Ein Übergewicht vor allem am Netz - so sichern sich die deutschen Volleyball-Frauen den Finaleinzug bei der EM gegen den favorisierten Titelverteidiger Italien. Nun ist der dritte Titel möglich.
Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.
Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:
Nach dem Matchball ins Glück sanken die deutschen Volleyball-Frauen zu Boden und feierten ausgelassen ihren sensationellen Einzug ins EM-Finale. In nur 73 Minuten hatten die Schützlinge von Bundestrainer Giovanni Guidetti Titelverteidiger Italien mit 3:0 (25:22, 25:22, 25:17) regelrecht deklassiert und eindrucksvoll ihre Ansprüche auf den ersten EM-Titel seit der deutschen Einheit untermauert. Silber haben die deutschen Frauen bereits sicher, am Sonntag soll nun gegen Serbien oder die Türkei der ganz große Coup gelandet werden.
"An dieses Ergebnis habe ich in meinem schönsten Traum nicht geglaubt", gestand Guidetti und geriet angesichts der Glanzvorstellung seiner "Schmetterlinge" geradezu ins Schwärmen. "Wir stehen im EM-Finale und haben damit die Chance, die Goldmedaille zu holen. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl für mich und ich kann nicht passend ausdrücken, wie stolz ich auf mein Team bin."
"Ich habe momentan keine Worte für dieses Spiel, außer dass ich unglaublich glücklich bin und total stolz auf unser Team und unseren Spirit", sagte auch Spielführerin Margareta Kozuch. Erst zwei Mal konnten deutsche Volleyball-Frauen bei Europameisterschaften den Titel holen - 1983 und 1987 siegte jeweils die DDR. Mit dem Erreichen des EM-Finales haben Guidettis Schützlinge auch den Sprung zum ersten Qualifikationsturnier für Olympia im November in Japan geschafft.
Unter den Augen von DVV-Präsident Werner von Moltke, der angesichts des unglaublichen Siegeszugs seiner Frauen kurzfristig nach Belgrad gekommen war, boten Angelina Grün und Co. auch gegen den Favoriten eine bestechende Leistung. Leicht und locker war das deutsche Team mit vier klaren Siegen in die Vorschlussrunde spaziert, und auch gegen den Weltranglisten-Fünften strotzten die Deutschen nur so vor Selbstvertrauen.
Rasch war im ersten Durchgang ein Vorsprung von fünf Punkten herausgespielt. Die angesichts des starken deutschen Auftritts sichtlich erstaunten Italienerinnen blieben zwar auf Tuchfühlung, doch nach 24 Minuten ging der wichtige Auftaktdurchgang gleich mit dem ersten Matchball an die DVV-Frauen.
Auch im zweiten Satz legte das Team um Grün, die bereits vor acht Jahren EM-Bronze geholt hatte und gegen Italien beste Punktesammlerin war, einen starken Start hin. Vor allem am Netz hatte der Block der DVV-Frauen ein klares Übergewicht. Schnell gab es wieder drei Punkte Vorsprung - und diesen gaben die Schützlinge von Guidetti auch nicht mehr ab.
"Wir sind gut, wir sind besser", spornte Guidetti in einer Auszeit seine Frauen noch einmal an. Im dritten Durchgang stemmte sich der vermeintliche Favorit zwar gegen die drohende Niederlage - aber vergeblich. Wie im Rausch agierten die deutschen Frauen und feierten am Ende einen unerwartet deutlichen Sieg.