DTM: Valencia

Titelkandidaten patzen im Qualifying

Beim DTM-Rennen in Valencia sorgen die beiden Titelaspiranten Tomczyk und Spengler für Spannung: Sie starten von weit hinten. Audi-Pilot Ekström startet von der Pole - und kann noch Meister werden.

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Theoretisch kann Ekström noch die DTM-Saison gewinnen.
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Die 24 Stunden von Le Mans gelten als eines der schwersten Autorennen auf der Welt.
Die Beanspruchung für Fahrer, Technik und Mechaniker sucht bis heute ihresgleichen.
Seit den 70er -Jahren gehört zwar der legendäre Le-Mans-Start mit Piloten, die zu ihren Autos spurten aus Sicherheitsgründen der Vergangenheit an, aber ...
... auch so haben die 24 Stunden von Le Mans nichts von ihrer Einzigartigkeit verloren.
Angefangen hatte alles 1923 auf dem Circuit des 24 Heures du Mans. André Lagache und René Léonard gewannen damals in einem Chenard & Walcker Sport.
Die 24 Stunden von Le Mans sind seit Beginn das Langstreckenrennen, bei dem die Automobilhersteller die Zuverlässigkeit und den Entwicklungsstand ihrer Fahrzeuge unter Beweis stellen können.
In den ersten Jahren war es nur den Fahrern selbst erlaubt, Reparaturen mit Bordwerkzeug durchzuführen. Heute sind Mechaniker im Team. Bleibt der Wagen allerdings auf der Rennstrecke liegen, darf der Fahrer bis heute keine fremde Hilfe in Anspruch nehmen.
Ziel des Rennens ist es, möglichst viele Runden innerhalb von 24 Stunden zurückzulegen und im Anschluss auch die Ziellinie zu überqueren.
Das besondere an der Rennstrecke ist ihre lange Gerade, die Ligne Droite des Hunaudières, oder Mulsanne Straight, wie sie in England genannt wird.
Dabei handelt es sich um eine nahezu fünf Kilometer lange Gerade, auf der früher Geschwindigkeiten von über 400 km/h erreicht wurden.
Aus Sicherheitsgründen wurden 1990 zwei Schikanen eingebaut. Seitdem liegt die Spitzengeschwindigkeit bei etwa 340 km/h.
Auslöser für diese Maßnahme war der tödliche Unfall des Österreichers Jo Gartner am 1. Juni 1986. Sein Porsche 962 (Bild: Porsche 963) kam wegen einer mutmaßlich gebrochenen Hinterradaufhängung mit über 300 km/h von der Strecke ab.
Der spektakulärste Unfall in der Geschichte von Le Mans und in der Renngeschichte überhaupt ereignete sich aber im Jahr 1955.
Nach einer Kollision des Franzosen Pierre Levegh auf der Zielgeraden, flogen Teile seines Mercedes 300 SLR in die Zuschauertribüne.
Bei dem Unfall starben einschließlich Levegh insgesamt 84 Menschen.
Auslöser war der Jaguar-Pilot Mike Hawthorn, der den langsameren Austin-Healey mit Lance Macklins links überholte und plötzlich nach rechts ausscherte, um einen Boxenstopp zu absolvieren.
Nach dem Unfall zog sich Mercedes aus dem Renngeschäft zurück. Ob das Tatsächlich der Grund war ist bis heute strittig. Unstrittig ist hingegen, dass der 300 SLR nur einmal in Le Mans gewann, 1952.
Spektakulär schien auch der Tankstopp-Unfall von Stefan Mücke im Jahr 2007.
Die Boxencrew hatte das Feuer aber nach wenigen Sekunden gelöscht und Mücke blieb unverletzt.
Ein wichtiger Bestandteil der Rennen in Le Mans sind die technischen Neuerungen die hier auf den Prüfstand kommen. In den 1960er Jahren wurden erstmals Gasturbinen als alternative Antriebsmethode eingesetzt. Nicht bei Porsche (Bild), aber bei Rover.
Der Mazda 787B gewann 1991 mit einem Wankelmotor.
Das Team Nasamax versuchte sich zwei Mal mit einem Methanol-betriebenen Fahrzeug. 2003 trat Nasamax mit einem Champcar-Motor (2,65l-V8-Turbo) an und im folgenden Jahr mit einem 5-Liter-Zehnzylinder von Judd.
2004 trat das Team Taurus im Lola-Judd mit einem Diesel an. Der Einsatz war allerdings nicht erfolgreich. Gemeldet in der schnellsten Prototypenklasse, qualifizierte Taurus sich für den 41. von 48 Plätzen.
Im Jahr 2006 gewann erstmals in der Geschichte von Le Mans mit dem Audi R10 TDI ein Diesel-Fahrzeug das Rennen.
Dieser Erfolg konnte in den beiden darauffolgenden Jahren wiederholt werden.
Auch 2011 ist Audi mit einem Diesel am Start. Der R18 TDI soll es allen zeigen.
Aber auch die Hausherren schlafen nicht. Peugeot schickt erneute einen 908er ins Rennen geschickt, der Audi das Fürchten lehrt. Auch Peugeot setzt auf Diesel.
Seit 2000 dominiert Audi das Rennen in Le Mans. Damals trumpften die Rüsselsheimer mit dem R8 auf und setzten diesen Erfolg - nur 2003 unterbrochen durch einen Sieg von Bentley - fort.
Ein Jahr bevor Audi seine Erfolgsserie begann (1999), tauchte BMW mit seinem V12LMR wie Kai aus der Kiste auf und gewann das Rennen.
Auf eine sehr erfolgreiche Geschichte in Le Mans kann Porsche zurückblicken. In den 1970er Jahren dominierten die Stuttgarter das Rennen noch bis weit in die 1980er Jahre hinein. Im Bild der Porsche 917K, der in Le Mans 1970 und 71 gewann.
Eine kurze Unterbrechung erfuhren die erfolgsverwöhnten Stuttgarter, als Matra-Simca mit dem MS670 auf der Rennpiste erschien. Von 1972 bis 1974 waren sie die Schnellsten.
In den 1960er Jahren hatte auch Ford eine große Zeit in Le Mans. 1968 gewannen die Amerikaner mit dem GT.
Große Tage erlebte auch Ferrari in Le Mans. Von 1958 bis 1965 standen die Italiener auf dem Siegertreppchen. Gestartet wurde diese Erfolgsserie mit dem Ferrari 250 TR 58.
Na gut, einmal mussten sich die Italiener geschlagen geben. 1959 hatten die Briten mit dem Aston Martin DBR1 300 die Nase vorn.
Ebenfalls vom Erfolg verwöhnt war Jaguar. Mit dem D-Typ gewannen sie in Le Mans ab 1955 dreimal hintereinander.
Der Erfolgstyp von 1956 wurde übrigens 1999 in London für damals umgerechnet vier Millionen Mark versteigert.
Ab 1931 gewann Alfa Romeo mit dem 8C 2300 LM vier Mal in Folge. Bis heute wird der 8C gebaut und das nur in leicht modifizierter Form. Die Idee der alten Linienführung ist geblieben.
Le Mans ist und bleibt etwas Besonderes.
Für die Fahrer, die Zuschauer und natürlich ...
... die Entwicklung des Automobils.
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Die Titelkandidaten Martin Tomczyk und Bruno Spengler haben in der Qualifikation zum vorletzten Saisonlauf des Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) Nerven gezeigt. Der in der Gesamtwertung führende Audi-Pilot Tomczyk (Rosenheim) steht beim Rennen in Valencia am Sonntag (14.00 Uhr) nur auf dem zehnten Startplatz, Mercedes-Rivale Spengler (Kanada) muss sich sogar noch zwei Ränge hinter ihm einreihen. "Ich bin enttäuscht, ich habe einen Fehler gemacht", haderte der angespannt wirkende Jahreswagen-Fahrer Tomczyk. "Das ist eine extrem schwierige Ausgangsposition für mich und Bruno. Es wird hart."

Damit könnte der zweifache DTM-Champion Mattias Ekström (Audi) in Spanien zum lachenden Dritten werden. Der Schwede fuhr in 1:30,608 Minuten die schnellste Zeit und steht damit zum zweiten Mal in dieser Saison sowie zum insgesamt 18. Mal auf der Pole Position. Hinter ihm nehmen auf dem 4,005 Kilometer langen Circuit Ricardo Tormo mit Filipe Albuquerque (Audi) und Renger van der Zande (Mercedes) zwei DTM-Neulinge das Rennen von den Plätzen zwei und drei aus auf.

Neben Tomczyk war auch Spengler enttäuscht. Er habe es nicht geschafft, "eine perfekte Runde hinzubekommen. Ich bin nur gerutscht. Aber es wird ein langes Rennen", erklärte der zweimalige Vize-Champion. Tomczyk liegt in der Gesamtwertung mit 58 Punkten neun Zähler vor Spengler (49). Der 29-Jährige könnte in Valencia seinen ersten DTM-Titel vorzeitig perfekt machen, wenn er gewinnt oder Zweiter wird und Spengler dabei hinter ihm liegt. Doch auch Ekström (39), der in der ersten Saisonhälfte noch weit abgeschlagen war, kann nun darauf hoffen, noch ins Titelrennen eingreifen zu können.

Dank einer Bilanz mit zwei Siegen und einem zweiten Platz in den vergangenen drei Rennen könnte der 33-Jährige bei einem entsprechenden Verlauf in Valencia und beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring (23. Oktober) vielleicht sogar noch seine dritte Meisterschaft herausfahren. Grund zur Freude hatte auch der frühere Formel-1-Pilot David Coulthard (Mercedes) aus Schottland, der mit Startplatz vier sein bestes Qualifying-Ergebnis erzielte.

(dpa, N24)

01.10.2011 15:55 Uhr

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