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Kredite von Zentralbanken

Währungsfonds als Euro-Retter im Gespräch

Der IWF soll offenbar große Euro-Staaten wie Italien oder Spanien stützen. Der Währungsfonds soll dafür von den europäischen Zentralbanken und der US-Notenbank Kredite in Milliardenhöhe erhalten.

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Der Internationale Währungsfonds ist als Euro-Retter im Gespräch. Der IWF soll dafür von den Zentralbanken Milliardenkredite erhalten. (Bild: dpa)
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Die Rettung der gemeinsamen Währung wird für die Euro-Länder zur unendlichen Geschichte. Frei nach ... (dpa)
... Norbert Blüm verkündeten die Verantwortlichen schon oft sinngemäß: "Der Euro ist sicher". Dass ... (dpa)
... das jeweils nicht der Fall war, beweisen die vielen Nachbesserungen und Zusatzschirmchen, die die ... (dpa)
... Staats- und Regierungschefs aufspannten. Aber wie war das noch genau? (dpa)
Als klar wird, dass Griechenland tief in der Patsche steckt, berufen Merkel, Sarkozy und Co. rasch Krisensitzung für Krisensitzung ein. Auf dem EU-Gipfel in Brüssel am 25. März 2010 dann der "Durchbruch": ... (dpa)
... Ein Notfallplan für Athen wird beschlossen, die Euro-Länder bürgen mit Milliardensummen für mögliche Kredite. Doch das ist ja nur für den Fall gedacht, dass das überhaupt nötig wird. Griechenlands Ministerpräsident ... (AFP)
... Giorgos Papandreou: "Griechenland ist entschlossen, mit seinen eigenen Problemen fertig zu werden." Wer dachte, ... (dpa)
... das Problem sei somit vom Tisch, irrte sich aber böse. Als Bundestag und Bundesrat am 7. Mai 2010 den Bürgschaften zustimmen, betont Finanzminister Wolfgang Schäuble noch: "Jede andere Alternative würde, ... (dpa)
... viel teurer, wäre viel gefährlicher, würde viel größere Risiken haben." Nichtsdestotrotz ... (dpa)
... muss die Euro-Feuerwehr am 10. Mai 2010 erneut ausrücken. EU und IWF beschließen einen bis dato beispiellosen Rettungsschirm für pleitebedrohte Euro-Mitglieder: die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität - kurz EFSF. Im Notfall ... (dpa)
... könnten 750 Milliarden Euro fließen. Damit komme ja nun "Ruhe in den Karton", hofft und behauptet der damalige Innenminister Thomas de Maizière (CDU). Wie falsch er damit liegen sollte, ... (dpa)
... zeigen die folgenden Wochen. Die Lage spitzt sich weiter zu. Und die Euro-Länder sehen sich am 28. Oktober 2010 gezwungen, ... (dpa)
... die EFSF ab 2013 durch einen dauerhaften Krisenplan abzulösen: den Europäische Stabilitäts-Mechanismus - kurz ESM. Deutschland ist mit 22 Milliarden an Einlagen und Garantien von bis zu 168 Milliarden Euro dabei. Wenn dafür ... (AFP)
... stimmt, was die Kanzlerin im Anschluss an die Entscheidung verkündet, soll's recht sein: "Wir haben wesentliche Entscheidungen gefällt, dass wir die Stabilität des Euro auf Dauer garantieren können." Ob das stimmt, konnte ... (dpa)
... Europa in den folgenden Monaten beweisen: Es wurde nämlich ernst. am 21. November 2010 muss Irland unter den Rettungsschirm schlüpfen. Ein Finanzpaket von 85 Milliarden soll helfen. Und schon ... (dpa)
... sorgt sich Europa vor einem Übergreifen der Krise auf das angeschlagene Portugal. Zu Unrecht, wie EU-Ratspräsident Herman van Rompuy damals noch fand: "Gerede über eine Ansteckung hat keine wirtschaftliche und rationelle Grundlage." (dpa)
Ungern wird sich van Rompuy an diesen Satz rund fünf Monate später, am 8. April 2011, erinnert haben: Lissabon ruft um Hilfe und bekommt sie. 80 Milliarden Soforthilfe sind fällig. Aber dafür muss Europa ... (AFP)
... ein Überschwappen der Krise jetzt wirklich, echt und ehrlich, nicht mehr fürchten: "Die Ansteckungsgefahr ist geringer geworden", verkündet Finanzminister Wolfgang Schäuble. Aber ... (dpa)
... sicherheitshalber stimmt er mit seinen EU-Kollegen am 20. Juni 2011 lieber für eine Ausweitung des EFSF. Man weiß ja nie. Merkel sieht das als gerechtfertigt an: "Scheitert der Euro, scheitert Europa." Ach, und ... (AFP)
... dann sind da ja noch die Griechen: Am 21. Juli 2011 gibt es ein neues Hilfspaket für Griechenland. Umfang: 109 Milliarden Euro. Zum ersten Mal müssen auch Banken und Versicherungen mitzahlen. Merkel inbrünstig: "Mit diesem Programm ... (AFP)
... wollen wir die Probleme auch wirklich an der Wurzel anpacken." Und zuletzt? Der EFSF reicht nicht, ... (dpa)
... mit einem "Hebel"-Mechanismus soll er ausgebaut werden. Die Banken sollen das mittragen, müssen dazu aber auf eine breitere Kapitalbasis gestellt werden. Ein Kraftakt für den Euro-Raum. Aber dann wird der Euro gerettet sein. Sicher! (dpa)
Video: SPD-Parteitag - Altkanzler warnt vor deutscher Kraftmeierei
Video: Regierungserklärung - Gemeinsame Schuldenregelung
Video: Euro-Krise - Sarkozy und Merkel wollen Fahrplan vorstellen

Die US-Notenbank Federal Reserve ist einem Medienbericht zufolge zusammen mit den 17 Zentralbanken der Euro-Zone bereit, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Geld für krisengeschüttelte Euro-Länder zur Verfügung zu stellen. Die Zeitung "Die Welt" berichtet unter Berufung auf verhandlungsnahe Kreise, dass die Zentralbanken der Euro-Zone einen dreistelligen Milliardenbetrag in einen Spezialfonds einzahlen sollten, aus dem dann Programme für Krisenländer finanziert würden. Auch die Fed erwäge, einen Teil der Kosten zu finanzieren.

US-Finanzminister Tim Geithner wird demnach diese Woche nach Europa kommen, um sich mit führenden Politikern und Notenbankern zu treffen. Ein solcher Rettungsfonds könnte ein Bestandteil der Pläne werden, die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy am Montag in Paris besprechen wollen.

Stärkere Rolle für den IWF

In Brüssel haben Diskussionen über die Summe möglicher Hilfen des IWF für klamme Euro-Länder begonnen. Auf Arbeitsebene werde darüber beraten, wie Zentralbanken der Eurozone dem Fonds dafür Kredite zur Verfügung stellen können, sagten Euro-Zonen-Vertreter am Wochenende in Brüssel. Bisher werde aber noch nicht über Größenordnungen gesprochen. "Deshalb sind sämtliche Zahlen im Moment reine Spekulation", sagte ein hochrangiger Teilnehmer der Gespräche. Auf der Suche nach einem wirksamen Schutz für große Euro-Länder wie Italien und Spanien zieht die Euro-Zone ein stärkeres Engagement des IWF in Erwägung. Dafür sollen Zentralbanken der Währungsgemeinschaft dem Fonds weitere Darlehen gewähren.

Vertreter der Euro-Zone haben verschiedene Summen genannt, die von den Zentralbanken dem Fonds als bilaterale Kredite zur Verfügung gestellt werden könnten. Sie reichen von "deutlich weniger als 100 Milliarden Euro" bis hin zu "mehreren 100 Milliarden Euro". Gestärkt durch dieses Geld soll der IWF einspringen können, falls Italien und Spanien kein Geld mehr an den Finanzmärkten bekommen und auf mehrjährige Notkredite des IWF angewiesen sein sollten. Der IWF ist bisher schon mit einem Drittel an laufenden Rettungspaketen beteiligt, doch in den Schwellenländern wächst der Unmut gegen noch mehr Hilfe für die reiche Euro-Zone.

Härtere Sanktionen geplant

Merkel und Sarkozy wollen am Montag in Paris ihre Strategie gegen die Euro-Schuldenkrise vorstellen. Das Konzept für eine europäische Fiskal- und Stabilitätsunion sieht automatische Sanktionen gegen Haushaltssünder vor. Im Anschluss an das Treffen (ab 13.30 Uhr) ist eine gemeinsame Pressekonferenz geplant. Ende der Woche wollen dann die EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel über die Vorschläge zur Euro-Rettung beraten. Deutschland und Frankreich spielen eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die Schuldenkrise.

Weitgehend Einigkeit zwischen Merkel und Sarkozy herrscht über die geplanten Vertragsänderungen: Beide streben an, dass die Haushaltspläne der Euro-Staaten besser kontrolliert und Verstöße schärfer geahndet werden können. Merkel will darüber hinaus die Autorität europäischer Institutionen so stärken, dass glaubwürdige Durchgriffsrechte auf Staatshaushalte möglich werden. Sarkozy warnte dagegen vor "supranationalen" Strukturen. Während Paris gemeinsame Staatsanleihen aller Euroländer - sogenannte Eurobonds - befürwortet, sind diese für Merkel zumindest derzeit kein geeignetes Rettungsinstrument.

Änderungen zunächst in kleinem Kreis?

CSU-Chef Horst Seehofer versuchte, die Kanzlerin darauf festzunageln und einem befürchteten Nachgeben vorzubeugen. "Angela Merkel fährt mit den richtigen Konzepten zum EU-Gipfel: keine Eurobonds, keine Transferunion, Erhalt der Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Süddeutschen Zeitung". "Das ist der deutsche Stabilitätsweg, der Europa vor dem Abgrund einer Schuldenunion bewahren kann." Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte gemeinsame europäische Staatsanleihen - sogenannte Eurobonds - am Wochenende nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen, falls sich alle Euro-Partner zu Reformen mit automatischen Strafen für Haushaltssünder durchringen.

Wie der "Focus" berichtet, könnten Paris und Berlin Vertragsveränderungen für mehr zentrale Kontrolle der Haushalts- und Finanzpolitik zunächst nur im Kreis von Euro-Staaten verabreden, deren Bonität mit der Bestnote bewertet wird: also etwa Österreich, den Niederlanden und Finnland. Denn die Krisenländer der Euro-Zone könnten sich in der Hoffnung auf eine für sie günstigere Intervention der Europäischen Zentralbank (EZB) den Vorschlägen für strengere Haushaltskontrollen verweigern.

(dpa, RTR, N24)

05.12.2011 08:30 Uhr

Das zweite Hilfspaket für Griechenland

öffnenschließenKontrollen Von einem Treuhandkonto werden Zinsen und Tilgungen beglichen. So wird sichergestellt, dass Griechenland als erstes Schulden zurückzahlt und das Geld nicht für andere Dinge ausgibt. Eine Task Force von EU-Kommission, IWF und Europäischer Zentralbank wird dauerhaft ins Land geschickt. Sie soll Hilfe leisten und überwachen, dass Griechenland alle Versprechen einhält.

öffnenschließenBedingungen Voraussetzung für die Kredite und den Schuldenerlass sind umfangreiche Einschnitte und Reformen. Milliarden müssen eingespart werden, etwa bei Renten, Arzneimitteln und Militärausgaben. Staatsvermögen und Staatsunternehmen sollen verkauft, ganze Wirtschaftsbereiche liberalisiert werden. Anfang März prüft die Eurogruppe, ob die Gesetze auf den Weg gebracht wurden.

öffnenschließenSchuldenschnitt Die privaten Gläubiger verzichten auf 53,5 Prozent ihrer Forderungen. So sollen die griechischen Staatsschulden von 350 Milliarden Euro um 107 Milliarden Euro gedrückt werden. Ziel ist es, die Staatsverschuldung von heute 160 Prozent auf 120,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2020 zu senken.

öffnenschließenGarantien Mit weiteren 30 Milliarden Euro sollen die Anleihen privater Geldgeber abgesichert werden. Damit erhalten Banken, Versicherungen und Fonds einen Anreiz, ihre alten Griechenland-Anleihen in neue zu tauschen.

öffnenschließenKredite Die Euro-Länder stellen bis zu 100 Milliarden Euro an Krediten zur Verfügung. Die Zinsen sind sehr niedrig: Sie beginnen bei 2 Prozent und steigen erst nach 2020 auf 4,3 Prozent. Für die Kredite aus dem ersten Hilfspaket von 2010 werden die Zinsen halbiert.

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