Ausbleibende Einsparungen
Athen soll angeblich Finanzkontrolle abgeben
Wegen der zögerlichen Umsetzung von Sparmaßnahmen soll Griechenland die Kontrolle über seine Finanzen abgeben. Laut Finanzkreisen soll dies unter anderem die Bundesregierung fordern.
In den Verhandlungen über ein zweites Hilfspaket drängt Deutschland Griechenland europäischen Finanzkreisen zufolge, Kontrolle über seine Finanzen an europäische Institutionen zu übertragen. In der Euro-Gruppe würden Vorschläge für den Umgang mit Hilfsprogrammen diskutiert, die kontinuierlich aus dem Ruder liefen, sagte ein mit dem Vorgang Vertrauter. Überlegt werde, wie man damit konstruktiver umgehen könne, als die Probleme zu ignorieren oder zu sagen "dann geht es eben nicht mehr". Einer der Vorschläge stamme dabei von Deutschland.
"Im Fall von Griechenland besteht zum Beispiel das Problem, das die Haushaltsführung sehr dezentralisiert erfolgt", sagte die Person. Eine klare, rechtlich verbindliche Vorgabe könnte zu einer größeren Kohärenz führen, Entscheidungsprozesse erleichtern sowie beschleunigen und so dazu beitragen, die Programme zu dynamisieren. Nach derzeitigem Stand ist ein zweites Hilfspaket von 130 Milliarden Euro geplant. Die griechische Regierung hat die Sparvorgaben seiner Geldgeber aber wiederholt nicht eingehalten.
Athen mit Banken vor Einigung
Griechenlands Regierung und Bankenvertreter haben unterdessen Fortschritte in ihren Gesprächen für einen Schuldenschnitt erzielt. "Wir haben heute große Fortschritte in technischen, juristischen und anderen Themen erzielt", sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Die Gespräche des griechischen Ministerpräsidenten Lucas Papademos und seines Finanzministers Evangelos Venizelos mit dem Geschäftsführer des Internationalen Bankenverbandes Charles Dallara und anderen Bankexperten sollen am Samstag fortgesetzt werden, hieß es. Dies bestätigte auch ein Sprecher des Internationalen Bankenverbandes, berichtete das Staatsfernsehen (NET).
Dallara soll als Vertreter der Banken einen etwas günstigeren Zins für die neuen Anleihen vorgeschlagen haben, die die alten griechischen Staatsanleihen ersetzen sollen. Nach Informationen aus griechischen Bankquellen sei nun ein Zinssatz von 3,8 Prozent im Gespräch. Noch vor wenigen Tagen habe Dallara 4,0 Prozent im Durchschnitt vorgeschlagen. Die Zinsen sollten aber steigen, wenn die griechische Wirtschaft wieder wachse. Der Zinssatz für die neuen Papiere ist ein zentraler Streitpunkt.
(RTR, dpa, N24)
27.01.2012 22:05 Uhr






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