Vorgänger der Weserbank
Spektakuläre Bankenpleiten
Die Weserbank ist nicht das erste deutsche Geldinstitut, das geschlossen wurde. Spektakuläre Pleiten von Banken haben schon mehrfach für Schlagzeilen gesorgt.
September 2006: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beantragt die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über die Privatbank Reithinger (Singen/Baden-Württemberg). Die Geschäftsleitung der Bank hatte der Aufsicht die Überschuldung des Instituts selbst angezeigt. Im August hatte die BaFin über das Bankhaus ein Moratorium verhängt und Reithinger die Erlaubnis zum Betreiben von Bankgeschäften entzogen.
April 2005: Nach mehreren schwierigen Jahren stellt die Frankfurter Privatbank Hornblower Fischer ihre Arbeit ein. Die Aktionäre beschließen auf der Hauptversammlung fast einstimmig die Auflösung der traditionsreichen Bank. Nach Angaben des Instituts hat Hornblower Fischer Schulden in Höhe eines einstelligen Millionenbetrages. Das Bankhaus war 2003 in Schwierigkeiten geraten, als gegen seinen Mehrheitsbesitzer Alexander Falk wegen Betrugs und Steuerhinterziehung ermittelt wurde.
Januar 2001: Das damals zuständige Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen schließt die Privatbank Partin in Bad Mergentheim (Baden- Württemberg). Grund seien Schwierigkeiten im Kreditgeschäft. Schon 1997 war die Bank wegen ungedeckter Wertberichtigungen für Kredite vorübergehend geschlossen worden. Der Einlagensicherungsfonds muss Kundeneinlagen in Höhe von rund 240,3 Millionen Euro auffangen. Ein Insolvenzverwalter übernimmt die Geschäfte.
November 1995: Das Hamburger Privatbankhaus Fischer & Co wird von der Bankenaufsicht geschlossen und beschert den deutschen Banken ihren bis dahin größten Schadensfall. Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands Deutscher Banken muss nach dem Konkurs der Privatbank mehr als 750 Millionen Euro an Kontoinhaber auszahlen. Der Zusammenbruch wurde maßgeblich von der HLS Leasing Gesellschaft für Mobilien mbH (Filderstadt) ausgelöst, die ebenfalls in Konkurs ging.
Januar 1995: Die Bankenaufsicht schließt die Hamburger Mody-Bank. Die Zahlungsunfähigkeit stehe unmittelbar bevor, hieß es. Der Pleite war ein Artikel des Nachrichtenmagazins "Focus" über Liquidationsprobleme vorhergegangen. Mody macht das Magazin für Anlegerflucht und Pleite verantwortlich und fordert Schadenersatz. Nach sieben Jahren Rechtsstreit gewinnt "Focus".
Juni 1974: Das Kölner Bankhaus Herstatt wird vom Bundesaufsichtsamt dichtgemacht. Durch hoch riskante Terminmarkt- Geschäfte des Chef-Devisenhändlers Danny Dattel war die 1955 gegründete Bank mit einem Verlust von 1,2 Milliarden D-Mark in die größte deutsche Bankenpleite nach dem Krieg geschlittert. Die Pleite ist Anlass für den Aufbau der Einlagensicherung des Bundesverbandes der Deutschen Banken.
(dpa, N24)
09.04.2008 21:15 Uhr





