Damaskus angeblich zu Gesprächen mit Opposition bereit

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Proteste in Daraa

Die syrische Führung ist nach Angaben Russlands zu informellen Gesprächen mit Oppositionsvertretern bereit. Das Angebot der russischen Regierung, solche Gespräche zur Beilegung der syrischen Krise in Moskau abzuhalten, sei von Damaskus positiv beantwortet worden, erklärte das Außenministerium in Moskau. Es werde nun erwartet, dass auch die Opposition "in den kommenden Tagen" zustimme.

Unterdessen wurden bei neuen Gewalttaten in Syrien nach Informationen der Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mindestens sechs Sicherheitskräfte und drei Zivilisten getötet. Zunächst griffen demnach desertierte Soldaten in Hirak in der südlichen Provinz Daraa einen Kleintransporter an, in dem Sicherheitskräfte der Regierung saßen. Sämtliche Insassen seien getötet worden, hieß es. Daraufhin seien zwei Panzer in die Stadt Hirak gerollt und hätten dort das Feuer auf Zivilisten eröffnet. Dabei seien drei Menschen getötet worden.

In der zentralsyrischen Provinz Homs wurde laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Sana ein Sabotageakt auf die Gas-Pipeline zwischen Homs und Banias verübt. Dabei seien 460.000 Kubikmeter Gas entwichen. Seit dem Beginn der Protestwelle gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im März 2011 wurden bereits wiederholt auch Netzwerke für Energieversorgung angegriffen.

Der Gründer einer Einheit aus Deserteuren der syrischen Armee, die gegen al-Assad kämpfen, wurde nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation vom syrischen Geheimdienst ermordet. Hussein Harmusch sei vergangene Woche von Agenten der Luftaufklärung erschossen worden, teilte die syrische Menschenrechtsliga mit. Die von Harmusch gegründete "Brigade der freien Offiziere" bestätigte die Angaben zunächst nicht.

Die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) stellte sich unterdessen hinter den Plan der Arabischen Liga für eine Lösung des innenpolitischen Konflikts in Syrien. OIC-Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu forderte den UN-Sicherheitsrat am Montag auf, den Schutz der Zivilisten in Syrien zu gewährleisten. Täglich gebe es "Dutzende Opfer unter den Zivilisten", dazu könne die Weltgemeinschaft "nicht länger schweigen", erklärte Ihsanoglu in einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur AFP.

Der Plan der Arabischen Liga sieht einen "friedlichen" Abtritt Assads und Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition vor. Er liegt dem UN-Sicherheitsrat zur Beschlussfassung vor.

(AFP)

30.01.2012 14:14 Uhr

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