Ackermann lässt prüfen

Deutsche Bank will kein "Hungermacher" sein

Die Nahrungsmittel-Spekulationen großer Banken haben laut Foodwatch mit Schuld am Hunger in der Welt. Die Deutsche Bank stellt ihre Tätigkeit in diesem Bereich nun auf den Prüfstand.

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Josef Ackermann lässt die Nahrungsmittel-Spekulationen der Deutschen Bank überprüfen. (Bild: dpa)

Die Deutsche Bank will nach Angaben ihres Chefs Josef Ackermann ihr Engagement bei Rohstoff-Spekulationen überprüfen. In Reaktion auf Kritik der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch schrieb Ackermann in einem auf Mittwoch datierten Brief an Foodwatch-Chef Thilo Bode, er teile das "Betrübnis darüber, dass viele Menschen auf dieser Welt immer noch in Armut leben und Hunger leiden müssen". Die Deutsche Bank werde den von Foodwatch veröffentlichten Bericht "Die Hungermacher" "gründlich prüfen" und gegebenenfalls "entsprechende Konsequenzen" daraus ziehen, hieß es in dem Schreiben.

Der am Dienstag vorgestellte Foodwatch-Bericht wirft Investmentbanken sowie Verwaltern von Pensionsfonds und Versicherungen vor, mit ihren Spekulationen mit Agrar-Rohstoffen die Nahrungsmittelpreise in die Höhe zu treiben. Sie trügen damit eine Mitschuld an Hungersnöten in den ärmsten Ländern der Welt. Die Banken kassierten Gebühren und könnten mit ihren hochspekulativen Wetten nur gewinnen - während die Ärmsten der Armen, die mit diesen Finanzprodukten überhaupt nichts zu tun hätten, ihr Essen nicht mehr bezahlten könnten.

Ackermann lässt prüfen

Foodwatch forderte von der Deutschen Bank, mit gutem Beispiel voranzugehen und aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln auszusteigen. Seit Dienstag nutzten auch 12.500 Verbraucher die Möglichkeit auf der Internetseite von Foodwatch, eine Protest-E-Mail an Ackermann zu unterzeichnen. Ackermann schrieb nun, die Fachabteilungen der Bank würden eine möglichst rasche und detaillierte Antwort auf den kritischen Bericht erarbeiten.

Sollten sich dabei "ausreichende Belege" dafür finden, dass Aktivitäten der Deutschen Bank die von Foodwatch "beschriebenen Auswirkungen haben könnten, "werden wir entsprechende Konsequenzen daraus ziehen". "Kein Geschäft ist es wert, den guten Ruf der Deutschen Bank aufs Spiel zu setzen." Welche Konsequenzen dies sein könnten - ob die Bank etwa tatsächlich einen Ausstieg aus derartigen Spekulationen erwägt - wollte ein Banksprecher auf Nachfrage nicht sagen. Foodwatch-Chef Bode forderte das Geldinstitut auf, nun zügig zu handeln. Es gehe "nicht in erster Linie um den Ruf eines Instituts, sondern um Leid und Leben von Menschen".

(AFP, N24)

20.10.2011 18:50 Uhr

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