Mayotte wird französisch
Europa bekommt Südsee-Paradies
Die Insel Mayotte im Indischen Ozean gehört demnächst zu Frankreich und damit zur Europäischen Union. In einer Abstimmung haben sich die meisten der Bewohner dafür ausgesprochen.
Die Europäische Union wird nach französischen Medienberichten am 31. März um ein Überseegebiet im Indischen Ozean reicher. Die fast ausschließlich von Muslimen bewohnte Komoreninsel Mayotte wird dann zum 101. Département Frankreichs erklärt. Das 374 Quadratkilometer kleine Archipel würde damit demnächst als "extremes Randgebiet" Teil der EU. Bei einem Referendum am 29. März 2009 hatten sich 95,2 Prozent der Abstimmungsberechtigten für eine völlige Integration in den französischen Staat ausgesprochen. Die Schaffung des Départements folgt auf die französischen Kantonalwahlen; der dabei bestimmte neue Regionalrat soll das Département verwalten.
Mayotte ist bereits seit 1841 französisch. Als einzige Insel des Archipels verzichteten die Einwohner bei einer Abstimmung 1974 auf die Unabhängigkeit. Seit 1976 gehören sie als "Collectivité Territoriale" zu Paris. Heute leben offiziell 186.450 Menschen auf der zwischen Mosambik und Madagaskar gelegenen Insel. Jeder Dritte ist Ausländer oder Flüchtling. Die Inselbewohner erhoffen sich von der kompletten Eingliederung bessere Sozialleistungen und mehr Stabilität in einer von Armut geprägten Region. Schon jetzt sichert Paris mit jährlich 635 Millionen Euro einen Lebensstandard, der zehnmal so hoch ist wie auf den benachbarten Republik der Komoren; die beanspruchte Mayotte in der Vergangenheit stets für sich.
(dpa, N24)
01.03.2011 21:01 Uhr








