Kritik am Flugverbot

Grímsvötn-Asche bereitet Probleme

Nach einem chaotischen Vormittag im deutschen Luftverkehr hat die Deutsche Flugsicherung sämtliche Flugverbote wieder aufgehoben. Die Asche des Grímsvötn hatte für zahlreiche Flugausfälle gesorgt.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Tausende Reisende auf den Flughäfen waren von der Aschewolke betroffen.
Bitte auf das Bild klicken, um die Galerie zu starten!
Der isländische Vulkan Grímsvötn wirbelt nicht nur den europäischen Luftverkehr durcheinander. Er verändert auch ...
... den Lebensrhythmus der wenigen Menschen in seiner Umgebung. Eigentlich könnten sie sich derzeit ...
... über besonders lange und sonnige Tage freuen. Stattdessen verdunkeln die gigantischen Aschemengen des Vulkans den Himmel.
Das 150-Einwohner-Örtchen Kirkjubæjarklaustur - umgangssprachlich Klaustur genannt, liegt unweit des Grímsvötn.
Selbst zur Mittagszeit wäre hier derzeit ohne Straßenbeleuchtung kaum noch etwas zu sehen. Wie dichter Schneefall bedecken ...
... die Ascheschwaden Häuser, Autos und die umliegenden Felder. Ohne Schutzmasken verlässt niemand mehr das Haus. Trotzdem geht das ...
... Leben der Menschen weiter. Das Vieh muss versorgt, die angereisten Wissenschaftler und Presseleute müssen betreut werden.
Um den Bewohnern Hilfe zu leisten und für den Ernstfall gerüstet zu sein, hat die Regierung in Reykjavík ...
... Fahrzeuge des Katastrophenschutzes in die Region um den Vulkan Grímsvötn geschickt.
Die Bewohner Klausturs können bei Fahrten in der Region nicht auf gepanzerte Spezialfahrzeuge setzen.
Doch unwegsam Straßenverhältnisse sind die Menschen hier ohnehin gewohnt und ein Jeep gehört zur Grundausstattung.
Für Menschen und Tiere ist der fortdauernde Ascheregen des Grímsvötn eine große Belastung.
Zu der Dunkelheit kommen unter anderem auch Atemprobleme hinzu. Zudem droht die Asche, ...
... auf Feldern und Weiden sowie beim Vieh Schäden anzurichten. In der Region werden ...
... insbesondere Pferde und Schafe gezüchtet. Ihre Weiden sind nun von einer zentimeterdicken Ascheschicht bedeckt.
Zudem drohen ihnen durch die Asche gesundheitliche Gefahren. Mehrere Tiere sind bereits ums Leben gekommen.
Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten.
Diese isländischen Vulkane wollen einfach keine Ruhe geben. Vermieste der Eyjafjallajökull Flugästen bereits den Frühling 2010, so schickt sich nun ...
... Grímsvötn an, seine Asche in die Atmosphäre zu speien. Ob er am Ende aber mit seinem schlagzeilenträchtigen Vorgänger wird mithalten können, bleibt abzuwarten.
Im Gegensatz zum Eyjafjallajökull rutscht zumindest der Name schon etwas flüssiger von der Zunge.
Seit seinem Ausbruch am 21. Mai schleudert der Grímsvötn seine Asche teilweise mehr als 20 Kilometer hoch in die Luft. Die Aschesäule über dem Vulkan ...
... hat mittlerweile laut dem Meteorologischen Institut Island eine Höhe von schätzungsweise 10 Kilometern erreicht.
Der Grímsvötn bricht im Schnitt alle zehn Jahre aus, zuletzt 2004. Er liegt unter dem größten Gletscher Islands, dem Vatnajökull. Sein neuester Ausbruch vermieste bislang ...
... vor allem den Isländern und US-Präsident Barack Obama die Reisepläne. Letzterer musste seinen Besuch in Irland ...
... aus Angst vor Behinderungen frühzeitig abbrechen. Auch in Island, Norwegen, Dänemark und Schottland wurden bereits Flüge gestrichen.
Die EU-Kommission versichert aber, dass es nicht zu einem Chaos an den Flughäfen wie 2010 kommen werde. "Es geht weniger Wind, ..."
"... die Aschepartikel sind dicker und fallen schneller zu Boden, und wir haben ein besseres Krisenmanagement", sagte eine Sprecherin von EU-Kommissar Siim Kallas.
Am Ende entscheidet jeder Staat selbst darüber, ob er seinen Luftraum schließt - die EU-Luftsicherheitsexperten geben nur Empfehlungen ab.
Video: Vulkanausbruch auf Island - Aschewolke behindert Flugverkehr

Vulkanasche aus Island hat den Flugverkehr in Norddeutschland mehrere Stunden lahmgelegt. Im Laufe des Mittwochs normalisierte sich die Lage. Die Flughäfen Hamburg, Bremen, Berlin schlossen zeitweise, konnten gegen Mittag aber wieder öffnen. Auch am Vulkan Grímsvötn entschärfte sich die Situation inzwischen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) forderte erneut einheitliche europäische Richtlinien zum Umgang mit Vulkan-Asche im Flugverkehr .

Obwohl der Betrieb auf den norddeutschen Airports nur für einige Stunde ruhte, blieben die Folgen für den Flugverkehr gravierend: Hunderte Flüge wurden gestrichen, die Aschewolke durchkreuzte die Reisepläne von Zehntausenden Passagieren. Am Vormittag gab die Deutsche Flugsicherung (DFS) dann weitgehend Entwarnung: Nacheinander öffneten die Flughäfen in Bremen, Hamburg und Berlin. Wegen der Schließungen im Norden blieben in ganz Deutschland Maschinen am Boden, darunter in Frankfurt/Main, Stuttgart, Düsseldorf, Hannover und München. Reisende mussten auf Züge oder das Auto ausweichen.

Wind trägt Wolke nach Polen

Dem Vulkan im Südosten Islands ist mittlerweile die Puste ausgegangen. Der Grímsvötn schleudere keine Asche mehr sehr hoch in die Atmosphäre, sagte ein Sprecher des Meteorologischen Institutes in Reykjavik. Der Wind soll die Wolke zudem in Richtung Polen wehen.

Vom Deutschen Wetterdienst (DWD) hieß es bereits am Vormittag, die Aschekonzentration in der Luft sei nicht mehr kritisch. Die Wolke ziehe langsam nach Nordosten in Richtung Polen und Ostsee ab, teilte der DWD mit. In Deutschland darf bei mehr als zwei Milligramm Asche pro Kubikmeter Luft nicht mehr geflogen werden - es sei denn, Triebwerk- und Flugzeughersteller geben grünes Licht.

Rund 1000 Flüge gestrichen

Die Vulkanasche ist nach aktuellen Messungen weniger konzentriert als nach dem Ausbruch vom vergangenen Jahr. Das sagte der Physiker Cornelius Schiller vom Forschungszentrum Jülich. Vor etwa einem Jahr war der isländische Vulkan Eyjafjallajökull ausgebrochen und hatte Europa ins Flugchaos gestürzt.

Am Mittwoch könnten nach Schätzung der Europäischen Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol mehr als 1000 Flüge in Norddeutschland ausfallen. Die tatsächliche Zahl gab Eurocontrol jedoch zunächst nicht bekannt. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin strich rund 120 Flüge. Betroffen seien rund 12.000 Passagiere. Die Lufthansa rechnete mit 150 Flugausfällen. Hinzu kamen ausländische Fluggesellschaften, die die deutschen Flughäfen zeitweise nicht ansteuern konnten.

Feldbetten in Hamburg bereitgestellt

Abgesehen von Deutschland lief der Flugbetrieb in Europa weitgehend normal. Am Dienstag waren wegen der Aschewolke 500 Flüge vor allem über Großbritannien annulliert worden. Dies war laut Eurocontrol aber nur ein minimaler Teil des gesamten Flugverkehrs in Europa, der sich auf rund 29 000 Starts und Landungen summierte. Die Lage in Großbritannien entspannte sich am Mittwoch.

In den betroffenen deutschen Städten bereiteten sich die Flughäfen am Morgen auf Probleme vor. In Hamburg stellten Mitarbeiter in einem stillgelegten Terminal auf dem Hamburger Flughafen kurzerhand 100 Feldbetten auf. In den eigentlichen Terminals sei die Lage aber entspannt und ruhig gewesen, sagte eine Sprecherin.

Schwedens Kronprinzenpaar betroffen

Auch bei der Bahn in Hamburg, auf die der eine oder andere Fluggast vorsorglich auswich, keine Spur von Aufregung: "Wir merken es etwas verstärkt in den Reisezentren", sagte eine Sprecherin der Bahn, "aber es besteht kein Grund zur Beunruhigung - alles normal".

Ein Sprecher des Reisekonzerns TUI sagte: "Auch wenn am heutigen Tag weiter mit Verzögerungen im Flugverkehr zu rechnen ist, halten sich die Folgen der Schließungen doch sehr in Grenzen." Die Flugausfälle wirbelten auch die Reisepläne des schwedischen Kronprinzenpaares durcheinander. Victoria und Prinz Daniel wollten am Mittwochabend von München nach Berlin fliegen.

Kritik am Krisenmanagement

Der Ausbruch des isländischen Gletschervulkans Eyjafjallajökull hatte im Frühjahr 2010 wochenlang zum Ausfall tausender Flüge geführt. Damals fehlten Grenzwerte für die Aschekonzentration in der Luft. Inzwischen gelten drei Zonen - das Fliegen in Regionen mit geringer Konzentration ist erlaubt. In Deutschland legte Ramsauer die kritische Marke von zwei Milligramm Aschekonzentration fest.

Am internationalen Krisenmanagement wurde Kritik laut. Ein Grenzwert sei nur belastbar, wenn er mit Tests untermauert werde, sagte der Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, Jörg Handwerg. "Das ist derzeit noch nicht der Fall." Zudem müssten die Werte europaweit gültig sein.

Versäumnisse bei Triebwerksherstellern?

Die SPD-Fraktion im Bundestag bemängelte, dass die Arbeitsgruppe Flugzeugtechnik seit Herbst 2010 nicht mehr getagt habe, obwohl kein Ergebnis vorlag. Ramsauer sieht dagegen Versäumnisse bei den Triebwerksherstellern. Der Grímsvötn war am Samstag ausgebrochen. Die Aschewolke erreichte zeitweise eine Höhe von 20 Kilometern. Nach Angaben der Internationalen Luftfahrtvereinigung brachte "das Missmanagement von 2010" im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Eyjafjallajökulls dem internationalen Luftverkehr einen Verlust von 1,8 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro).

Unabhängig davon gab es andere schlechte Nachrichten aus Island: Am Rand des isländischen Riesengletschers Vatnajökull wird seit Anfang der Woche ein deutscher Wanderer vermisst. In dem Gletscher liegt auch der Vulkan Grímsvötn.

(dpa, N24)

25.05.2011 15:26 Uhr

N24 in den Sozialen Netzwerken:

N24 auf Facebook N24 auf Twitter N24 auf Google+
SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Panorama