Von wegen Sommer
Auf die Unwetter folgt der Herbst
Freibäder melden bis zu 90 Prozent weniger Besucher, die Bauern beklagen heftige Ernteeinbrüche: Dieser Sommer war keiner. Die Tage der Unwetter sind zwar gezählt, dafür naht nun der Herbst.
Die gewitterträchtigen Tage sind gezählt. Nur noch am Freitag drohen Starkregen, Blitz, Donner und Hagel. Dann streckt der Herbst seine Fühler aus.
Am Mittwoch hatten heftige Unwetter in großen Teilen Deutschlands für Dauereinsätze von Polizei und Feuerwehr gesorgt. So waren Starkregen, Sturm und Hagel über Hessen gezogen und legten teilweise den regionalen Bahnverkehr lahm. Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und umgestürzte Bäume gab es auch im Osten und Süden Deutschlands. Blitze setzten immer wieder Dächer in Brand. In Quedlinburg in Sachsen-Anhalt beschädigten große Hagelkörner mehrere Autos.
Freitag wird wohl letzter heißer Tag
Am Freitag wird es noch einmal ordentlich heiß. Im Osten kann das Thermometer auf bis zu 34 Grad klettern. "Der Übergang in den Herbst geht keineswegs ohne Reibung vonstatten", berichtete der Deutsche Wetterdienst in Offenbach am Donnerstag. An der Grenze zwischen kalter und warmer Meeresluft baut sich ein großer Temperaturgegensatz auf - und der sorgt für hohes Unwetterpotenzial.
Zum Ende der Woche ist damit aber Schluss. Dann beginnt der Frühherbst - mit kühlen Nächten, Frühnebel und Schauern. Ein Tief über Ostfrankreich bläst mit seiner Kaltfront die subtropische Luft weg. Die Folge: Es wird um die zehn Grad kühler. Diplom-Meteorologe Christian Herold: "Die wohl längste Hitzeperiode dieses Sommers neigt sich ihrem Ende entgegen."
Bauern beklagen schlimme Ernteeinbrüche
Das extreme Wetter in diesem Jahr hat den deutschen Bauern eine magere Getreide- und Rapsernte beschert. Bei Getreide lag sie mit rund 39 Millionen Tonnen um zwölf Prozent unter dem Vorjahresergebnis, wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilte. Bei Raps sei die Erntemenge sogar um 34 Prozent auf 3,7 Millionen Tonnen zurückgegangen.
Freibäder beklagen "niederschmetternde" Bilanz
Der verregnete Sommer hat zu drastischen Einbrüchen bei denen Besucherzahlen in den Freibädern geführt. Im Bundesdurchschnitt verzeichneten die Bäderbetreiber bis Ende Juli einen Rückgang von mehr als 50 Prozent gegenüber 2010, wie Christian Ochsenbaum, Geschäftsführer der deutschen Gesellschaft für das Badewesen sagte. In der Spitze klagen einige Freibäder laut Zwischenbilanz des Verbandes sogar über bis zu 90 Prozent weniger Besucher. Das Ergebnis der Umfrage unter den Freibadbetreibern sei "niederschmetternd", fügte Ochsenbaum hinzu.
(dpa, dapd, N24)
25.08.2011 13:50 Uhr








