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Bei NATO-Luftangriff?

Muammar Gaddafi auf Flucht getötet

Muammar Gaddafi ist tot. Nach Angaben des Übergangsrats der Rebellen erlag der libysche Ex-Diktator seinen schweren Verletzungen, die er möglicherweise bei einem NATO-Luftangriff erlitt.

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Video: Entscheidung in Libyen - Muammar Gaddafi auf Flucht getötet
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Die Herrschaft von Muammar al Gaddafi in Libyen ist endgültig beendet. Der ehemalige Machthaber ist in Sirte auf der Flucht angeschossen, gefangen genommen worden und dann gestorben. Dieses Foto soll den verletzten Gaddafi zeigen. (AFP)
Kämpfer des Übergangsrat untersuchen eine Betonröhre, in der sich Muammar al Gaddafi zuletzt versteckt gehalten haben soll. (AFP)
Diese Kämpfer präsentieren einen goldbesetzten Revolver, der angeblich im Besitz von Muammar al Gaddafi gewesen sein soll. (AFP)
Die Nachricht vom Tod des langjährigen Machthabers löste Jubel unter Anhängern des Übergangsrats aus. (AFP)
Auch in Tripolis feierten die Menschen das Ende des zuletzt so verhassten "Bruder Führer". (AFP)
Gemeinsam mit Gaddafi soll ... (AFP)
... auch Muatassim, einer seiner Söhne, den Käpfern in die Hände gefallen sein. Bei Gefechten, die der Festnahme vorausgingen, ... (AFP)
... soll Gaddafi mit Schüssen in die Beine und in den Kopf verletzt worden sein. (AFP)
Laut Angaben des Fernsehsender Al-Arabija wollten die Truppen des Übergangsrat Gaddafi ...
... nach Misrata bringen. (AP)
Der Einnahme Sirtes war eine letzte große Offensive der Milizen des Übergangsrats ... (AFP)
.... vorausgegangen. Dabei sind die letzte Gaddafi-Getreuen förmlich überrannt worden. Nach etwa 90 Minuten ... (dpa)
... sollen die Gefechte weitgehend beendet gewesen sein. Anschließend durchkämmten die Kämpfer die Häuser nach verbliebenen Gaddafi-Kämpfern. (AFP)
Dutzende Gaddafi-Getreue wurden so verhaftet. (AFP)
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Muammar al Gaddafi und sein Familienclan haben bislang die absolute Macht in Libyen ausgeübt. Der Patriarch hat in den Jahrzehnten seiner Herrschaft mehrere seiner Kinder in Schlüsselpositionen untergebracht. So ... (AP)
... sitzt der älteste Sprössling, Mohammed al Gaddafi, dem staatlichen Post- und Fernmeldeunternehmen vor. Zudem besitzt der 1970 geborene Sohn aus der ersten Ehe Gaddafis zwei Mobilfunkanbieter. Die Kontrolle des Fernmeldewesens ... (AP)
... ist für Muammar al Gaddafis ein wesentlicher Punkt - zumal der Widerstand zunehmend über Mobilfunk und Internet organisiert wird. Die Rebellen haben ihn mittlerweile unter Hausarrest gestellt. Der Zweitgeborene ... (AFP)
... Saif al Islam al Gaddafi, dessen Vorname "Schwert des Islam" bedeutet, hat sich am lautstärksten während der Revolution hervorgetan. Er ist immer wieder mit Durchhalteparolen zitiert worden. Saif al Islam gehören ... (dpa)
... mehrere Unternehmen. Erst kürzlich stellte der Internationale Strafgerichtshof gegen ihn und seinen Vater Haftbefehle wegen schwerer Kriegsverbrechen aus. (AFP)
In politischen Dingen relativ zurückhaltend ist dagegen Al Saadi al Gaddafi. Der 1973 Geborene besuchte die Militärakademie und trägt den Rang eines Oberst. 2003 gab er seiner Leidenschaft nach und ..
... ging als Fußballprofi nach Italien - mit mäßigem Erfolg. Nach Dopingvorwürfen ging er zurück nach Libyen. Zuletzt war Al-Saadi Präsident des libyschen Fußballverbandes. Er ist gemeinsam mit Saif al Islam festgesetzt worden. (AP)
Mutasim-Billah hegte bereits Umsturzpläne gegen den Vater, der ihm vergab. Der vierte Sohn Gaddafis ist Sicherheitsberater und führt eine Armee-Einheit.
Das Skandal-Söhnchen Gaddafis ist Hannibal. Sein Register: 140 km/h auf dem Champs-Elysée, Nötigung von Angestellten und Körperverletzung. Solche Vorwürfe führten zum Konflikt der Schweizer Justiz mit Libyen.
Gaddafis einzige lebende Tochter heißt Aischa. Als Anwältin wurde sie besonders durch die Verteidigung Saddam Husseins bekannt. Sie ist seit 2006 mit einem Cousin ihres Vaters verheiratet und leitet eine libysche Wohltätigkeitsorganisation.
Über Saif al Arab al Gaddafi ist wenig bekannt. Er fiel am 1. Mai 2011 einem NATO-Bombardement zum Opfer. Er soll in München studiert haben, wo er mehrfach der Polizei auffiel. (AFP)
Meldungen über den Tod von Khamis al Gaddafi stellten sich indessen als falsch heraus. Khamis befehligt im Bürgerkrieg eine Eliteeinheit des Regimes, die gegen die Milizen der Aufständischen kämpft.
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Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Das trifft auch und vor allem auf die Paläste von Despoten zu. Nach Ende ihrer Herrschaft offenbaren sie die Dekadenz und den Luxus, den sich die Machthaber gönnten. Dieses Exemplar gehört zu ... (AFP)
... Saddam Hussein, es war nur eine seiner Residenzen. Nach seiner Flucht ... (AP)
... verkamen die prachtvollen Bauten zunächst. Genutzt wurden Sie allerdings nach einiger Zeit wieder ...
... und zwar als Kasernen der US Army. Hier ist zu sehen, wie US-Truppen irakische Soldaten ausbilden, um im Irak langfristig für Sicherheit zu sorgen.
Ein bisschen paradox sieht es schon aus, wenn ein Ballsaal zu einer Behelfskapelle umfunktioniert wird...
... und US-Truppen in einer marmorgetäfelten Halle Hockey und Basketball spielen. (AP)
Luxuriöser als ein gewöhnliches Feldlager sind die Hallen des Diktators aber allemal. (AFP)
Die weitere Nutzung dieses Palastes hingegen ist noch nicht geklärt. In ihm ... (dpa)
... residierte einmal der Gaddafi-Clan.
Heute beherbergt der Palast im von Aufständischen kontrollierten Bengasi Flüchtlinge aus anderen libyschen Städten. (dpa)
Gaddafis Paläste sind von Rebellen stark zerstört worden. Dieses Schlafzimmer in einer weiteren seiner zahllosen Residenzen brannte fast vollständig ab ... (AP)
... und auch die Küche wurde nicht verschont.
Sogar der Airbus Gaddafis wurde von Rebellen in Beschlag genommen, ...
... beschädigt wurde er aber nicht.
Noch eine Nummer größer wünschte es sich der ehemalige rumänische Diktator Nicolae Ceausescu.
"Sein" Parlamentspalast gilt als größtes Gebäude Europas.
Nach der Hinrichtung Ceausescus wurde der Palast vielseitig genutzt: Unter anderem sind heute der rumänische Senat, die Abgeordnetenkammer und das Nationalmuseum für moderne Kunst dort ansässig.
Mit diesem historischen Bauwerk ist im Moment leider nichts mehr anzufangen: Der Präsidentenpalast in Haiti war einmal Sitz des Staatsoberhauptes. Der Diktator ...
... Francois Duvalier, genannt "Papa Doc" residierte hier. Während des starken Erdbebens 2010 ...
... brachen die oberen Stockwerke in sich zusammen. Eine Rekonstruktion ist bis jetzt nicht geplant.
Was nach Palast aussieht, ist heute das größte, einem kommunistischen Machthaber gewidmete Mausoleum der Welt. Die Rede ...
... ist von dem ehemaligen Palast Kim Il-Sungs, genannt "der ewige Präsident". Nicht nur der Leichnam, sondern auch...
...sein Eisenbahnwagon und Dienstwagen sind in jeweils einer Halle ausgestellt.
Besucher werden mit Rolltreppen befördert und während der Besichtigung ist es nicht erlaubt zu sprechen. Festliche Kleidung sowie eine Verbeugung vor dem Leichnam sind Vorraussetzung. So hätten es sich wohl die meisten anderen Diktatoren auch gewünscht.
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Libyens früherer Diktator Muammar Gaddafi ist von Einheiten der Rebellen auf der Flucht getötet worden. Er soll neben Schüssen in die Beine auch einen Kopfschuss erlitten haben. (Bild: AFP)

Die mehr als vier Jahrzehnte währende Herrschaft von Libyens Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi ist endgültig vorbei: Zwei Monate nach seinem Sturz ist der 69-Jährige nach Angaben des Übergangsrates getötet worden. "Alle Hinweise, die wir haben, besagen, dass Oberst Gaddafi Geschichte ist", sagte Informationsminister Mahmud Schammam dem Nachrichtensender CNN. Gaddafi sei während der Gefechte in seiner Heimatstadt Sirte von Milizionären getötet worden. Die genauen Umstände des Todes waren zunächst noch unklar.

Nach widersprüchlichen Berichten soll Gaddafi entweder während der Flucht aus einem Haus, in einem Autokonvoi, in einem Erdloch oder aber versteckt hinter großen Betonröhren getötet worden sein. Von Gaddafi fehlte seit dem 27. August jede Spur. Neben dem Diktator soll auch dessen Geheimdienstchef Abdullah al-Senussi getötet worden sein. Außerdem soll sich der verletzte Gaddafi-Sohn Mutassim in den Händen der Milizionäre befinden, berichtete der arabische Fernsehsender Al-Dschasira.

Übergangsrat plant Wahlen

Sollten sich die Berichte über den Tod Gaddafis und den Fall seiner Heimatstadt Sirte bestätigen, wäre der Weg frei für den Aufbau eines neuen Libyens. Der Übergangsrat hat angekündigt, eine neue provisorische Regierung zu bilden und demokratische Wahlen abzuhalten. "Heute kann Libyen eine neue Seite in seiner Geschichte aufschlagen und eine neue demokratische Zukunft beginnen", heißt es in einer Erklärung von EU-Ratspräsident Herman van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

Die Berichte über die genauen Umstände des Todes sind widersprüchlich. Informationsminister Schammam sagte, Milizionäre hätten versucht, ein Haus in Sirte zu stürmen. Gaddafi habe dann versucht zu flüchten. Er könne aber nicht sagen, ob Gaddafi in dem Haus oder in einem Fahrzeug getötet worden sei. Der Nachrichtensender Al-Arabija zeigte am Donnerstag Bilder von dem Ort in Sirte, an dem die Kämpfer Gaddafi angeblich gefunden hatten. Zu sehen sind zwei große Betonröhren, darüber hat jemand auf eine Betonwand gesprüht: "Dies ist der Platz der verfluchten Ratte Al-Gaddafi - Gott ist groß". Vor den Betonröhren liegen zwei Leichen am Boden.

NATO-Luftangriff auf Konvoi

Nach anderen Berichten starb der Ex-Diktator während eines Angriffs auf einen Fahrzeugkonvoi. Wie ein Reporter der britischen Tageszeitung "Guardian" berichtete, wurde der Konvoi am Donnerstagmorgen von Nato-Flugzeugen angegriffen, als er gerade Sirte verlassen wollte. Die Nato bestätigte lediglich einen Angriff auf einen Konvoi. Der arabische Fernsehsender Al-Dschasira meldete unter Berufung auf Milizionäre, dass Gaddafi in einem Erdloch gefasst worden war. Der britische Sender BBC zitierte einen Milizionär, wonach Gaddafi gebettelt haben soll: "Nicht schießen, nicht schießen."

Unterdessen sind Fotos und erste verwackelte Videos aufgetaucht, die den getöteten ehemaligen Diktator zeigen sollen. Auf einem Bild ist ein Mann zu sehen, bei dem es sich um Gaddafi handeln soll. Er liegt blutend und umringt von Milizionären des Übergangsrates auf dem Boden. Das Gaddafi sich in Sirte versteckt hatte, ist für viele Beobachter überraschend. Der seit zwei Monaten Flüchtige war in einer Oase im Süden des Landes vermutet worden. Allerdings erklärt sich jetzt, warum in Sirte Gaddafi-Getreue über Wochen hinweg erbitterten Widerstand gegen die Truppen des Übergangsrates geleistet haben.

EU fordert Prozess der Aussöhnung

Gaddafis Heimatstadt war am Donnerstag als letzte Bastion des Widerstands gegen die neuen Herrscher gefallen. Milizionäre hissten die Flagge des Übergangsrates im Stadtzentrum. Außerdem feuerten sie Salven aus ihren Maschinenpistolen ab. Auch in der Hauptstadt Tripolis herrschte große Freude. "Hier in Tripolis feiern die Menschen schon auf den Straßen", berichtete der Fernsehsender Al-Arabija.

Nach den Berichten über den Tod Gaddafis sieht die Europäische Union "ein Ende der Ära von Gewaltherrschaft und Unterdrückung, unter der das libysche Volk zu lange gelitten hat". Die politische EU-Spitze forderte den Nationalen Übergangsrat Libyens auf, einen "breit angelegten Prozess der Aussöhnung" einzuleiten. Dieser müsse sich an alle Libyer richten und einen "demokratischen, friedlichen und transparenten Übergang im Land ermöglichen".

(dpa, N24)

20.10.2011 16:25 Uhr

Arabiens Autokraten

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Der 68 Jahre alte Präsident des Armenhauses Arabiens ist nach monatelangen Protesten der Opposition und zahlreichen gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Armee und Rebellen zurückgetreten. In einer Vereinbarung für einen friedlichen Machtwechsel erklärte er sich dazu bereit, seine Macht nach 32 Jahren an eine Übergangsregierung abzugeben. Die Macht des Präsidenten ist außerhalb der Hauptstadt Sanaa stark eingeschränkt. Stammesfürsten im Landesinnern erkennen die Macht der Zentralregierung oft nicht an. Der teils politisch, teils religiös motivierte Aufstand der schiitischen Houthi-Rebellen im Nordwesten des Landes eskalierte seit 2004 mehrfach zum Bürgerkrieg. Das Terrornetzwerk Al-Kaida nutzt einige Stammesgebiete als Rückzugsgebiet mit Rekrutierungs- und Ausbildungslagern.

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