Cool am Baggersee

Der Karmann GF Buggy wird 40

In der Zeit der Hippie-Bewegung schuf der Karroserienbauer Karmann gemeinsam mit dem Magazin "Gute Fahrt" aus einem Käfer den "GF Buggy". 40 Jahre später ist der Strandflitzer längst Kult.

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Anfang der 70er Jahre: Wer etwas auf sich hält, trägt Hosen mit Schlag, die Haare lang und das Hemd in knallbunt. Es ist die Hippie-Zeit - auch in Deutschland. Und jede Zeit braucht sein Gefährt. Mit dem Strandbuggy fanden auch deutsche ... (dpa)
... Kleinstadt-Hippies zum Lebensgefühl der US-Westküste. Der Strand lag nicht am Pazifik, sondern am Baggersee. Doch das Ziel, Mädels zu beeindrucken, war hüben wie drüben dasselbe. Die Tuning-Firma Karmann erkannte den Trend und bastelte ... (dpa)
... aus der Käfer-Bodenplatte vor 40 Jahren den "Karmann GF Buggy". Die Idee mopste sich die VW-Zeitschrift "Gute Fahrt" von einem US-Bootsbauer und holte den Osnabrücker Karroseriebauer an Bord. Ursprünglich ... (dpa)
... war der "Karmann GF Buggy" zum Selbstzusammenbasteln gedacht. 3000 Mark mussten Schrauber für den Bausatz hinblättern. Nach hunderten verkauften Exemplaren bot Karmann den Strandflitzer auch fertig montiert an - für dann 8000 Mark. (dpa)
Angeboten wurde das Gefährt in Glitter-Rot, in Glitter-Blau oder in Glitter-Grün. 1974 machten Sicherheitsanforderungen und ein gewandelter Zeitgeist dem "Karmann GF Buggy" den Garaus. Die Produktion wurde eingestellt. Doch da ... (dpa)
... waren Buggys längst Legende. In zahlreichen Filmen spielten sie eine Rolle wie etwa in "Zwei wie Pech und Schwefel" mit Bud Spencer und Terence Hill. Oder in "Sonne, Sylt und kesse Krabben" mit Ingrid Steeger (vorne). (AP)
Am deutschen Ostseestrand kamen die coolen Cabrios noch einmal nach der Wende zu Ehren, als die Polizei ... (dpa)
... mit einem Buggy als Einsatzfahrzeug die Blicke auf sich ziehen konnte. Schnell ... (dpa)
... geriet da die Verbrechensbekämpfung in den Hintergrund. (dpa)
Das Prinzip Strandbuggy machten sich neben Karmann auch andere Autobauer zu eigen. So sorgte der Mini Moke in den 70ern für einiges Aufsehen. Bis heute ...
... präsentieren Designer - wie hier die Spanier von Mazel den Jav X - neue Studien. Den rasanten ...
... Fanatsien sind dabei keine Grenzen gesetzt - auch wenn das eine oder andere dann doch ...
... etwas sehr futuristisch erscheint.
Doch auch im wahren Leben kommen Abwandlungen des Buggys zum Einsatz. So bezwangen US-Soldaten 1991 in Kuwait den Wüstensand mit den geländegängigen Fahrzeugen und ...
... der US-Grenzschutz geht - hier in Begleitung des damaligen Präsidenten George W. Bush - an der Grenze zu Mexiko mit Buggys auf Patrouille.
Geradezu geschaffen sind Buggys natürlich auch für den Motorsport. Bei der Rallye Paris-Dakar und ...
... bei vielen anderen Rennen sind bis heute Buggy-Varianten zu bewundern.
Kein Wunder, sind sie doch wegen der ultrabreiten Reifen auch bei widrigsten Bedingungen einsatzfähig. Die originalen "Karmann GF Buggys" sind unter Sammlern übrigens heute heiß begehrt: Gut erhaltene Exemplare gehen für bis zu 20.000 Euro weg.
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Für jede Safari zu haben und der Geländewagen schlechthin: Der Jeep wird 70 und hat in seinen Jahren so einiges erlebt.
Ursprünglich wurde er für das US-Militär entwickelt und... (AP)
.. half mit, Europa von der Nazi-Diktatur zu befreien. Er wurde aber auch auf vielen anderen kriegerischen und zivilen Schauplätzen dieser Welt eingesetzt.
Es war einmal ein kleiner Herstellers namens Willys-Overland, dessen Erfolg anfangs gar nicht abzusehen war.
Am 27. Juni 1940 vergaben die amerikanischen Streitkräfte einen Auftrag von 16.000 „Willys MB“.
Der Autokonzern Ford half bei der Herstellung mit. Das leichte, wendige und robuste Fahrzeug bot einen Allradantrieb, 250 Kilogramm Nutzlast und eine einfache Bedienung.
Auch der Preis von rund 738 US-Dollar konnte die Generäle überzeugen.
Das Konzept hatte Erfolg und der Bedarf für die Landung der Westalliierten auf Kontinental-Europa war gewaltig. Vom "Willys MB" wurden insgesamt 350.000 Fahrzeuge für die US-Army gebaut.
Der Ford GPW galt als Vorbild für den legendären "Willys MB". Doch nach Ende des Zweiten Weltkrieges stellte Ford die Jeep-Produktion ein.
Bereits während des Zweiten Weltkrieges plante Willys-Overland den Jeep zivil zu vermarkten. 1948 entstand somit der "Willys Jeepster" - damals ein Total-Flop. Heute ist das Cabrio eine gesuchte Rarität – und Vorbild für moderne Crossover-Modelle.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verkaufte Jeep zwar weiterentwickelte Militärgeländewagen, aber auch vermehrt Zivilfahrzeuge. In den Fünfzigerjahren entstand so die CJ-Reihe. Die Grundkonstruktion blieb in allen sieben Generationen erhalten.
1950 bekam Willys-Overland vor Gericht endgültig die alleinigen Markenrechte für „Jeep“. 1953 wurde Willys von Kaiser-Frazer aufgekauft - damals entstand der Pritschenwagen "Jeep Gladiator".
In den 80ern begann dann die Generation des Cherokee. Das in seinen Dimensionen für amerikanische Verhältnisse eher klein geratene Fahrzeug...
...passte perfekt nach Europa und profitierte von dem Boom der Geländewagen in den frühen 1990er Jahren. (dpa)
Das Spitzenmodell innerhalb der Jeep-Modellpalette ist der "Commander". Die Version mit 3,0-Liter-V6-Dieselmotor von Mercedes-Benz wurde ausschließlich in Graz für den europäischen Markt produziert.
Debüt auf der Nordamerikanischen Internationalen Autoshow 2006 hatte der "Jeep Compass". Er wurde jedoch in der zweiten Jahreshälfte 2009 offiziell aus dem Programm genommen - es konnten nicht genug Käufer überzeugt werden.
Der aktuelle Jeep Wrangler hat noch viel Ähnlichkeiten mit dem damals legendären "Willys MB".
Dieser Wrangler zeigt, wie sich der Jeep zukünftig entwickeln könnte. Männlich sieht der aber ganz und gar nicht mehr aus.
70 Jahre ist der Jeep mittlerweile schon - bis heute wurden über 15 Millionen Geländewagen gebaut, in den vergangenen Jahrzehnten auch immer mehr Fahrzeuge für Privatleute.
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Als Unimog werden alle universellen allradgetriebenen Kleinlastwagen und Geräteträger bezeichnet, die zur Maschinenart Frontsitztraktor mit Allradantrieb gehören. Der erste Unimog ging im Juni 1951 vom Band der ...
... Mercedes-Benz Fabrik in Gaggenau. Damals noch mit dem Zeichen des Ochsenkopfes statt des heutigen Mercedes-Sterns. Das gerade mal dreieinhalb Meter lange Fahrzeug kam anfangs ... (© Markus Hagenlocher)
... mit einem 25-PS-Dieselaggregat aus, um überall durchzukommen. Diese Fahrzeuge wurden als Ackerschlepper konzipiert, um in der Forst- und Landwirtschaft eingesetzt zu werden. Charakteristisch waren das Fahrerhaus mit ... (©Peter von Wesendonk)
... Klappverdeck, der Allradantrieb und das Fahrgestell mit seinen vier gleichgroßen Rädern. 1953 wurde die Serie um ein Modell mit langem Radstand erweitert und zum ersten Mal ein ... (© JeLuF, wikipedia.de)
... geschlossenes Fahrerhaus, was als "Froschauge" bezeichnet wird, gefertigt. Zwei Jahre später wurde ein kleinerer LKW, der Unimog S, gebaut. Dieser wurde für ... (© Töns, wikipedia.de)
... militärische Zwecke konstruiert. Durch die große Nachfrage der 1955 gegründeten Bundeswehr wurde der Unimog S zum Bestseller. Dieses Modell war mit dem typischen ovalen Kühlergrill, Rundscheinwerfern, ... (© Darkone)
... einem größeren Radstand und einem Benzinmotor ausgestattet. Ab 1963 wurden die Unimogs auch mit kippbarem Fahrerhaus ausgestattet und im Jahr 1966 wurde das 100.000ste Fahrzeug gefertigt. Die PS-Leistung ... (© Feuerwehr Ennigerloh)
... stieg über die Jahre stetig an und es kamen immer mehr Modelle dazu, die sich in Größe, Leistung, Radstand und Aussehen (z. B. rundes oder eckiges Fahrerhaus) unterschieden. In den 70er Jahren ...
... änderte Mercedes Benz dann auch die Typenbezeichnungen für alle Modelle noch einmal. (© Späth Chr., ChiemseeMan)
Im Jahr 1977 lief bereits der 200.000ste Unimog die Autofabrik. 1982 feierte Unimog bei der vierten Rallye Paris-Dakar den ... (© Marco Breuer aus de.wikipedia.org)
... Doppelsieg eines Unimog-Modells auf dem ersten und zweiten Platz. Von 1985 bis 1988 gab es dann noch mal einige Veränderungen. Zum Beispiel wurde das Fahrerhaus erneut modernisiert und war ab diesem Zeitpunkt ... (©Töns, wikipedia.de)
... mit größerer, steilerer Frontscheibe und mehr Kopffreiheit ausgestattet. Außerdem wurde eine bessere Geräuschdämmung eingebaut. Bis 1992 verfügte ein Unimog-Modell bereits über 240 PS. Ferner verfügten die Fahrzeuge ... (© Darkone)
... über eine während der Fahrt bedienbare Reifendruck-Regelanlage, Antiblockiersystem, neue Motoren aus dem Pkw-Bereich und eine Einrichtung zum hydraulischen Andocken von Arbeitsgeräten. 1993 wurde ein ... (©Töns, wikipedia.de)
... allradgetriebener Dreiachser ins Programm aufgenommen, der Unimog U2450 L. Die Motorleistung hat sich inzwischen im Vergleich zum allerersten Unimog-Modell verzehnfacht. Mit den Jahren ... (© Enslin)
... gewann der Unimog immer mehr Fans. Im Jahr 1994 wurde folgerichtig ein Funmog präsentiert, von dem allerdings nur zwölf Stück produziert wurde. Er war ausgestattet mit Extras wie ... (© Pahu, wikipedia.de)
... Ledersitzen, Teppichen und weiterem Schnickschnack – Verkaufspreis: ab 140.000 Deutsche Mark. Im Jahr 2000 erlebte der Unimog noch einmal einen kräftigen Technikschub. Es wurden Modelle gebaut, bei denen sich der Fahrerplatz mit ... (© Ian McWilliams)
... Lenkrad, Instrumenten und Pedalen von der linken auf die rechte Seite wechseln lassen. Zwei Jahre später wurde der Fertigungsstandort von Gaggenau nach Wörth am Rhein verlagert. Seither ... (© Hans-Peter Scholz Ulenspiegel)
... wurden nur noch zwei Baureihen produziert. Neben rein nutzungsbedingten Arbeitsaufgaben werden Unimog-Modelle auch für Freizeitaktivitäten eingesetzt, wie ... (© Los Hawlos)
... zum Beispiel motorisierte Wettkämpfe. Mal sehen wie sich die mittlerweile 60-jährige Unimog-Geschichte weiter entwickelt.
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Mit gebückter Haltung im Fahrtwind: Seit 100 Jahren verziert Rolls-Royce seine Fahrzeuge mit der "Spirit of Ecstasy" - der Name der ersten serienmäßigen Kühlerfigur. Am 6. Februar 1911 montierte sie Rolls-Royce auf die Motorhaube.
Die Muse des Schöpfers: Bei der Fertigung der Rolls-Royce-Kühlerfigur "Spirit of Ecstasy" stand dem Bildhauer Charles Sykes die High-Society-Dame Eleanor Thornton Modell.
Rolls-Royce löste einen regelrechten Trend aus und jede Marke, die etwas auf sich hielt, hat ihre Fahrzeuge mit den Emblemen verschönert.
Besonders Figuren aus dem Tierreich inspirierten die Autohersteller. Hier die edle Raubkatze von Jaguar, ...
...die bei Raureif schon mal ein Fell bekommen kann.
Kühlerfiguren werden meist komplett in Handarbeit gegossen - hohe Produktionskosten inklusive.
Wer stolzer Besitzer eines Chevrolet Masters in den 1930er Jahren war, der hatte den "Eagle" auf der Kühlerhaube sitzen.
Zwischen 1904 und 1938 baute Hispano-Suiza außergewöhnliche Fahrzeuge, ein frühes Modell erreichte bereits 130 Stundenkilometer. Ein fliegender Storch wurde das Markenzeichen.
Gut gebrüllt: Seit mehr als 150 Jahren steht der Löwe für die Marke Peugeot und schmückte dann auch als Kühlerfigur die Autos. Der Löwe von Belfort wurde, wie im Bild, auch häufig als stilisierter Löwenkopf präsentiert.
Der Fantasie der Hersteller waren keine Grenzen gesetzt. Die Marke Buick kam mit dem Götterboten Hermes daher.
Das Ford-Modell "Corsair" schmückt seinen Kühler mit einer schlanken Grazie, deren Haare im Wind wehen.
Die Marke Horch, den Vorgänger von Audi, zierte ein Pfeil auf dem Kühler. Bei der Materialauswahl gab sich die Autoindustrie viele Jahre flexibel. Die Figuren wurden aus Metall, Edelstahl, aber auch aus Porzellan oder Bleikristall gefertigt.
Putzen damit es schön glänzt: Die Eins auf einem Audi Typ R "Imperator" war in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg gang und gäbe.
Die Automarke DeSoto aus den USA führte eine stilisierte Figur des spanischen Eroberers Hernando de Soto.
Die Bentley-Staatskarosse der Queen trägt ein individuelles Emblem: Einen tapferen Reiter mit seinem Pferd.
Bis weit in die Nachkriegszeit waren Kühlerfiguren weit verbreitet. Bentley montierte ein anschaulich fliegendes B.
Aus dem Jahre 1947: Vorne an der Spitze eines Cadillacs glänzt diese Figur.
Diese Kühlerfigur ist aus Glas und damit einmalig in der Rolls Royce Firmengeschichte. Mit dem Beginn der Massenmotorisierung wurden Kühlerfiguren dann aber immer seltener ...
... an neuen Fahrzeugen montiert. Ein Grund: Sie erhöhen den Luftwiderstand und damit den Verbrauch. Außerdem stellten sie bei Unfällen mit Fußgängern ein erhöhtes Verletzungsrisiko dar.
Der Mercedes-Stern ist daher auch so gelagert, dass er sich bei der geringsten Berührung umlegt, um einen möglichen Unfallgegner nicht zu verletzen.
Theatralisch funktioniert die "Spirit of Ecstasy". Auf Knopfdruck verschwindet sie in der Versenkung. Rolls-Royce ist einer der wenigen Hersteller, ...
... der seine Fahrzeuge noch mit Kühlerfiguren schmückt. Auch ohne Auto können sie erworben werden. Sammelliebhaber müssen dann knapp 1600 Euro hinblättern.
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Die Geschichte des Automobils beginnt bereits im 16. Jahrhundert. Der flämische Naturwissenschaftler Simon Stevin (1548-1620) baute einen durch Windkraft angetriebenen Segelwagen, der bis zu 30 Menschen transportieren konnte.
1678 baute der belgische Jesuitenpater Ferdinand Verbiest (1623-1688) für den Kaiser von China das Modell eines ersten noch sehr simplen Dampfwagens.
Der Militäringenieur Nicholas Cugnot (1725-1804) entwickelte die Idee weiter und stellte 1769 eine Art dampfgetriebene Zugmaschine vor, den Dampfwagen "Fardier".
Im Jahr 1863 stellte der Luxemburger Erfinder Étienne Lenoir (1822-1900) das erste Fahrzeug mit Verbrennungsmotor vor. Sein "Hippomobile" hatte nur drei Räder und fuhr mit Wasserstoff. Es war damit auch das erste Wasserstofffahrzeug der Geschichte.
Als Geburtsstunde des Autos wird jedoch die Patentierung des Motorwagens von Carls Benz (1844-1929) am 29. Januar 1886 gesehen. Das "Triciclette" wurde durch einen Vorläufer der noch heute gebräuchlichen Ottomotoren angetrieben.
Zeitgleich mit Benz hatte auch Gottlieb Daimler (1834-1900) ein Motorfahrzeug entwickelt. Seine Motorkutsche stellte dieser ebenfalls 1886 vor. Davor hatte er bereits das erste Motorrad (1885) und das erste Motorboot (1886) entwickelt.
Daimler hatte seine Motoren gemeinsam mit Nicolaus Otto (1832-1891) entwickelt, der als Pionier auf dem Gebiet der Entwicklung von Verbrennungsmotoren gilt.
Eine weitere Pionierleistung dieser Art war die Entwicklung des ersten Dieselmotors durch Rudolf Diesel (1858-1913). Dieser meldete sein Patent für ein "Arbeitsverfahren und Ausführungsart für Verbrennungsmaschinen" im Jahr 1893 an.
Im Jahr 1900 stellte der deutsche Ingenieur Ferdinand Porsche (1875-1951) das erste voll funktionsfähige Elektroauto vor, den Lohner-Porsche. Akkus trieben die Elektromotoren an den vier Rädern an. Damit war es auch das erste Allradfahrzeug.
Die "La Jamais Contente" des belgischen Konstrukteurs Camille Jenatzy (1868-1913) wurde ebenfalls elektrisch angetrieben. Das raketenförmige Versuchsfahrzeug durchbrach 1901 erstmals die 100 km/h-Schallmauer.
1903 stellte der niederländische Autobauer Spyker mit dem "Spyker 60 H.P." das erste Allradauto mit Verbrennungsmotor vor.
Die Amerikanerin Mary Anderson (1866-1953) erfand im Jahr 1903 die Scheibenwischer. Anfangs mussten diese noch mechanisch bewegt werden. Erst 1926 stellte die deutsche Firma Bosch eine elektrische Variante vor.
1906 stellte der "Stanley Steamer" einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf. Das Auto fuhr schon damals unglaubliche 205 km/h - unglaublich auch deshalb, weil unter der Haube eine Dampfmaschine arbeitete.
Noch bis in die 1930er Jahre gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Auto-Antriebsarten Dampfmaschine und Verbrennungsmotor. Erst der elektrische Anlasser und das wachsende Tankstellennetz führten zum Sieg des Ottomotors.
1913 stellte die Audi-Vorläuferfirma NSU mit dem "8/24" das erste Auto mit Aluminium-Leichtbau-Karosserie vor. In Großserie ging diese Bauart erst 1999 mit dem "Audi A2".
Das erste Auto das überhaupt in Großserie gefertigt wurde, war ab 1913 der Ford "Modell T". Durch die Fließbandfertigung in der "Highland Park Factory" in Detroit konnte der Preis des Wagens mehr als halbiert werden.
Der "Lancia Lambda" von 1922 war das erste Auto mit selbsttragender Karosserie. Diese leichte und gleichzeitig kostengünstige Bauweise hat sich seitdem als Standard durchgesetzt.
Der deutsche Ingenieur Felix Heinrich Wankel bekam 1933 ein Patent für seinen Drehkolbenmotor "DKM32", den Vorläufer des Wankelmotors. Die neuartige Bauform machte den Motor leiser und vibrationsarmer.
Erstmals in einem Serienauto verwendet wurde der Wankelmotor im "NSU RO 80" ab 1967. In den kommenden Jahren sollen bei Audi erneut Fahrzeuge mit Wankelmotor erscheinen. Elektroautos sollen den Motor als "Range Extender" nutzen.
Ab 1938 ist das mit Abstand erfolgfreichste Automodell produziert worden, der "VW Käfer". Ferdinand Porsche (5.v.l.) hatte den "Volkswagen" im Auftrag der NS-Organisation "Kraft durch Freude" entwickelt.
Bis 2003 verließen 21,5 Millionen Fahrzeuge die Fließbänder. Der "New Beetle" von VW soll seit 1997 an die Autolegende "Käfer" erinnern, hat mit diesem aber nicht mehr viel gemein.
1951 meldete der Münchner Erfinder Walter Linderer eine "Einrichtung zum Schutze von in Fahrzeugen befindlichen Personen gegen Verletzungen bei Zusammenstoessen" zum Patent an - der Airbag war erdacht.
1955 waren Autos für die meisten Menschen noch purer Luxus. BMW brachte daher mit der "Isetta" einen Kleinstwagen auf den Markt, dessen Preis von 2.580 DM auch für weniger Betuchte erschwinglich war.
Erdacht wurde das zweisitzige Dreirad mit der charakteristischen Fronttür in Italien. Der Motorradhersteller Iso Rivolta zeigte die "ISO-Isetta" auf dem Turiner Autosalon. BMW erwarb die Produktionslizenz für Deutschland.
In den 1950er Jahren begann auch der Siegeszug des Dieselmotors. Das erste erfolgreiche Diesel-Modell war der "180 D" von Mercedes (ab 1956). Heute hat beinahe jeder Hersteller auch Modelle mit Diesel-Antrieb im Programm.
Ab 1959 erhöhte sich die Sicherheit in Neuwagen schlagartig. Der Schwede Nils Ivar Bohlin (1920-2002) erfand für Volvo den Sicherheitsgurt. Die Erfindung wurde 1985 vom Deutschen Patentamt zu einer der wichtigsten Innovationen des Jahrhunderts gekürt.
Eine weitere Sicherheitsinnovation kam 1966 im britischen "Jensen FF" auf den Markt. Es war das erste Serienauto mit Antiblockiersystem. Dieses verhindert das Blockieren der Räder beim Bremsen, verbessert dadurch die Lenkbarkeit und verkürzt den Bremsweg.
Ab den 1960er Jahre macht der "Turbolader" Serienfahrzeugen Beine. Anfangs hauptsächlich in US-Fahrzeugen zu finden, kam er 1973 im "BMW 2002 Turbo" auch in Deutschland auf den Markt.
Zunächst ging es hauptsächlich um die Leistungssteigerung. In modernen Fahrzeugen werden Turbomotoren aber auch eingesetzt, um bei gleicher Leistung den Spritverbrauch zu senken.
1971 war das Auto reif fürs All: Bei der Apollo-15-Mission kam auf dem Mond erstmals ein spezielles Mondmobil zum Einsatz. Das "Lunar Roving Vehicle" machte beim Fahren wegen der geringen Anziehungskraft teils meterhohe Sprünge.
1997 brachte Toyota mit dem "Prius" das bis heute erfolgreichste Hybrid-Auto auf den Markt. Schon drei Jahre zuvor gab es ein Hybrid-Modell von Audi, den "Audi 80 duo". Wegen seines hohen Preises war dieser jedoch ein Ladenhüter.
1996 wagte sich General Motors weit aus der Deckung. Der US-Konzern stellte mit dem "EV1" das erste echte Serien-Elektroauto her. Die Kunden waren begeistert. Dennoch wurde das Projekt gestoppt und fast alle Autos verschrottet.
Auch Mazda stellte ab 2003 eine ökologische Antriebsvariation in Serie her. Der Mazda RX-8 ist als "Hydrogen RE" auch mit Wasserstoff-Wankelmotor zu haben.
Seit 2008 macht die US-Firma Tesla mit dem Strickpullover-Öko-Image des Elektroautos schluss. Der "Tesla Roadster" besitzt einen 250-PS-Elektromotor der von 7000 Akku-Packs gespeist wird und das Auto auf bis zu 200 km/h beschleunigt.
Mit dem 2007 als "Chevrolet Volt" vorgestellten "Opel Ampera" dürfte GM die Zukunft des Automobils eingeläutet haben. Das Elektroauto wird seit 2010 in Serie produziert und ist in den USA für umgerechnet 32.000 Euro zu haben.
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(N24)

03.08.2011 11:24 Uhr

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