N24.de - Sonderseite zur Finanzkrise
 

Briten wettern

Merkel "erklärt Eurozone den Krieg"

Die britische Presse gilt nicht umsonst als Fan martialischer Kommentare. Nun unterstellt die "Times" Deutschland, mit seinem Kurs in der Eurokrise seine Bündnispartner "unterwerfen" zu wollen.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Beim Deutschlandbesuch des britischen Premierministers David Cameron (r.) kamen trotz aller Höflichkeiten auch die Differenzen zu Kanzlerin Angela Merkel (l.) zum Ausdruck. (Bild: AFP)
Video: Eurobonds - Krach zwischen Merkel und EU-Komission

Im eurokritischen Großbritannien stößt die Politik der Bundesregierung in der Euro-Schuldenkrise zunehmend auf Kritik. Die konservative Zeitung "The Times" hat im Zusammenhang mit der Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel erstmals das Wort "Krieg" ins Spiel gebracht. "Deutschland hat der Eurozone den Krieg erklärt", lautet die Überschrift eines halbseitigen Kommentars in der "Times."

"Wenn (Carl von) Clausewitz Recht hat, dass "Krieg die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln" ist, dann ist Deutschland wieder im Krieg mit Europa", schrieb der renommierte "Times"-Kommentator Anatole Kaletsky. Deutschland versuche, in Europa die für einen Krieg charakteristischen Ziele zu erreichen - eine neue Ziehung internationaler Grenzen und die "Unterwerfung fremder Völker", schreibt Kaletsky. Merkel habe sich standhaft geweigert, geeignete Maßnahmen zur Rettung des Euro zu ergreifen. Die Kanzlerin habe sogar europäische Institutionen davon abgehalten, Maßnahmen zu ergreifen.

Außerhalb Deutschlands bestehe Einigkeit darüber, findet Kaletsky, dass zur Rettung des Euro drei Dinge absolut wichtig zur Überwindung der Krise sind: Die Europäische Zentralbank müsse große Mengen an Staatsanleihen kaufen, später müssten von allen Euroländern garantierte Eurobonds ausgegeben werden, die einen Teil der Schulden von Ländern wie Griechenland oder Portugal ersetzten.

Kommentator unterstellt Bundesbank "Finanz-Imperialismus"

Erst dann gelte es, die Politik der Euroländer stärker zu koordinieren, den Kapitaldienst zu gewährleisten und sicherzustellen, dass nicht eine neue Krise aufkeimen kann. "Indem es die ersten beiden Schritte blockiert, garantiert Deutschland dafür, dass der dritte scheitert", heißt es in dem Kommentar weiter.

"Ist es etwa möglich, dass Deutschland den Euro gar nicht retten, sondern ihn in Wirklichkeit platzen lassen will?", fragt der Kommentator. Er verweist auf einen "klaren, historischen Präzedenzfall" aus dem Jahr 1992. Damals habe Deutschland den Europäischen Wechselkursmechanismus "sabotiert". Der Bundesbank wirft der Kommentator "Finanz-Imperialismus" vor.

(dpa, N24)

23.11.2011 21:41 Uhr

Das zweite Hilfspaket für Griechenland

öffnenschließenKontrollen Von einem Treuhandkonto werden Zinsen und Tilgungen beglichen. So wird sichergestellt, dass Griechenland als erstes Schulden zurückzahlt und das Geld nicht für andere Dinge ausgibt. Eine Task Force von EU-Kommission, IWF und Europäischer Zentralbank wird dauerhaft ins Land geschickt. Sie soll Hilfe leisten und überwachen, dass Griechenland alle Versprechen einhält.

öffnenschließenBedingungen Voraussetzung für die Kredite und den Schuldenerlass sind umfangreiche Einschnitte und Reformen. Milliarden müssen eingespart werden, etwa bei Renten, Arzneimitteln und Militärausgaben. Staatsvermögen und Staatsunternehmen sollen verkauft, ganze Wirtschaftsbereiche liberalisiert werden. Anfang März prüft die Eurogruppe, ob die Gesetze auf den Weg gebracht wurden.

öffnenschließenSchuldenschnitt Die privaten Gläubiger verzichten auf 53,5 Prozent ihrer Forderungen. So sollen die griechischen Staatsschulden von 350 Milliarden Euro um 107 Milliarden Euro gedrückt werden. Ziel ist es, die Staatsverschuldung von heute 160 Prozent auf 120,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2020 zu senken.

öffnenschließenGarantien Mit weiteren 30 Milliarden Euro sollen die Anleihen privater Geldgeber abgesichert werden. Damit erhalten Banken, Versicherungen und Fonds einen Anreiz, ihre alten Griechenland-Anleihen in neue zu tauschen.

öffnenschließenKredite Die Euro-Länder stellen bis zu 100 Milliarden Euro an Krediten zur Verfügung. Die Zinsen sind sehr niedrig: Sie beginnen bei 2 Prozent und steigen erst nach 2020 auf 4,3 Prozent. Für die Kredite aus dem ersten Hilfspaket von 2010 werden die Zinsen halbiert.

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Politik » Finanzkrise