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Weihnachtstraditionen

Andere Länder - andere Sitten

Weihnachten ist nicht überall gleich Weihnachten. Christbaum und Gänsebraten sind nur eine von vielen Möglichkeiten, das besinnliche Fest zu feiern. Doch wie sieht es in anderen Ländern aus?

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Je nach Land sieht der Weihnachtsmann anders aus. (dpa)

Im Christentum gibt es nach Ostern ein weiteres, großes Fest: Weihnachten, die Geburt Jesu. Es wird allerdings nicht überall gleich gefeiert. Hier mal eine Übersicht der wichtigsten Daten, Bräuche und Personen:

England und Irland

In England und Irland findet das Weihnachtsfest am 25. Dezember statt. Alle Kinder hängen ihre Strümpfe am Vorabend in den Kamin, damit Santa Claus seine Geschenke durch den Schornstein hinein werfen kann. Er ist ein lustiger alter Mann mit schneeweißem Bart und einer langen Tonpfeife. Auf dem Kopf hat er eine Zipfelmütze, die oft mit Glöckchen verziert ist. In Irland stellt man am Weihnachtsabend Kerzen in die Fenster zur Straße hin. Dieser alte Brauch gilt als herzliche Einladung an diejenigen, die wie Maria und Josef zur Weihnachtszeit hungrig und frierend durch das Land ziehen.

Skandinavien

In den skandinavischen Ländern wie Norwegen, Finnland und Schweden heißt Weihnachten "Jul" oder finnisch "Joulua" und ist eine Mischung aus Erntedankfest und dem christlichen Weihnachtsfest. Einen Weihnachtsmann, wie wir ihn kennen, gibt es dort nicht. Drei kleine Kobolde (Tomtebisse, Tomte und Nisse) bringen jedes Jahr zu Weihnachten die Geschenke in einem riesigen Sack. Sie sind ganz rot gekleidet Sie kommen aus Lappland oder vom Nordpol mit einem Rentierschlitten durch die Luft gefahren.

Russland

In Russland freuen sich die Kinder auf "Väterchen Frost", den wohl bekanntesten "ausländischen" Weihnachtsmann. Die Geschenke von ihm kommen in der Silvesternacht - die Kinder bekommen ihre Geschenke also erst am Neujahrsmorgen. Er trägt einen langen, roten Mantel mit weißem Pelz. Ein großer Eiszapfen dient ihm als Wanderstab. Zusammen mit ihm kommt ein Schneemädchen (russisch: Sneguratschka). Die beiden fahren allerdings nicht, wie sonst bekannt, mit einem Rentierschlitten – sie haben Pferde vorgespannt. Ab dem 27.12. wird in den Schulen und Kindergärten alles weihnachtlich geschmückt. Die Kinder verkleiden sich zum Beispiel als Schneemann oder –flocke. Dann wird Väterchen Frost ein paar mal ganz laut gerufen, bis er mit dem Schneemädchen kommt und zur Begrüßung dreimal mit seinem langen Eiszapfen auf den Boden klopft. Allerdings gibt es dann noch nicht sofort Geschenke. Erst sagt jeder noch mal ein Gedicht auf, singt etwas oder erzählt eine kleine Geschichte.

Italien

Etwas ganz anderes gibt es jedoch in Italien. Dort bringt die Dreikönigshexe Befana die Geschenke. Der Legende nach ist diese Hexe ein wenig trottelig: In der heiligen Nacht hörte sie von den Hirten die frohe Botschaft über die Geburt Christi. Doch da sie zu spät aufgebrochen war, verpasste sie den Stern, der sie zur Krippe führen sollte und daher ist sie immer noch auf der Suche nach dem kleinen Jesus. In jedes Haus bringt sie ihre Geschenke und hofft, irgendwo das Christuskind zu finden. Da die Hexe immer durch den Schornstein kommt, ist sie jedesmal dreckig vom Ruß. Die Kinder stört das allerdings wenig. Sie hängen ihre Strümpfe in den Kamin oder stellen ihre Schuhe davor. Die guten Kinder bekommen Geschenke, die nicht so Braven nur Asche und Kohle.

Spanien

In Spanien ist Weihnachten das allerwichtigste Fest, eine Fiesta, die zwölf Tage andauert. Mit Musik, Tanz und Umzügen feiern alle vom 25.12. bis zum 6.1. die Geburt Jesu. Schon einige Tage vor dem Fest laufen Kinder singend und musizierend von Haus zu Haus und bekommen zur Belohnung Süßes. Einen Weihnachtsmann gibt es in "España" nicht. Am Heiligabend wird nach dem großen Festessen die Urne des Schicksals mitten auf den Tisch gestellt. Sie ist mit vielen kleinen Geschenken gefüllt, allerdings sind auch "Nieten" dabei. Jedes Familienmitglied darf so lange kleine Päckchen aus der Urne nehmen, bis es ein richtiges Geschenk gefunden hat.

Frankreich

In Frankreich ist, wie in Irland auch, der 25.12. der Tag, an dem die lang ersehnten Geschenke verteilt werden. "Père Noël" wird der französische Nikolaus genannt. Er bringt die Geschenke nachts. Die Kinder stellen ihre geputzten Schuhe vor den Kamin oder vor die Haustür, so wie bei uns am Nikolaustag. Am nächsten Morgen sind diese gefüllt mit Süßigkeiten und vielen kleinen Geschenken. Im Elsass kommt das Christkind, der klassische Weihnachtsmann ist dort nicht so bekannt. Das Christkind ist eine weiß gekleidete, junge Frau. Auf dem Kopf trägt sie eine wundervoll gearbeitete, goldene Krone. Sie kommt in Begleitung des gefürchteten Hans Trapp, der ein rußig schwarzes Gesicht hat und in viele Felle gehüllt ist. Er ist ein roher Geselle, der den weniger artigen Kindern Haue mit seiner Rute androht. Das friedvolle Christkind beschützt auch diese und beschenkt alle Kinder.

Niederlande

Der Weihnachtsmann aus den Niederlanden wird Sinterklaas genannt, er bringt die Geschenke bereits am 6.12. Am Tag davor fährt er mit Zwarte Piet ,dem Schwarzen Peter, in den Hafen von Amsterdam ein, wo er mit einem großen Fest begrüßt wird. In der Nacht ziehen die beiden über die Dächer von Holland und lassen die Geschenke in die Kamine fallen.

Armenien

In den ehemaligen Teilstaaten der Sowjetunion gilt der julianische Kalender, so auch in Armenien. Weihnachten wird folglich erst am 6. Januar gefeiert. In der Woche vorher verzichten die Armenier auf Fleischspeisen, am Weihnachtstag selbst wird¸ barhaupt nichts gegessen. Das Ende des Fasten beginnt nach der Mitternachtsmesse und gipfelt in einem großen Festschmaus im Kreise der Familie. Geistliche verteilen geweihtes Wasser, das in den Haushalten dafür verwendet wird, wichtige Haushaltsgegenstände zu reinigen.

Libanon

Die Weihnachtsvorbereitungen im Libanon beginnen, wie fast überall im Nahen Osten, ungefähr zwei Wochen vor Weihnachten. Dann pflanzen die Libanesen Erbsen-, Weizen-, Bohnen- oder Linsensamen in Wattebäuschchen. Bis zum Fest werden die Setzlinge bis zu 15 Zentimeter groß. Damit werden dann die Krippen der Libanesen geschmückt. Die Krippenfiguren selbst werden zumeist aus braunem Papier hergestellt. Auch ein Stern wird über der biblischen Szenerie angebracht.

Wie kaum ein anderes Volk bereiten sich die Libanesen auf das Weihnachtsfest vor. An den letzten neun Tagen vor Heiligabend werden in allen Kirchen des Landes abendlich spezielle Predigten gehalten. Weihnachten ist nicht nur ein Fest der Familie, sondern vor allem eines der Glaubensgemeinde. Zum Beispiel helfen fast alle mit, die Kirchen zu schmücken. Natürlich spielt auch das leibliche Wohl eine große Rolle. Und so wird in der Vorweihnachtszeit allerorten gebacken, was das Zeug hält. Traditionell besuchen die Menschen des Nahen Ostens am Morgen des 25. Dezember ihre Freunde. Dort werden ihnen Kaffee, Liköre, Gebäck und gesüßte Mandeln offeriert. Das wichtigste Festmahl der Weihnachtszeit findet zu Mittag des 25. Dezember statt. Dann kommt die gesamte Familie normalerweise im Haus ihres ältesten Familienmitglieds zusammen. Das Essen besteht häufig aus Hühnchen mit Reis, sowie Kubbeh, einem Brei aus zerkleinertem und gekochtem Weizen vermischt mit Fleisch, Zwiebeln, Salz und Pfeffer. Zum Nachtisch gibt es natürlich die emsig hergestellten Gebäckspezialitäten.

Philippinen

Auf den Philippinen beginnt die Weihnachtszeit am 16.12. und dauert bis zum ersten Sonntag im Januar. Das eigentliche Weihnachtsfest beginnt am 25.12. mit einer Mitternachtsmesse, gefolgt von einem Buffet mit einer Hühner-Reis-Suppe, Frühlingsrollen, gefüllten Fisch, Schinken, Nudelgerichten und Früchten. Beschenkt werden die Kinder von Oma und Opa. Der 26.12. gehört weiteren Familienbesuchen.

Quelle: www.blinde-kuh.de; www.weihnachtsbuero.de

(N24)

30.11.2011 15:45 Uhr

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