Einigung mit Lieferant

Schlecker bekommt wieder Windeln und Waschmittel

Auch mit seinem großen Lieferanten Procter & Gamble hat sich Schlecker auf eine weitere Belieferung geeinigt. Die Drogeriemarktkette hat einen Insolvenzantrag gestellt und will sich so sanieren.

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Schlecker bekommt wieder Waren des Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble - darunter Wasch- und Spülmittel, Hygieneprodukte und Windeln. (Bild: dpa)

Die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker hat eine Einigung mit einem weiteren Lieferanten erzielt. Nach dem Einkaufsverbund Markant nehme nun auch Procter & Gamble die Belieferung von Schlecker wieder auf, teilte die Drogeriemarktkette in Ehingen mit. Schlecker geht demnach davon aus, dass auch die weiteren Geschäfts- und Industriepartner in Kürze die reguläre Zusammenarbeit wieder aufnehmen werden.

Durch die Einigung mit Markant waren nach Unternehmensangaben Lieferungen, Warenbestellungen und Abrechnungen für die Schlecker-Märkte durch den Einkaufsverbund wieder sichergestellt worden. Schlecker hatte am Montag beim Amtsgericht Ulm offiziell Insolvenzantrag gestellt. Die Drogeriemarktkette strebt den Erhalt des Unternehmens, eines großen Teils der Filialen und damit auch der Arbeitsplätze an und beantragte daher die sogenannte Planinsolvenz. Damit können Gesellschafter und Management weiter über das Unternehmen bestimmen.

Beschäftigte bekommen Insolvenzgeld

Unterdessen steht das Insolvenzgeld für die mehreren zehntausend Beschäftigten bereit. Mit rund 150 Millionen Euro sollen Lohn- und Gehaltsansprüche von rund 33.000 Mitarbeitern bis Ende März abgedeckt werden. Das teilte die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit in Stuttgart mit. Die Zahlungen entsprechen dem Nettoentgelt der Beschäftigten. Betroffene müssen Angaben der Behörde zufolge keine Einzelanträge stellen, um ihr Geld zu bekommen.

Die Arbeitsagentur will außerdem direkt in der Schlecker-Zentrale in Ehingen ein Büro aufmachen, um möglicherweise Arbeitsplätze zu vermittlen, sollte es zu Kündigungen kommen. Die Arbeitsagentur erklärte, derzeit seien bundesweit rund 25.000 offene Stellen allein für Verkaufsberufe gemeldet. Der Handel und die Dienstleistungsbranche seien "aufnahmefähige Branchen am Arbeitsmarkt". Ähnlich hatte sich der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, Anfang der Woche geäußert: Im Einzelhandel gebe es einen hohen Bedarf an Fachkräften.

Pressekonferenz am Montag

Am Montag will der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz zusammen mit Vertretern der Familie Schlecker und des Managements Details zum weiteren Vorgehen erläutern. Es ist die erste Pressekonferenz der Kette seit den 1990er Jahren. Insolvenzgeld wird für die drei Monate vor einem sogenannten Insolvenzereignis gezahlt. Ein solches Ereignis ist etwa die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Da dies bei Schlecker noch nicht passierte, ist das Insolvenzgeld bis Ende März gesichert. Finanziert wird das Insolvenzgeld über eine Umlage aller Arbeitgeber.

(dpa, AFP, N24)

27.01.2012 17:22 Uhr

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