Regensburg ist der Katastrophe entgangen, Passau ebenso. In Frankfurt am Main lässt sich die Hochwasserlage noch "nicht abschätzen". Eine zweite Welle kommt. Auch in Sachsen gibt es keine Entwarnung.
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Während sich die Feuerwehr in Frankfurt auf die erwartete zweite Hochwasserwelle vorbereitete, machten Hunderte von Hochwassertouristen den Helfern die Arbeit schwer. Vor allem die Schutzdämme vor dem Römerberg mit dem historischen Rathaus der Stadt waren begehrtes Ziel von Schaulustigen. Dort hat der Main seit Tagen die komplette Uferstraße überflutet - ein seltenes Bild.
Zeitweilig musste die Polizei sogar mit Gittern den Bereich absperren, weil sonst Neugierige die Schutzdämme zerdrückt hätten, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. "Da war die Fläche ganz schön gefüllt." Vor allem am Sonntag schlenderten Scharen von Spaziergängern bei milden Temperaturen an den überschwemmten Uferpromenaden entlang.
Bereits an einem normalen Sonnen-Sonntag schieben sie sich zu Tausenden hier entlang, wollen den Blick auf die Skyline genießen. Jetzt hat der dreckig-braune Main die Fläche in Beschlag genommen, die meisten der Spazierwege sind überflutet. Kinder in Gummistiefeln planschen durch die Pfützen, die sich über das Grundwasser auf die Spielplätze hochgedrückt haben. Waghalsige Radfahrer radeln breit grinsend über die nur wenige Zentimeter überschwemmte Uferstraße und freuen sich, dass das Wasser in hohen Fontänen davonspritzt.
Die begehrtesten Plätze sind aber die Brücken über den Main. Denn von hier aus ist die Lage bestens zu überblicken. Hier hängen sie wie Tauben an den Geländern und machen jene Bilder, die später unter dem Titel "Oma mit Hochwasser" oder "Tante im Gummistiefel" den Weg in die Alben finden.
Rettungskräfte bereiteten sich derweil auf die zweite Hochwasserwelle vor, die am Sonntagabend Frankfurt erreichen sollte. Wie viel Wasser sie aus Franken bringt, war zunächst nicht sicher vorherzusagen. "Die Lage ist ziemlich schwer einzuschätzen", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Das Regierungspräsidium in Darmstadt erwartete mindestens einen Pegel von 4,80 Meter. Das entspricht etwa der Höchstmarke Mitte der vergangenen Woche. Die Barrieren, die die Feuerwehr errichtet hat, halten bis zu einem Pegel von fünf Metern.
Dass die Fluten keine neue Nahrung bekommen, scheint hingegen wie eine glückliche Fügung des Wetters. Denn ausgiebiger Regen, der die Pegel dramatisch anschwellen lassen könnte, ist nicht in Sicht. Lediglich für den Dienstag und den Mittwoch erwarten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) leichten Niederschlag. Daher könnten "die Hochwasserwellen weitgehend unbeeinflusst ablaufen", heißt es vom Regierungspräsidium in Darmstadt.
Die Hochwasserlage an der Elbe in Sachsen bleibt ebenso angespannt, aber nicht dramatisch. "Die Hydrologen schließen aus, dass die Richtwasserstände der Alarmstufe 4 an den sächsischen Elbepegeln erreicht werden", teilte das Landeshochwasserzentrum mit. An den Pegeln Schöna, Dresden und Riesa gelte weiter die zweithöchste Alarmstufe 3. Es wird damit gerechnet, dass das Wasser bis Dienstag auf diesem «sehr hohen Niveau" bleibt. Ab Dienstagabend sei dann mit leicht fallenden Wasserständen zu rechnen, hieß es. In allen anderen sächsischen Flussgebieten habe sich die Hochwasserlage "deutlich entspannt".