf einen Tanklaster in Afghanistan gehen.
Bundesverteidigungsminister auf heikler Mission: Der umstrittene Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan macht das Amt zu einen Drahtseilakt. Guttenbergs bisherige Bilanz: Glänzend. Nicht nur ...
... die Kanzlerin ist begeistert von dem Adligen. Laut Umfragen ist er der beliebeste deutsche Politiker - mit Abstand.
Doch K.T. ist heute nicht, wo er ist, allein des Fleißes wegen. Denn die Menschen sind auch entzückt von seinem Frauengeschmack.
Stephanie zu Guttenberg ist ein geborene Bismarck. Sie glänzt neben ihrem Mann. Und zwar nicht nur durch Optik, sondern auch durch Engagement in ernster Sache.
Sie kämpft gegen den Missbrauch von Kindern. Gerade stellte sie ihr Buch "Schaut nicht weg!" vor. Doch die Frau des Star-Ministers begnügt sich nicht allein mit Worten: ...
In einer Fernsehsendung schreitet sie zur Tat und stellt mit ihrem Team Tätern gezielt Fallen, um sie des Missbrauchs von Kindern zu überführen. Damit will sie den Tätern Angst machen und die Gesellschaft aufrütteln.
Karl-Theodor zu Guttenberg unterstützt das Engagement seiner Frau. Und sammelt dafür noch einen Eimer Sympathiepunkte zusätzlich ein.
Andere Länder haben ein Königspaar, wir haben die Guttenbergs. So mancher sieht sie schon im Kanzleramt thronen.
Bayerischer Hochadel massentauglich: Die Guttenbergs schaffen das Kunststück, trotz blaublütiger Herkunft, die breite Masse zu begeistern. Denn immerhin ...
... war anfangs nicht klar, ob die Menschen mit einem Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester - so der ganze Vorname - warm werden würden.
Besonders in seinem Amt als Verteidigungsminister gibt sich Guttenberg große Mühe, die Nähe zu den Menschen herzustellen, für deren Leben er verantwortlich ist ...
... und bei den Soldaten kommt er gut an. Dafür nahm er schon mehrere Reisen in die Krisenregion am Hindukusch in Kauf.
Auch in Afghanistan bei der Truppe weiß der Minister sich in Szene zu setzen. Es gibt Hollywoodfilme mit Szenen wie diesen.
Ob der Fotograf gestolpert ist und diese wirkungsstarke Perspektive reiner Zufall ist, ist nicht überliefert. Fakt ist: Das Bild stimmt.
Aber mit Posen wird man nicht zum Polit-Liebling der Nation. Guttenberg sucht auch das Gespräch mit Journalisten und legt Wert auf gleiche Augenhöhe.
Guttenberg ist zweifelsfrei eine Bereicherung für die deutsche Polit-Chef-Etage ...
Er inspiriert Hauptstadt-Journalisten und Parteikollegen gleichermaßen. Zum Beispiel jüngst zu Posten-Spekulationen. Wobei eines außer Frage steht: Wenn sich das Personal-Karussell dreht, dann sicher nicht gegen den Freiherrn aus Bayern.
Die Linkspartei fordert die Abschaffung von Adelstiteln in Deutschland. "Adelstitel sind in einer Demokratie überflüssig", sagte die stellvertretende Parteivorsitzende Katja Kipping der "Süddeutschen Zeitung". "In Österreich hat man 1919 die Adelstitel abgeschafft. Es ist an der Zeit, dass wir das auch in Deutschland tun."
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Vorwürfe an Karl-Theodor zu Guttenberg Nach dem Ende der Monarchie waren in Österreich - anders als in Deutschland - mit einem "Adelsaufhebungsgesetz" die Titel auch als Namensbestandteile abgeschafft worden.
Kipping warf Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vor, seine adelige Herkunft zu instrumentalisieren und eine "vordemokratische" Sehnsucht in Teilen der Bevölkerung zu stillen. "Guttenberg versucht sich als jemand darzustellen, der anders ist als das politische Establishment." Er operiere dabei geschickt mit Bildern, sei es am Times Square in New York oder an der Seite seiner Gattin bei der Bundeswehr in Afghanistan. Der CSU-Politiker knüpfe "an die Unzufriedenheit mit der real existierenden Demokratie" an und spiele "mit dem Bedürfnis nach einem aristokratischen Führungsstil".
(dpa, N24)
24.12.2010 12:41 Uhr
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