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Wer hat Schuld?

Deutschland bekommt weniger Gas

Russland hat seine Gaslieferung an Europa weiter reduziert. Nun erhält auch Deutschland mitten in der Kältewelle dreißig Prozent weniger Gas. Exporteur Gazprom sieht die Schuld aber bei der Ukraine.

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Am Vortag hatten bereits mehrere andere europäische Länder geringere Gaslieferungen aus Russland bemängelt. (dpa)
Video: Wohnunglose - Kältebusse retten Leben
Video: Kältewelle und Schnee - Tiefwerte auf Rekordniveau

Wegen der Kältewelle in seinem russischem Heimatmarkt hat der Monopolist Gazprom den Gas-Hahn weiter zugedreht. Nach Deutschland strömte zuletzt offenbar fast ein Drittel weniger Gas. Deutschlands größter Importeur E.ON-Ruhrgas bestätigte wie RWE eine Kürzung in dieser Größenordnung. Auch die BASF-Tochter Wingas sprach von Einschränkungen. Zuletzt waren Kürzungen von lediglich zehn Prozent registriert worden. Bundesregierung wie Unternehmen betonten aber, aufgrund gut gefüllter Gasspeicher sei die Versorgung über längere Zeit gesichert. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums sagte, es gebe zudem Signale, dass die Lieferungen demnächst wieder höher ausfallen könnten.

Die EU-Kommission nannte acht weitere Länder, an die Russland weniger Gas liefert. Österreich und die Slowakei haben danach ähnlich hohe Einschränkungen wie Deutschland hinzunehmen.

Das Kälte-Hoch über Russland hat ganz Osteuropa bis hin nach Westeuropa im Griff. In Deutschland wurden Temperaturen bis unter minus 30 Grad gemessen. Ein Wetterwechsel ist noch nicht abzusehen.

Gazprom sieht Schuld bei der Ukraine

Die Kappungen erinnern an die Einschränkungen im Jahr 2009, als über zwei Wochen wegen eines Streits zwischen Russland und dem Transitland Ukraine erheblich weniger Gas nach Mitteleuropa strömte. Allerdings konnten Speicher damals das Defizit ausgleichen. Aus Deutschland wurden sogar Teile Osteuropas mitversorgt.

Gazprom hatte am Donnerstag erklärt, es werde so viel Gas nach Westen geschickt, wie zu entbehren sei. Allerdings müsse die Ukraine offenbar mehr aus den Leitungen entnehmen als ihr vertraglich zustünden. Die Ukraine hat das bestritten.

Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte, die Kürzungen bedeuteten nicht, dass Gazprom vertragsbrüchig sei. In den Abkommen sei eine gewisse Flexibilität für den Fall eingebaut, dass Russland bei großer Kälte selbst mehr von dem Brennstoff brauche.

(RTR, N24)

03.02.2012 18:04 Uhr

Hilfe für Obdachlose

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