Studie von Ernst & Young

Deutschland ist Globalisierungs-Vorreiter

Deutschland ist laut einer aktuellen Studie das am meisten globalisierte Land unter den Industrienationen. Die deutsche Wirtschaft ist in vielen Bereichen international besonders stark verflochten.

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Die deutsche Wirtschaft ist international stärker verflochten als die aller anderen Industrienationen. (Bild: dpa)

Deutschland ist nach einer aktuellen Studie zum wirtschaftlich am stärksten globalisierten Land unter den klassischen Industriemächten der sogenannten G7-Gruppe aufgestiegen. Die Wirtschaftsberatungsfirma Ernst & Young teilte mit, nach dem eigenen jährlichen Globalisierungsindex sei Deutschland 2012 im weltweiten Ranking auf den 14. Platz aufgestiegen und habe sich damit an die G7-Spitze gesetzt, weil Großbritannien im Vergleich zum Vorjahr vom 13. auf den 17. Platz abgerutscht sei. Der Index bewertet die 60 größten Volkswirtschaften.

Die am stärksten globalisierten Länder der Welt sind demnach Hongkong, Irland und Singapur. Die USA belegen dieses Jahr den 27. Rang, China den 39. Der Index soll das Ausmaß abbilden, in dem Unternehmen einer Volkswirtschaft in die grenzüberschreitende Waren-, Finanz-, Informations- und Arbeitskräfteströme eingebunden sind. Laut Ernst & Young werden dabei unter anderem "Offenheit für freien Waren- und Dienstleistungsverkehr" und "Technologieaustausch" gemessen.

Um mehrere Plätze verbessert

Der Index sagt nichts darüber aus, wie viel Staaten im grenzüberschreitenden Wirtschaftsverkehr verdienen. Er legt dar, in welchem Ausmaß Volkswirtschaften unabhängig von ihrer Größe "globalisiert" sind. Kleine Länder, deren Wirtschaft stark auf den internationalen Waren- und Dienstleistungsverkehr ausgerichtet ist, erreichen wesentlich bessere Platzierungen als riesige Volkswirtschaften der USA, Chinas, Deutschlands oder Japans, die die global führenden Im- und Exporteure sind.

Laut Ernst & Young liegt das an deren großen Inlandsmärkten, die das relative Gewicht der Außenbeziehungen innerhalb der Wirtschaft senken. Deutschland hat sich in Sachen relativer wirtschaftlicher Globalisierung den Angaben zufolge seit 1995 vom 17. auf den nun 14. verbessert. Dem Index zufolge ist das unter anderem auf Verbesserungen beim Ideen- und Technologietransfer und der Offenheit für den grenzüberschreitenden Austausch zurückzuführen.

Krise befeuert Globalisierungstendenz

Ernst & Young erwartet trotz derzeit schwächelnder Märkte in vielen großen Industrieländern keine Abschwächung der Globalisierung. Firmen verlagerten ihr Engagement gerade deshalb verstärkt in boomende Schwellenländer, was zu einem Voranschreiten des Trends zur grenzüberschreitenden Integration führen werde.

Die G7 sind der lose Zusammenschluss der ökonomisch jahrzehntelang führenden westlichen Industriestaaten USA, Deutschland, Japan, Großbritannien, Kanada, Frankreich und Italien. Nach dem Beitritt Russlands vor einigen Jahren tritt sie in der Regel als G8 auf. Die aufstrebenden Schwellenländer wie China und Brasilien, die die alten Führungsmächte wirtschaftlich teils schon eingeholt haben oder dies in naher Zukunft tun könnten, gehören nicht zu dieser Gruppe.

(AFP, N24)

27.01.2012 17:02 Uhr

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