Manager: Wulffs Staatskanzlei half bei Sponsorensuche

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Wulff /l.) und Glaeseker
Bundespräsidialamt

Der Partymanager Manfred Schmidt hat eingeräumt, dass ihm die niedersächsische Staatskanzlei unter dem damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff bei der Suche nach Geldgebern für eine Veranstaltungsreihe half. Ohne die Kontakte und Empfehlungen Wulffs und seines damaligen Sprechers Olaf Glaeseker wäre die Organisation des "Nord-Süd-Dialogs" kaum möglich gewesen, sagte Schmidt dem "Spiegel". "Es müssen ja mal Kontakte hergestellt werden, wenn so etwas von der Wirtschaft finanziert werden soll", sagte Schmidt.

Im Zusammenhang mit der Veranstaltung ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover gegen Glaeseker wegen des Verdachts der Bestechlichkeit. Zuletzt hatte sie dabei auch dessen Büroräume im Bundespräsidialamt durchsuchen lassen. Zuvor hatte sie bereits die Privaträume Glaesekers und Schmidts durchsuchen lassen. Bei den Ermittlungen geht es um die Frage, ob Wulffs einstige Regierungszentrale in Hannover die Veranstaltung und Finanzierung der umstrittenen Veranstaltungsreihe "Nord-Süd-Dialog" förderte und Glaeseker dafür Gegenleistungen erhalten hatte.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover, Hans-Jürgen Lendeckel, sagte der "Bild am Sonntag", an der Durchsuchung seien ein Staatsanwalt und mehrere Beamte des Landeskriminalamtes beteiligt gewesen. "Wir haben Unterlagen und Computerdateien beschlagnahmt, die jetzt ausgewertet werden müssen", fügte der Sprecher hinzu. Die Sprecherin des Bundespräsidialamtes, Petra Diroll, bestätigte den Einsatz.

Diroll sagte der Zeitung, die Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Hannover hätten Glaeskers früheres Dienstzimmer "aufgrund eines Beschlusses des Amtsgerichts Hannover" durchsucht. Glaeseker war bereits Wulffs Sprecher, als dieser noch Ministerpräsident von Niedersachsen war, und übte diese Funktion später auch im Bundespräsidialamt aus. Wulff hatte sich im Dezember nach Beginn der Kredit- und Medienaffäre überraschend von ihm getrennt. Eine offizielle Begründung gab es damals nicht.

Nach Informationen der "Bild am Sonntag" hat Glaeseker inzwischen sogar Hausverbot im Präsidialamt. Als er vor wenigen Tagen seine alte Dienststelle habe aufsuchen wollen, sei ihm an der Pforte mit dieser Begründung der Zutritt verweigert worden, hieß es in dem Bericht. Diroll sagte dazu, das Präsidialamt habe Glaeseker darüber informiert, "dass es im Hinblick auf ein mögliches Ermittlungsinteresse der Staatsanwaltschaft Hannover" nicht möglich sei, wie ursprünglich geplant am vergangenen Wochenende sein Büro auszuräumen.

Im "Spiegel" wies Schmidt den Vorwurf der Staatsanwaltschaft zurück, den inzwischen von Bundespräsident Wulff entlassenen Sprecher mit kostenlosen Urlaubsreisen bestochen zu haben. Er sei seit 30 Jahren mit dem Journalisten befreundet, sagte Schmidt. In dieser Zeit habe er Glaeseker zu Urlauben eingeladen, umgekehrt habe aber auch er Glaeseker besucht.

(AFP)

29.01.2012 14:58 Uhr

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