Irrtum zum 1. Mai

Polizisten verprügeln LKA-Beamte

Die großen Randale zum 1. Mai in Berlin blieben aus. Doch jetzt haben Beamte des LKA Anzeige gegen die Kollegen in Uniform erstattet. Sie wurden nämlich mit Pfefferspray und Faustschlägen traktiert.

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Nach bisherigen Erkenntnissen waren die beiden Beamten an dem Mai-Abend gegen 22.45 Uhr in Straßenkleidung am Kottbusser Tor eingesetzt, "als sie plötzlich von Pfefferspray getroffen und durch Faustschläge im Gesicht verletzt wurden".
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In Berlin ...
... und Hamburg ist die Nacht zum 1. Mai vergleichsweise ruhig verlaufen.
In Hamburg kam es nach Angaben der Polizei ...
... zu vereinzelten Ausschreitungen im Schanzenviertel.
Rund um das alternative Kulturzentrum "Rote Flora" ...
... seien Feuerwerkskörper auf Polizisten geworfen worden.
Elf Beamte wurden verletzt, ...
... 17 Randalierer festgenommen.
Die Polizei war im Schanzenviertel mit einem Großaufgebot vertreten.
In Hamburg setzte die Polizei mehrfach Wasserwerfer gegen Autonome ein, ...
... die mit Feuerwerkskörpern auf die Beamten und die Einsatzfahrzeuge losgingen.
In Berlin-Prenzlauer Berg demonstrierten rund 1500 Anhänger der linken Szene gegen Mieterhöhungen ...
... und die Räumung besetzter Häuser.
Auf einem Hausdach wurde ein Feuerwerk gezündet.
Vermummte demonstrierten Solidarität mit den Hamburger Gleichgesinnten und ...
... orderten den Erhalt der "Rote Flora".
Im Mauerpark in Berlin feierten etwa 1000 Leute die Walpurgisnacht.
Möglicherweise verhinderten die relativ kühlen Temperaturen eine größere Feier.
Dennoch kam es in Berlin ...
... zu vereinzelten Festnahmen nach Ausschreitungen.
Vor allem auf dem Berliner ...
... Wismarplatz hatten die Beamten ...
... alle Hände voll zu tun, ...
... um für Ordnung zu sorgen.
Autonome zündeten dort Müll an.
Vermutlich wähnten sie damit eine Art ökologisches Osterfeuer zu entfachen.
Insgesamt verliefen die Feiern in der Walpurgisnacht ...
... in Berlin und auch in ...
... Hamburg eher friedlich.
Bei Konzerten und Straßenfesten ...
... blieb es im vergleich zu den letzten Jahren eher friedlich.
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Wer am Revolutionären 1. Mai in Berlin und anderswo etwas bewirken will, muss üben. Dieses versprengte Häuflein Demo-Lehrlinge paukt eifrig das Ritual "Sitzblockade“ vor der Humboldt Universität in Berlin.
Waren früher die Autonomen der Schrecken für Polizei und Bürger, so rückt 2010 besonders der "erlebnisorientierte“ Jugendliche in den Focus der Sicherheitsbehörden.
Rückblick: Letztes Jahr kommen die "Revolutionäre 1. Mai Demonstration" in Berlin-Kreuzberg gerade einmal 100 Meter...
...bis aus dem schwarzen Block die ersten Steine und Flaschen auf Polizisten fliegen. Auch in Hamburg hatten die Kollegen in der vorangegangenen Nacht ...
... alle Hände voll zu tun. In der Walpurgisnacht ...
... brannte dort das Schanzenviertel, Polizei und Randalierer lieferten sich Straßenschlachten.
Am "Tag der Arbeit" begannen letztes Jahr die gewalttätigen Ausschreitungen ungewöhnlich früh. Am Vormittag hatten sich Anhänger der NPD ...
... in Köpenick zu einer Kundgebung zusammengefunden.
Rund 1500 Menschen in Berlin-Köpenick demonstrierten gegen die rechtsradikale Veranstaltung.
Mehrere linke Demonstranten warfen Steine auf ein Haus, nachdem ein Anwohner auf einem Balkon den Hitlergruß gezeigt hatte.
Die Berliner Abgeordnete Evrim Baba (Linke) kritisierte den Polizeieinsatz und sprach von einem "massiven Einsatz physischer Gewalt".
Ganz in der Nähe des Kotbusser Tors, wo es später zu schweren Ausschreitungen kommen sollte, feierten ...
... rund 30.000 Menschen friedlich ihr "Myfest".
Wenige Meter weiter ...
wurden am Rande der traditionellen ...
... "Revolutionären 1. Mai-Demo" mehrere ...
... Demonstranten festgenommen.
Nicht erst in der Dunkelheit, sondern bereits im abendlichen Sonnenschein ...
... zeigen die schwarz Vermummten klar, was sie nicht wollten:
... eine ruhige Nacht. 400 Menschen marschieren im schwarzen Block mit - deutlich mehr als in den vergangenen Jahren.
Und deren gezielter Eskalationsstrategie kann die Polizei anfangs wenig entgegensetzen.
Auch als die Demonstration nach dem ersten Gewaltausbruch weitergeht ...
... werfen schwarz gekleidete Männer Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper auf Polizisten entlang der Strecke.
Steine fliegen auch in die Scheiben einer Bushaltestelle, zwei verirrte Wurfgeschosse landen in den Fenstern im 1. Stock eines Mietshauses.
An einer Feuerwache greifen die Randalierer zwei Polizisten vor ihren Autos an. Nur knapp können die Beamten sich retten. "Das war extrem", sagt Polizeisprecher Frank Millert später.
Im Gegenzug stürmen die Polizisten mit Helmen und Schutzanzügen in die Menge, bahnen sich mit ...
... Schlagstöcken den Weg und versprühen Tränengas. Dieses Jahr fürchtet die Polizei noch mehr Gewalt und hat sogar vor möglichen Todesfällen gewarnt.
Video: Krawalle am 1. Mai - Ausschreitungen geringer als in Vorjahren
Video: Traurige Tradition - Randale zum 1. Mai
Video: 1. Mai: Die Bilanz - Zwei zertrümmerte Bankfilialen
Video: 1. Mai-Krawalle - Aktueller Stand in Hamburg und Berlin
Video: 1. Mai Demonstrationen - Erste posetive Bilanz: Keine Verletzte

Mit Pfefferspray ging die Berliner Polizei am Abend des 1. Mai in Berlin-Kreuzberg gegen Demonstranten vor. Kritik an einem unverhältnismäßigen Einsatz wurde zurückgewiesen. Doch jetzt ermittelt die Polizei in den eigenen Reihen. Zivilpolizisten sollen an dem Abend von Kollegen in Uniform mit Pfefferspray und Faustschlägen verletzt worden sein. Zunächst erstatteten zwei Beamte Anzeige. Wie die Polizei mitteilte, sollen sechs weitere Beamte durch Reizgas verletzt worden sein. Am Mittwochabend folgte eine weitere Anzeige eines von einem Faustschlag getroffenen Beamten des Landeskriminalamtes gegen ein bisher unbekanntes Mitglied einer polizeilichen Einsatzeinheit.

Die internen Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung seien angelaufen, sagte ein Polizeisprecher. Unklar sei noch, gegen wie viele Beamte sich der Vorwurf richte. Zunächst sollten Zeugen befragt und der genaue Sachverhalt ermittelt werden.

"Plötzlich von Pfefferspray getroffen"

Die jüngste Strafanzeige betrifft einen Vorfall vom Abend des 1. Mai auf der Kreuzung Karl-Marx-Straße, Ecke Hermannstraße. Nach Angaben der Polizei erlitt der Beamte Prellungen im Gesicht. Aus einer "unfriedlichen Menge", so der Polizeibericht, sei zuvor ein Rauchkörper in Richtung der dort stehenden Polizisten geworfen worden. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.

Nach bisherigen Erkenntnissen zu den zuvor bekanntgewordenen Fällen waren zwei von Attacken betroffene Beamte an dem Mai-Abend gegen 22.45 Uhr in Straßenkleidung am Kottbusser Tor eingesetzt, "als sie plötzlich von Pfefferspray getroffen und durch Faustschläge im Gesicht verletzt wurden". Die beiden Polizisten mussten wegen Augenreizungen und Prellungen vom Dienst abtreten.

Insgesamt knapp 100 verletzte Polizisten

Polizei und Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hatten sich mit dem Verlauf des 1. Mai in Berlin sehr zufrieden gezeigt und von einem vergleichsweise friedlichen Verlauf gesprochen. Knapp 100 Polizisten wurden verletzt, die meisten davon leicht. Polizeipräsident Dieter Glietsch hatte erklärt: "Ich bin ganz sicher, dass Pfefferspray nur dort eingesetzt worden ist, wo Angriffe auf Polizeibeamte stattgefunden haben."

Nach Stein- und Flaschenwürfen gegen Polizisten am 1. Mai wurden gegen 14 mutmaßliche Randalierer Haftbefehle erlassen. Zehn von ihnen wurden aber von der Haft verschont. In der Walpurgisnacht und am 1. Mai wurden 161 Störer festgenommen. Im Vorjahr hatte es 490 Festnahmen gegeben.

(dpa, N24)

04.05.2011 19:27 Uhr

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