LinkedIn-Aktie verdoppelt

Angst vor neuer Dotcom-Blase wächst

Die LinkedIn-Aktie hat ihren Wert am Tag des Börsengangs mehr als verdoppelt. Das Online-Netzwerk wird nun mit dem 600-fachen seines Gewinns gehandelt. Die Sorge vor einer neuen Dotcom-Blase wächst.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

LinkedIn Reid Garrett Hoffman (m.) und CEO Jeff Weiner (r.) feierten den Börsengang ihres Unternehmens am 19. März.

Der furiose Börsengang des Online-Netzwerks LinkedIn schürt die Angst vor einer neuen Internet-Blase. Die Anleger waren so heiß auf Aktien der Plattform für berufliche Kontakte, dass sich ihr Börsenwert gleich am ersten Handelstag mehr als verdoppelte. LinkedIn war zum Handelsschluss 8,9 Milliarden Dollar (6,2 Mrd Euro) wert. Das ist mehr als in Deutschland etwa die Commerzbank oder der Flughafenbetreiber Fraport auf die Waage bringen.

Die Aktie war beim Börsengang für 45 Dollar ausgegeben worden und schloss am Donnerstag mit einem Kurs von 94,25 Dollar. Für kurze Zeit war das Papier sogar bis auf 122,70 Dollar hochgeschossen - LinkedIn war in diesem Moment fast zwölf Milliarden Dollar wert, mehr als etwa die Lufthansa. Sorge macht Beobachtern vor allem das krasse Missverhältnis der Geschäftszahlen von LinkedIn auf der einen und der Milliarden-Bewertung auf der anderen Seite: Das Online-Netzwerk verdiente im vergangenen Jahr gerade einmal 15 Millionen Dollar bei 243 Millionen Dollar Umsatz.

Vergleich: Auch Google galt als überbewertet

Deswegen fühlen sich immer mehr Marktexperten an die sogenannte Dotcom-Blase vor mehr als zehn Jahren erinnert: Damals packten Anleger ihr Geld in fast alles, was eine Internet-Adresse hatte. Viele Firmen hatten aber kein tragfähiges Geschäftsmodell. Als die Blase schließlich platzte, wurden an der Börse viele Milliarden verbrannt. Allerdings gingen aus dieser Zeit auch heutige Schwergewichte wie die Handelsplattformen Amazon und Ebay hervor.

Oder man nehme Google: Der Internet-Riese hatte seine Aktien im Sommer 2004 zu 85 Dollar ausgegeben - am ersten Handelstag stiegen sie um mehr als 20 Prozent auf gut 100 Dollar. Der Börsenwert von 27 Milliarden Dollar war damals 138 Mal höher als der Gewinn, was manchen Beobachter dazu brachte, die Aktien für überteuert zu erklären. Heute notiert die Google-Aktie bei gut 530 Dollar - der Suchmaschinenprimus ist an der Börse über 171 Milliarden Dollar wert. Wertvollster Technologie-Konzern ist allerdings Apple mit aktuell knapp 314 Milliarden Dollar Börsenwert.

Sorge um Facebook-Börsengang wächst

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist bei LinkedIn allerdings noch deutlich extremer als seinerzeit bei Google: Das Online-Netzwerk wird mit dem 600fachen seines Gewinns gehandelt. Die spannende Frage ist jetzt, was dieser neue Hunger der Anleger nach Internet-Aktien für den in einem Jahr erwarteten Börsengang des weltgrößten Online-Netzwerks Facebook bedeutet. Denn der Primus stellt LinkedIn in vieler Hinsicht in den Schatten: 600 Millionen statt 100 Millionen Mitglieder, geschätzte zwei Milliarden Dollar Umsatz, solide schwarze Zahlen.

In dem kleinen Zweitmarkt für Mitarbeiter-Aktien wurden Facebook-Anteile bereits zu Preisen gehandelt, die einen Börsenwert von mehr als 70 Milliarden Dollar bedeuten würden. Nachdem LinkedIn so durch die Decke ging, dürfte es allerdings noch mehr werden.

Auch Xing-Aktie zieht an

Hinter LinkedIn stehen im Wesentlichen der Mitgründer Reid Hoffman mit 21,2 Prozent sowie die Finanzinvestoren Sequoia Capital, Greylock Partners und Bessemer Venture Partners mit zusammen 39,4 Prozent. Hoffman hatte bereits beim Verkauf des Online-Bezahldienstes PayPal an Ebay ordentlich Kasse gemacht.

Größter Konkurrent ist Xing aus Hamburg mit mehr als zehn Millionen Mitgliedern, rund 4,5 Millionen davon im deutschsprachigen Raum. Xing war schon im Dezember 2006 an die Börse gegangen. Im Kielwasser des LinkedIn-Börsengangs legte auch die Xing-Aktie um knapp neun Prozent zu, das Unternehmen ist jetzt über 290 Millionen Euro wert.

(dpa, N24)

20.05.2011 10:32 Uhr

Indizes

Aktiensuche

Tops & Flops im DAX

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Wirtschaft & Börse