Reine Muskelmasse ist out

"Bikini-Klasse" beim Bodybuilding im Kommen

Muskelbepackte Frauen haben das Bild von weiblichen Bodybuildern geprägt. Aber das ist überholt - reine Muskeln sind out. Bei vielen Wettkämpfen zählt heute ein athletischer, fraulicher Körper.

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Carmen Spindler beim Training
Bodybuilderin mal auf die weibliche Art
Am 20. März 2003 marschieren Streitkräfte der USA und Großbritanniens im Irak ein. Die Weltöffentlichkeit reagiert mit Entsetzen - und demonstriert für den Frieden. Dieser junge Mann aus Sydney wählt den stillen Protest ...
... wohingegen in Kairo US-Flaggen brennen. Vor allem die islamische Welt ist in Aufruhr.
Im indonesischen Jakarta ziehen am 20. März 2003 junge Frauen mit Anti-Kriegs-Plakaten vor die amerikanische Botschaft.
Friedliche Proteste auch in Jordanien: Diese Frauen haben sich in Amman in eine Lichterkette eingereiht.
Auch in Amerika regt sich Widerstand gegen Bushs Kriegspläne. Am 19. März 2003 ziehen Demonstranten Richtung Verteidigungsministerium, um gegen den "blutigen Krieg" zu protestieren.
"Teufel" Bush: Vor dem Weißen Haus in Washington hat sich ein Demonstrant verkleidet. "Mr. President" zieht reichlich Spott auf sich ...
... und wird - wie hier in London - als texanischer Cowboy verhöhnt.
Die Demonstranten beweisen viel Fantasie: Dieser Mann hat sich als Azteke verkleidet und "belagert" die amerikanische Botschaft in Mexiko-City.
Schrill auch das Outfit dieses Australiers, der in Melbourne gegen den Krieg auf die Straße geht.
Manche Demonstranten spannen sogar ihre Vierbeiner in den Protest für den Weltfrieden ein.
Wahrlich eindrucksvoll: Tausende Fackelträger bilden am 17. März 2007 auf dem Heldenplatz im ungarischen Budapest ein riesiges Peace-Zeichen.
… bekommen vier Kinder: Katherine Eunice (* 1989), Christina Maria Aurelia (* 1991), Patrick Arnold (* 1993) und Christopher Sargent Shriver (* 1997).
... Sohn Christopher gibt seinem Papa stolz ein Siegerküßchen bei der Wiederwahl zum kalifornischen Gouverneur.
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Arnold Schwarzenegger, das Muskelpaket aus der Steiermark, hat sich in den USA den "American Way of Life" erfolgreich erfüllt. Erst schaffte er den Sprung von der Hantelbank ins …
…Filmgeschäft. Anschließend wechselte er auf die politische Bühne. Eine Karriere sondergleichen. Am 30. Juli 1947 wurde Schwarzenegger in Thal, Steiermark geboren. 1968 wanderte er in die USA aus. Bereits in den 1970er Jahren …
… erwirtschaftete er sich ein Millionenvermögen mit Immobiliengeschäften. Fast nebenbei wurde er fünffacher Mr. Universum und siebenfacher Mr. Olympia. Hollywood zeigte sich äußerst verzückt über so viel Muskelmasse …
… und holte ihn in die Traumfabrik. Seine erste Rolle spielte er in "Hercules in New York" (1970). Seine Stimme musste wegen seines starken Akzents im Übrigen synchronisiert werden. 1982 folgte "Conan der Barbar". Eine Rolle, …
… in der Arnie Schwarzenegger Muskeln und Schwerter spielen ließ. 1984 gelang ihm der endgültige Durchbruch in Hollywood: Der "Terminator" wurde geboren. Schwarzenegger …
… verkörperte in dem Film zum ersten Mal einen Bösewicht. "Hasta la vista" sind drei der ca. 70 Wörter, die Arnie im ganzen Film gesprochen hat.
Seine humorvolle Seite stellte er unter anderem an der Seite von Danny deVito in "Twins" (1988) unter Beweis. Nicht nur voller Erfolg auf ganzer Linie im Beruf, auch privat …
… erlebte er einen Volltreffer: Am 26. April 1986 heiratete der Republikaner die Nichte von John F. Kennedy, die demokratische Journalistin Maria Shriver, mit der er …
Gegen Ende der 1980er Jahre gehörte Arnold Schwarzenegger zu den meistverdienenden Schauspielern Hollywoods. Fast immer dabei die eine oder andere …
… Handfeuerwaffe. Sein früher geschmähter Akzent wurde mittlerweile zu seinem Markenzeichen.
Auch auf dem roten Teppich gab Schwarzenegger eine gute Figur und zeigte, …
… dass er ein "fast" echter Cowboy ist.
Schwarzenegger als Gastronom ist auch eine kleine Erfolgsgeschichte für sich. 1991 eröffnete er mit den anderen "harten Jungs" aus Hollywood, …
… Bruce Willis (2.v.l.), Demi Moore, Jackie Chan (nicht im Bild) und Sylvester Stallone (r.), die Fast-Food-Kette Planet Hollywood.
1997 wurde ihm die "Goldene Kamera" in Berlin verliehen.
Eine wichtige Person in seinem Leben war immer seine Mutter Aurelia, die er trotz Drehstress oft in der alten Heimat besuchte. 1998 verstarb sie im Alter von 76 Jahren.
In den USA ging Arnies Traumkarriere weiter. Er zog sich aus Hollywoods Filmgeschäft zurück und …
… hielt Einzug in die Politik. Am 7. August 2003 gab Schwarzenegger öffentlich seine Kandidatur für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien bekannt. Von republikanischen Parteifreunden wurde er heftig angegriffen. Sieht aber so …
… ein "Mogelkandidat" aus? Mitnichten, denn …
… am 7. Oktober 2003 gewann er die Wahl mit 48 Prozent der abgegebenen Stimmen.
Als ehemaliger Schauspieler wusste er, sich geschickt in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
… ein volksnahes, sympathisches Bild. Als Gouverneur von Kalifornien hat man halt auch Mickey Mouse als Freund.
Im Ausland kritisierte man seine unnachgiebige Haltung zum Thema Todesstrafe. Aber auch im Staate Kalifornien …
…findet man nicht alles so "cool", was der ehemalige "Terminator" als Gouverneur beschloss. Trotzdem gelang Schwarzenegger 2006 die Wiederwahl.
Schwarzenegger als US-Präsident? Daraus wird wohl leider nichts, denn als eingebürgerter Ausländer darf der gebürtige Österreicher nicht für das Präsidentenamt kandidieren.
Schwarzenegger hat im Staate Kalifornien einiges vorangebracht, wie z.B. die Reduzierung der Autoabgase oder …
… die Förderung erneuerbarer Energien.
Er gibt sich gerne bürgernah und war …
… nach den schweren Waldbränden 2008 …
… an Ort und Stelle, um sich das Ausmaß der Katastrophe selbst anzuschauen.
Der "Terminator" als geschickter Verkäufer, um seinen Haushaltsplan im Senat durchzubekommen. Dabei setzte er …
… auf anschauliche Grafiken. 2010 war Arnold Schwarzenegger letztes Jahr als Gouverneur von Kalifornien. Am 3. Januar gibt er das Zepter an seinen im November gewählten Nachfolger, ...
... den Demokraten Jerry Brown, ab. Zum Endspurt rief der gebürtige Österreicher noch einmal den Finanznotstand aus - und muss sich die gleichen Vorwürfe wie sein demokratischer Vorgänger anhören: ...
... dass er den Sonnenstaat an den Rand des Ruins getrieben hat. Trotzdem: "Ich wünschte, es wäre noch nicht vorbei", versichert der Gouverneur, der übrigens zum Nulltarif arbeitete. In der Zukunft möchte Arnie wohl unter die Schriftsteller gehen.

Langsam beugt Carmen Spindler ihren Arm, während sie eine Hantel nach oben zieht. Ihre angespannten Muskeln zeichnen sich deutlich ab. Dann lässt sie die Hantel wieder sinken und beginnt von vorne - wieder und wieder. Die 36-Jährige aus Alzey möchte fit bleiben für die kommenden Wettkämpfe. "Aber nicht zu muskulös", betont sie - und liegt damit im Trend. Das Klischee von den muskelbepackten weiblichen Bodybuildern scheint nämlich überholt. "Heute geht der Trend weg vom reinen Bodybuilding", sagt der Vorsitzende des Rheinland-Pfälzischen Bodybuilding- und Fitness-Verbands in Mainz, Alexander Thomessen.

Frauen sollten für viele Wettkämpfe athletisch aussehen - und nicht muskelbepackt. "Man verspricht sich davon auch mehr Zuschauer", sagt Thomessen. So denkt auch die 65-Kilo-Frau Spindler, die weiterhin routiniert ihre Übungen macht. Sie schiebt Gewichte auf eine Langhantel. Dann legt sie sich unter das Sportgerät und stemmt es nach oben. Die Muskeln auf ihren Armen beginnen leicht zu zittern, während sie das Gewicht in der Luft hält.

Ihr Freund und Trainer Jerry Thielmann beobachtet die Bewegungen genau. Er selbst ist seit 27 Jahren Bodybuilder. "Ich stehe auf dominante, durchtrainierte Frauen", sagt der breitschultrige 100-Kilo-Mann grinsend. Für ihn sei es toll, dass seine Freundin Wert auf den Sport lege. Aber das habe Grenzen. "Der Körper soll feminin bleiben", sagt der 43-Jährige. Zu viele Muskeln würden ihm nicht gefallen.

Klappernd lässt Spindler die Hantel zurück in die Halterung fallen. Sie suche immer wieder nach neuen Herausforderungen, erklärt sie und streicht sich durch ihre blonden Haare. Schon in ihrer Jugend begann sie mit Leichtathletik. Es folgte Hammerwurf, dann lief sie Marathon und landete vor sechs Jahren beim Bodybuilding. Sie ist immer auf der Suche nach Steigerungen. Gerade beim Bodybuilding sieht sie aber Grenzen. Sie trainiere für einen athletischen Körper und nicht für Masse. "Nicht zu viele Muskeln."

Mit der Einstellung ist sie nicht allein. Ins Bodybuilding bei Frauen ist Bewegung gekommen. "Seit 2009 gibt es eine Bikini-Klasse", sagt der Generalsekretär des Deutschen Bodybuilding und Fitness-Verbands, Erich Janner (München). Andere Klassen wie Fitness, für die auch Spindler trainiert, existierten etwas länger. Aber im Leistungssport gebe es Nachwuchsprobleme. Mit der neuen Gruppe könnten mehr Frauen für den Sport gewonnen werden: "Das ist der Einstieg für gut gewachsene Mädchen". Aber auch die Wünsche des Publikums spielten eine Rolle. "Viele sagen, das spricht mich noch an als Mann", sagt Janner über die Bikini- und Fitness-Wettkämpfe.

Der Wandel ist für den Sportsoziologen Holger Preuß nachvollziehbar. "Menschen sehen gerne ästhetische Komponenten im Sport". Viele Zuschauer bestaunten rhythmische Sportgymnastik oder Eiskunstlaufen, ohne das komplizierte Punktesystem zu verstehen. Muskelbepackte Körper passten aber eher zu Männern. "Ästhetisches lässt sich besser vermarkten", sagt der Professor am Institut für Sportwissenschaft der Universität Mainz. Weniger Muskeln bei weiblichen Bodybuildern passten da ins Bild.

Entspannt lässt sich Spindler auf einen Stuhl fallen. Für heute sei sie fertig. "Es ist interessant zu sehen, wie man seinen Körper formen kann", sagt die Sportlerin und schaut auf ihre Arme. Mit den Muskeln an ihrem Körper sei sie sehr zufrieden. Viel mehr sollen es nicht werden. Aber ein paar Wettkämpfe würde sie gerne noch gewinnen. Genaue Pläne habe sie dafür noch nicht. "Erstmal weiter trainieren."

(AP, N24)

02.10.2011 11:42 Uhr

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