N24.de-Spezial: Wahl des Bundespräsidenten
 

Umstrittener Wulff-Kredit

LBBW sieht keine Sonderbehandlung

Die Landesbank Baden-Württemberg sieht die Kreditvergabe an Christian Wulff als korrekt an. Die Banktochter BW-Bank habe dabei nicht gegen interne Regeln verstoßen, so der Aufsichtsrat.

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Bundespräsident Christian Wulff hat nach Ansicht der LBBW keine Sonderbehandlung bekommen. (Bild: dpa)
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Helmut Kohl: Der Bundeskanzler und CDU-Chef wurde oft kritisiert, er sitze Probleme lediglich aus. "Kohl lässt die Dinge treiben, wartet ab, verwechselt sein Aussitzen von Entscheidungen mit Regieren und politischer Führung", sagte 1983 ...
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Johannes Rau: Dem Bundespräsidenten wurde 1999 und 2000 vorgeworfen, in eine Flugaffäre verwickelt zu sein. Dabei ging es um Reisen auf Kosten der WestLB in seiner Zeit als SPD-Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen. Die Bank hatte ...
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Volker Bouffier: Der hessische CDU-Innenminister von 1999 bis 2010 musste einige Affären aussitzen. Er beriet in einer Scheidungssache als Anwalt 1999 erst einen Freund und dann dessen Frau. Ein Verfahren wegen Parteiverrats wurde wegen ...
... Geringfügigkeit gegen Zahlung einer Auflage von 8000 Mark eingestellt. Bouffier kaufte außerdem zum Steuersparen ein Haus in Sachsen von einer Firma, deren Geschäftsführer ...
... sich als Scientologe entpuppte. Es hat ihm aber nichts anhaben können: 2010 wurde er Ministerpräsident in Wiesbaden.
Adolf Sauerland: Nach der Loveparade-Katastrophe vom Juli 2010, bei der 21 Menschen starben, wurde Duisburgs CDU-Oberbürgermeister heftig angegriffen.
Trotz scharfer Kritik blieb Sauerland aber im Amt. Erst jetzt - nach eineinhalb Jahren - läuft ein Bürgerentscheid zu seiner Abwahl.
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Bundespräsident Christian Wulff hat in seiner Kreditaffäre ein Problem weniger. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hält das günstige Darlehen ihrer Tochter BW-Bank an Wulff für regelkonform. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats habe nach einer Sondersitzung in Stuttgart festgestellt, "dass die Kreditvergabe gemäß den internen und banküblichen Regelungen erfolgte", teilte die LBBW mit. "Ein Fehlverhalten in der Bank wurde nicht festgestellt."

Vor gut einer Woche hatte bereits die Staatsanwaltschaft Stuttgart erklärt, sie werde keine Ermittlungen gegen Wulff oder Verantwortliche der BW-Bank einleiten. Das Geldgeschäft habe einer juristischen Prüfung standgehalten. Wegen des Kredits hatte es etwa ein Dutzend Anzeigen gegen die BW-Bank gegeben. Dabei ging es um den Verdacht auf Untreue, Vorteilsnahme und Vorteilsgewährung.

Rechnungshof befasst sich mit Vorwürfen

Das heutige Staatsoberhaupt hatte Anfang 2010 - damals noch als niedersächsischer Ministerpräsident - 500.000 Euro Privatkredit von der Unternehmerfrau Edith Geerkens in ein sogenanntes kurzfristiges Geldmarktdarlehen bei der BW-Bank umgewandelt. Als Wulffs Geldgeschäfte zum Jahresende 2011 öffentlich wurden, unterschrieb er bei der BW-Bank einen weiteren Vertrag, der sein anfängliches Geldmarktdarlehen durch einen langfristigen Kredit ablöste. Kritiker sprachen von ungewöhnlichen Sonderkonditionen.

Unterdessen hat der Rechnungshof in Niedersachsen mit der Sichtung der von der Landesregierung zusammengetragenen Unterlagen zur Affäre um den früheren Ministerpräsidenten Wulff begonnen. Die Staatskanzlei habe die Untersuchung durch eine unabhängige Stelle angeregt, sagte ein Sprecher. Unter anderem gehe es um Unterlagen im Zusammenhang mit einer umstrittenen Lobby-Veranstaltung sowie die von deren Organisator Manfred Schmidt ebenfalls ausgerichtete Feier nach Wulffs Wahl zum Bundespräsidenten. Wann der Rechnungshof Ergebnisse vorlegen wird, ist unklar.

(dpa, N24)

26.01.2012 20:39 Uhr

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