Nippon-Niedergang

Japans Wirtschaft in der Krise

Die Folgen des Tsunamis vom März 2011 werfen einen dunklen Schatten auf Japans Wirtschaftsbilanz. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt weist erstmals seit 31 Jahren ein Handelsdefizit auf.

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Frachtschiff im Hafen von Tokio: Japan, drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, muss erstmals seit 1980 wieder ein Handelsdefizit ausweisen. (Bild: dpa)
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Japans Autobauer setzen nach der Atomkatastrophe in Fukushima verstärkt auf Elektroautos und andere umweltfreundliche Fahrzeuge. Branchenprimus Toyota etwa stellt sein... (AFP)
...erweitertes Hybridprogramm vor. Das Konzeptfahrzeug Fun-Vii will einen Lösungsansatz darstellen, wie der Mensch, das Fahrzeug und die Gesellschaft künftig noch ... (AFP)
...enger miteinander interaktiv verknüpft sein könnten. Ein weiteres Highlight des Autobauers ist der Viersitzer "Brain-T". Der japanische Hersteller Suzuki... (AFP)
...präsentiert mit dem "Q" Umwelttechnologie, die auf dem Einsatz von Elektromotoren beruht. Weil dieses Modell nur für die Innenstadt ausgelegt und... (AFP)
...für Berufspendler gedacht ist, genügt dem Zweisitzer eine Reichweite von 50 bis 75 Kilometern. Und wer weiter fahren will, nimmt zum Beispiel kleine Kastenwagen wie den... (AFP)
...Daihatsu FC Sho Case. Der 3,40 Meter lange Prototyp fährt mit einer Brennstoffzelle, bietet Platz für vier Personen und soll die Wartezeit im Stau versüßen: Eine... (AFP)
...Flanke im Innenraum wird eingenommen von einem riesigen TV-Monitor, den durch die geöffnete Flügeltür auch alle Passanten betrachten können. Mobilität in Ballungsräumen steht hingegen für Nissan... (AFP)
...an oberster Stelle. Die Japaner zeigen ihren elektrischen Stadtflitzer Pivo schon in der dritten Evolutionsstufe. Technische Finessen wie die vier lenkbaren... (AFP)
...Räder für einen minimalen Wendekreis von vier Metern, die Radnabenmotoren, der digitale Assistent und Stimmungsaufheller sind geblieben. Neben den heimischen Autobauern sind auch... (AFP)
...deutsche Entwickler auf der Motor Show vertreten. Mit dem BMW i8 kündigen die Bayern eine Revolution in der Scheinwerfer-Technologie an: Während viele Hersteller noch an ihren ersten... (AFP)
...LED-Scheinwerfern arbeiten, will BMW in drei Jahren das erste Laserlicht anbieten. "Sie sind kleiner, leichter und brauchen nicht so viel Energie", erklärt BMW-Entwickler Volker Levering. Außerdem leuchte die Lasertechnik heller als... (AFP)
...ein LED-Scheinwerfer. Natürlich ist auf der Auto Show auch Volkswagen vertreten. Die Wolfsburger präsentieren unter anderem eine neue Beetle-Variante. Der Hersteller Honda zeigt wiederum Konzeptstudien wie... (AFP)
...den Plug-in-Hybriden AC-X, den Elektro-Roadster EVSTER und einen E-Winzling namens Micro Computer (hier im Bild). Vorgestellt wurde auch eine tragbare Batterie, die der Kunde unter den Arm klemmen und... (AFP)
...nicht nur in Elektro- und Hybridauto, sondern auch in einen kleinen Elektroroller einsetzen kann. Apropos... (AFP)
...Zweiräder: Vorgestellt werden auch elektrisch angetriebene Roller und Fahrräder, die in Zusammenarbeit mit Yamaha entwickelt wurden. Sie nutzen drahtlose Kommunikationstechnologien... (AFP)
...wie Smartphones und Wi-Fi, um sich mit dem Toyota Smart Center zu verbinden, um dort beispielsweise Informationen zur Verfügbarkeit von Ladestationen abzurufen oder die verbrauchte Strommenge einzusehen und deren Kosten zu verwalten. Die... (AFP)
...bekanntesten japanischen Hersteller, also Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha, haben im globalen Wettbewerb in den letzten Jahren Marktanteile verloren, weshalb sie mit besonderem Eifer daran gehen, sich als zukunftsorientierte... (AFP)
...Unternehmen darzustellen. Doch ist längst nicht alles serienreif, was dort selbstbewusst vorgeführt wird. Man darf gespannt sein, welche Vision in Zukunft auf den Straßen der Welt unterwegs sein wird. (AFP)
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Stunde Null: Mit dem 11. März 2011 beginnt für Japan eine neue Zeitrechnung. Ein Erdbeben der Stärke 9,0 erschüttert das Meer vor dem Inselstaat...
... und löst eine verheerende Tsunami-Welle aus. Mit ungeheuerlicher Wucht ...
... wälzt die Wasserwand die östlichen Küstenregionen nördlich der Hauptstadt Tokio nieder. Vor allem in den Provinzen ...
... Iwate und Miyagi bleibt kaum ein Stein auf dem anderen. Monate nach der Katastrophe ...
... stehen die Menschen noch immer vor den Resten ihrer Existenz. Noch immer türmen sich ...
... Trümmer auf, noch immer werden Tote geborgen. Laut Schätzungen haben ...
... 15.600 Menschen ihr Leben verloren, kurz nach dem Desaster ...
... müssen 80.000 Menschen in Notunterkünften untergebracht werden. Und noch immer ...
... haben Tausende keine neue Behausung gefunden. Luftbildaufnahmen ...
... verdeutlichen die Wucht und das Ausmaß der Zerstörung. Container ...
... liegen durcheinandergewürfelt in der Landschaft, als handele es sich um Bauklötze für Kinder. Ganze Fuhrparks von Autos ...
...sind weit von ihrem ursprünglichen Standort weggespült worden und ausgebrannt. Nur langsam ...
... gelingt es, in der Katastrophenregion wieder so etwas wie Ordnung herzustellen. Die hygienischen Verhältnisse sind ...
... vielerorts noch immer jenseits des für eine Industrienation Zumutbaren. Wenn dass alles wäre, wäre die Situation für Japan wohl innerhalb von Monaten kontrollierbar, doch ...
... weit schlechter absehbar sind die Folgen der atomaren Katastrophe, die mit dem 11. März 2011 ihren Lauf nahm. Der Tsunami ...
... trifft auch auf das Atomkraftwerk von Fukushima. Mehrere Explosionen zerstören die Anlage.
Nach Wochen räumte der Betreiber Tepco ein: Gleich in den ersten Stunden ...
... nach dem Unglück ist es zu mehreren Kernschmelzen gekommen. Immer wieder werden neue, traurige ...
... radioaktive Rekordwerte gemessen. Erst ein Monat nach dem Atomunglück ...
... wird ein 20 Kilometer breiter Ring um die Atomanlage zum Sperrgebiet erklärt. Die Informationspolitik des Betreibers Tepco ...
... ist ein Farce. Immer wieder kommen neue verheerende Details zutage. Die Unternehmensführung muss sich immer wieder mit demütigen Gesten bei den Menschen entschuldigen. Heute, sechs Monate später...
...laufen in Japan nur noch etwa die Hälfte der Kraftwerke. Der Vorfall hat weltweit zu einer Atomkraftdebatte geführt, dennoch sind auch Reaktoren in anderen Risikogebieten weiterhin am Netz.
Der Wiederaufbau, geht auch heute, nur schleppend voran. Mit dem...
...zur Verfügung gestellten Notfallbudget sollen vor allem Straßen gebaut, sowie Landwirtschaft und Fischerei gefördert werden. Zahlreiche Freiwillige...
...bemühen sich Abhilfe zu schaffen. Immer noch leben 85.000 Menschen in Notunterkünften. Dafür, dass so etwas nie wieder passieren soll...
...demonstrieren die Betroffenen, immer wieder. Das Gebiet um die Atomruine wird auf lange Sicht unbewohnbar bleiben...
...fast alle Bewohner sind evakuiert. Einige aber weigerten sich, entgegen der Anordnungen, ihre Heimat zu verlassen. Unter den ehemals 16.000 Bewohnern...
...ist er jetzt alleine. Aber: Der Reisbauer Naoto Matsumura bleibt. Er sei sich bewusst,...
...dass die Gefahr an Krebs zu erkranken hoch ist, sagt er. Weg, möchte er trotzdem nicht.

Die Folgen der Erdbebenkatastrophe und ein starker Yen haben der Exportnation Japan zum ersten Mal seit 31 Jahren ein Handelsdefizit beschert. 2011 überstiegen die Einfuhren die Ausfuhren nach offiziellen Angaben um 2,49 Billionen Yen (25 Milliarden Euro). Toyota büßte seinen Titel als größter Autoexporteur der Welt ein, zugleich stiegen nach der Atomkatastrophe von Fukushima die Importkosten für Energie.

Der Wert der Importe nahm im Vergleich zu 2010 vor allem wegen der Einfuhr von Rohöl und Flüssiggas um 12,0 Prozent zu, wie das Finanzministerium in Tokio mitteilte. So stiegen die Ausgaben für Rohöl im Jahresvergleich um 21,3 Prozent, für Flüssiggas um 37,5 Prozent und für Erdölprodukte sogar um 39,5 Prozent. Als Folge der Katastrophe von Fukushima waren Ende 2011 von 54 japanischen Atomkraftwerken nur sechs am Netz. Kurz- und mittelfristig wird das Land weiter auf Ölimporte angewiesen sein.

Die Exporte gingen 2011 um 2,7 Prozent zurück. Dafür waren vor allem rückläufige Ausfuhrzahlen der Autohersteller (minus 12,1 Prozent) und der Halbleiterindustrie (minus 14,2 Prozent) verantwortlich. Beide Branchen litten besonders unter den Folgen des Erdbebens und des Tsunamis vom 11. März, weil Fabriken beschädigt oder völlig zerstört wurden und Lieferketten wochenlang unterbrochen waren. Als sich die Betriebe gerade etwas erholt hatten, sorgte das Hochwasser in Thailand im Herbst für neue Probleme: Die Zulieferung von Einzelteilen und Fertigerzeugnissen geriet abermals ins Stocken.

Toyota litt besonders unter den Folgen der Erdbebenkatastrophe und verkaufte im vergangenen Jahr nur noch 7,95 Millionen Autos weltweit. Im Vergleich zu 2010 gingen die Verkaufszahlen, die die Marken Toyota, Lexus, Daihatsu sowie die Lastwagen-Tochter Hino einschließen, um 6,0 Prozent zurück. Toyota hatte die Liste der größten Autohersteller der Welt von 2008 bis 2010 angeführt. Im vergangenen Jahr wurden die Japaner vom US-Hersteller General Motors (9,03 Millionen verkaufte Autos), Volkswagen (8,16 Millionen Autos) und dem französisch-japanischen Konkurrenten Renault-Nissan (8,03 Millionen Autos) überholt.

Vorsichtiger Optimismus

Verstärkt wurden die Probleme im vergangenen Jahr durch die historische Stärke der japanischen Landeswährung Yen, die die Ausfuhr von in Japan gefertigten Waren verteuerte. Investoren flüchteten angesichts der angespannten Lage an den internationalen Finanzmärkten in den sicheren Yen.

Im zweiten Halbjahr 2011 gingen die Einnahmen der japanischen Firmen auch wegen der Schuldenkrise in der Euro-Zone und der rückläufigen Weltkonjunktur zurück. Im Handel mit der Europäischen Union verzeichnete Japan allerdings immer noch einen Exportüberschuss. Aber auch dieser ging im Vergleich zu 2010 um 31,3 Prozent zurück.

Experten der japanischen Zentralbank hatten sich am Dienstag dennoch vorsichtig optimistisch gezeigt: Für die erste Hälfte des am 1. April beginnenden Fiskaljahres 2012/2013 werde Japan schrittweise wieder auf den Erholungspfad zurückkehren. Die Währungshüter rechnen mit einem Wirtschaftswachstum von 2,0 Prozent - im Oktober waren sie jedoch noch von 2,2 Prozent ausgegangen.

(AFP, dpa, N24)

25.01.2012 18:38 Uhr

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