Euro-Jackpot kommt

Zwei Euro setzen - 90 Millionen gewinnen

Für zwei Euro ein Los kaufen und 90 Millionen Euro gewinnen. Diesen Traum soll der neue Euro-Jackpot wahr werden lassen. Ab dem 23. März soll in sechs Ländern Wöchentlich gespielt werden.

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Ab 23. März wird wöchentlich in sechs europäischen Ländern ein Gewinn von mindestens zehn Millionen Euro ausgespielt. Teilnehmen können Tipper in Deutschland, Finnland, Dänemark, Slowenien, Italien und den Niederlanden.

Bis zu 90 Millionen Euro können Lottospieler ab 2012 mit dem neuen Euro-Jackpot gewinnen. Damit dürfte die Zahl der Millionäre in Europa deutlich zunehmen. Ab 23. März wird wöchentlich in sechs europäischen Ländern ein Gewinn von mindestens zehn Millionen Euro ausgespielt. Teilnehmen können Tipper in Deutschland, Finnland, Dänemark, Slowenien, Italien und den Niederlanden. Das beschlossen Vertreter der Staaten und die Geschäftsführer der 16 deutschen Lottogesellschaften in Amsterdam. Ein Tipp soll in Deutschland 2 Euro kosten.

Bei 90 Millionen ist allerdings Schluss, größer kann der Hauptgewinn nicht werden. Diese Obergrenze sei aus "Gründen der Suchtprävention" gezogen worden, sagte der Sprecher der nordrhein-westfälischen WestLotto auf dapd-Anfrage. «Es sollte verhindert werden, dass der Jackpot ins Uferlose anwachsen kann.» Mit dem Argument der Suchtprävention halten die deutschen Bundesländer nach wie vor ein Monopol auf das Veranstalten von Glücksspielen.

Kritik von privaten Anbietern

"Vier Jahre lang haben die Länder ihre Erfindung 'Lotto-Sucht' hochgehalten, um das Monopol zu retten - und jetzt erhöhen sie den Jackpot. Ein marodes System karikiert sich hier selbst", kritisierte deshalb Dirk Uwer. Der Rechtsanwalt der Kanzlei HengelerMueller hat in den vergangenen Jahren immer wieder private Lottovermittler vertreten. "Der Europäische Gerichtshof erlaubt Glücksspiel-Monopolisten keine expansive Geschäftspolitik", sagte er. Mit dem Euro-Jackpot verliere "die Glücksspiel-Politik der vergangenen Jahre jede Legitimation."

Seit Jahren kritisieren private Lottovermittler und Wettanbieter das staatliche Monopol. Sie werfen den Ländern vor, mit dem Argument der Suchtprävention lediglich ein einträgliches Geschäft vor der privaten Konkurrenz abschirmen zu wollen. Mit dieser Position hatten sie auch vor dem Europäischen Gerichtshof Erfolg, der den bisher geltenden Glücksspielstaatsvertrag zum Ende des Jahres gekippt hatte. Mitte Dezember wollen sich die Bundesländer nun auf einen neuen Staatsvertrag einigen. Es herrscht aber Uneinigkeit über den Grad der Liberalisierung.

Bei privaten Lottovermittlern stößt der Euro-Jackpot daher auch auf wenig Begeisterung. "Wir sehen das sehr skeptisch", sagte der Geschäftsführer des Deutschen Lottoverbandes (DLV), André Jütting, der dapd. Der Verband vertritt Firmen, die staatliche Lottospiele etwa über das Internet vertreiben und dafür Provision einbehalten. Dieses Geschäftsmodell ist aber seit einigen Jahren in Deutschland größtenteils verboten.

Deshalb schlügen auch "zwei Herzen in einer Brust", sagte Rainer Jacken, DLV-Vizepräsident und Aufsichtsrat beim privaten Wett- und Lottoanbieter Jaxx. Einerseits könne die Branche von einem attraktiven neuen Angebot wie dem Euro-Jackpot profitieren, andererseits behinderten aber rigide Vorschriften das Geschäft. "Dieses neue Produkt enttarnt doch die eigentlichen Motive."

Neues System und teurerer Tipp

Die Ziehungen des Euro-Jackpot wird vorerst nicht im Fernsehen gezeigt. "Da stehen wir mit den Sendern noch in Verhandlung", sagte der WestLotto-Sprecher. Zunächst werde das Ergebnis ab Mitte März per Internet und durch andere Mitteilungen verkündet.

Der Euro-Jackpot soll deutschlandweit in allen Lotto-Verkaufsstellen spielbar sein. Beim System werden sich die Tipper allerdings umstellen müssen: Wer den Jackpot knacken will, muss zunächst fünf richtige Zahlen in einem 50er-Feld und dann noch die zwei richtigen sogenannten "Eurozahlen" auf einem 8er-Feld ankreuzen. Das Spiel erreicht den Angaben zufolge 175 Millionen Menschen in Europa.

(dapd, N24)

29.11.2011 17:12 Uhr

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