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Gold im Tagebau

Gräberfelder in Profen entdeckt

Im Tagebau Profen bringen Archäologen tausende Fundstücke ans Licht. Gräber und Urnen geben Einblicke bis in die Steinzeit. In einigen Jahren soll hier Braunkohle abgebaut werden.

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Zahlreiche Goldfunde wurden in den Gräbern entdeckt.

Tausende Beigaben aus Steinzeitgräbern und rund 2000 Jahre alte Urnen haben Archäologen im Tagebau Profen im Burgenlandkreis entdeckt. "Spektakulärster Fund war der über 400 Gramm schwere Goldschmuck einer reichen Frau", sagte die Projektleiterin vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Halle, Susanne Friederich, am Montag. Der rund 2000 Jahre alte Schatz habe in einer Bronzeurne gelegen. Eine gefundene Bärenkralle beweise außerdem, dass die Leiche der Frau bei der Verbrennung auf einem Bärenfell lag. Seit 2002 wird in Profen nach Historischem gesucht.

"Insgesamt wurden 600 Urnen aus Keramik mit 3000 Grabbeigaben entdeckt", sagte Friederich. Neben verbrannten Knochenresten lagen in den Urnen auch Nadeln aus Tierknochen, Bronze und Eisen sowie Schmuck wie Glasperlen, silberne und goldene Kettenanhänger und Armringe.

Außerdem entdeckten die Archäologen 300 Gräber aus der Steinzeit vor 4000 Jahren. In den Gräbern lagen 1000 Beigaben wie keramische Gefäße, Bernsteinschmuck, Steinmesser, Pfeilspitzen und der Rest einer mit Hundezähnen verzierten Handtasche. "Wir hätten eine solche Dichte der Gräberfelder nicht erwartet", sagte die Archäologin. Das bedeute, dass Mitteldeutschland in der Steinzeit teils dichter besiedelt war als bislang angenommen.

"Neu war, dass in den Steinzeitgräbern Beigaben aus verschiedenen Steinzeitkulturen, insbesondere der Glockenbecher- und der Schnurkeramischen Kultur, beieinander lagen", sagte Friederich. Die Kulturgruppen hätten sich also gekannt und gleichzeitig auf engem Raum friedlich miteinander gelebt. Bislang wurde angenommen, dass die Epochen der Schnurkeramiker und der Glockenbecherleute mehrere Jahrhunderte auseinanderlagen.

Die Toten der Glockenbecherkultur wurden stets in gehockter Stellung mit Blick nach Osten bestattet - die Frauen auf der rechten, die Männer auf der linken Körperhälfte liegend. Der Name stammt von den glockenförmigen Keramikgefäßen, die mit Nahrungsmitteln gefüllt und den Toten für ihre Reise ins Jenseits mit in das Grab gelegt wurden. Die Schnurkeramiker verzierten ihre Gefäße mit einem Schnurabdruck. Ihre Toten liegen auch in gehockter Stellung, aber mit dem Blick nach Süden.

Die Grabungen im Tagebau Profen werden 2015 beendet. Dann soll auf der Fläche Braunkohle abgebaut werden.

(N24, DPA)

06.12.2011 17:11 Uhr

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