Nach Medieninformationen

Zahl der Asylbewerber steigt deutlich

Fast 46.000 Menschen haben 2011 in Deutschland Asyl beantragt. Laut der "Süddeutschen Zeitung" sind das elf Prozent mehr als im Vorjahr. Die Schutzsuchenden kommen besonders aus muslimischen Staaten.

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Die neue Welle von Asylbewerbern schwappt besonders aus muslimischen Ländern wie Afghanistan, Irak und Syrien nach Deutschland. (dpa)

In Deutschland versuchen deutlich mehr Menschen, Asyl zu erhalten, als in den Vorjahren. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, 2011 hätten fast 46.000 Menschen Asyl beantragt. Das sei etwa elf Prozent mehr als 2010 und der höchste Wert seit acht Jahren.

Die Schutzsuchenden kämen vor allem aus muslimisch geprägten Ländern wie Afghanistan, Irak oder Syrien, schrieb das Blatt. Besonders drastisch sei der Anstieg bei den Pakistanern. Ihre Zahl habe sich im Vergleich zu 2010 auf gut 2.500 verdreifacht. Zudem versuchten Tausende Serben, per Asylantrag in Deutschland Fuß zu fassen. 90 Prozent von diesen seien Roma.

Friedrich will Anträge von Serben zügig ablehnen

Der Zeitung zufolge reisen viele Flüchtlinge über die türkische Grenze nach Griechenland und weiter nach Deutschland, wo sie einen Asylantrag stellen. Zudem ist die Visapflicht für Serbien und Mazedonien Ende 2009 gefallen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sagte dem Blatt, viele Asylsuchende aus Serbien seien offensichtlich nicht als verfolgte Flüchtlinge einzustufen. Ihre Asylanträge sollten zügig abgelehnt werden.

Grüne kritisieren Abschiebung von Syrern

Die Grünen fordern indes einen Ende der Abschiebung syrischer Flüchtlinge. "Zwar schiebt Deutschland momentan nicht direkt nach Syrien ab, dafür aber in Staaten wie Ungarn, von wo aus syrische Flüchtlinge dann zurück in ihre Heimat abgeschoben werden", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung". "Dieses zynische und menschenverachtende Verfahren muss endlich gestoppt werden." Beck forderte die Bundesregierung zudem auf, das 2009 zwischen Deutschland und Syrien geschlossene Rückübernahmeabkommen zu kündigen.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte dem Blatt, seit Mitte 2011 sei kein Syrer gegen seinen Willen von Ungarn nach Syrien zurückgeführt worden.

(dpa, N24)

24.01.2012 09:23 Uhr

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