Die großen Randale zum 1. Mai in Berlin blieben aus. Doch jetzt haben Beamte des LKA Anzeige gegen die Kollegen in Uniform erstattet. Sie wurden nämlich mit Pfefferspray und Faustschlägen traktiert.
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Mit Pfefferspray ging die Berliner Polizei am Abend des 1. Mai in Berlin-Kreuzberg gegen Demonstranten vor. Kritik an einem unverhältnismäßigen Einsatz wurde zurückgewiesen. Doch jetzt ermittelt die Polizei in den eigenen Reihen. Zivilpolizisten sollen an dem Abend von Kollegen in Uniform mit Pfefferspray und Faustschlägen verletzt worden sein. Zunächst erstatteten zwei Beamte Anzeige. Wie die Polizei mitteilte, sollen sechs weitere Beamte durch Reizgas verletzt worden sein. Am Mittwochabend folgte eine weitere Anzeige eines von einem Faustschlag getroffenen Beamten des Landeskriminalamtes gegen ein bisher unbekanntes Mitglied einer polizeilichen Einsatzeinheit.
Die internen Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung seien angelaufen, sagte ein Polizeisprecher. Unklar sei noch, gegen wie viele Beamte sich der Vorwurf richte. Zunächst sollten Zeugen befragt und der genaue Sachverhalt ermittelt werden.
"Plötzlich von Pfefferspray getroffen"
Die jüngste Strafanzeige betrifft einen Vorfall vom Abend des 1. Mai auf der Kreuzung Karl-Marx-Straße, Ecke Hermannstraße. Nach Angaben der Polizei erlitt der Beamte Prellungen im Gesicht. Aus einer "unfriedlichen Menge", so der Polizeibericht, sei zuvor ein Rauchkörper in Richtung der dort stehenden Polizisten geworfen worden. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.
Nach bisherigen Erkenntnissen zu den zuvor bekanntgewordenen Fällen waren zwei von Attacken betroffene Beamte an dem Mai-Abend gegen 22.45 Uhr in Straßenkleidung am Kottbusser Tor eingesetzt, "als sie plötzlich von Pfefferspray getroffen und durch Faustschläge im Gesicht verletzt wurden". Die beiden Polizisten mussten wegen Augenreizungen und Prellungen vom Dienst abtreten.
Insgesamt knapp 100 verletzte Polizisten
Polizei und Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hatten sich mit dem Verlauf des 1. Mai in Berlin sehr zufrieden gezeigt und von einem vergleichsweise friedlichen Verlauf gesprochen. Knapp 100 Polizisten wurden verletzt, die meisten davon leicht. Polizeipräsident Dieter Glietsch hatte erklärt: "Ich bin ganz sicher, dass Pfefferspray nur dort eingesetzt worden ist, wo Angriffe auf Polizeibeamte stattgefunden haben."
Nach Stein- und Flaschenwürfen gegen Polizisten am 1. Mai wurden gegen 14 mutmaßliche Randalierer Haftbefehle erlassen. Zehn von ihnen wurden aber von der Haft verschont. In der Walpurgisnacht und am 1. Mai wurden 161 Störer festgenommen. Im Vorjahr hatte es 490 Festnahmen gegeben.