Israel plant wohl Angriff
Iran startet Manöver und warnt den Westen
Das Säbelrasseln wird lauter - laut US-Berichten fasst Israel einen Angriff noch im Frühjahr ins Auge. Israel will damit das Atomprogramm des Iran unterbinden. Doch der schlägt prompt zurück.
Im Streit um das iranische Atomprogramm wird der Ton immer schärfer. Der geistliche Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, warnte am Freitag die USA und Israel eindringlich vor einem Krieg.
Damit reagierte er auf Berichte aus den USA, wonach Israel schon in diesem Frühjahr iranische Atomanlagen bombardieren könnte. Der Konflikt gehört an diesem Wochenende auch zu den wichtigsten Themen der Münchner Sicherheitskonferenz.
Der "Washington Post" zufolge geht US-Verteidigungsminister Leon Panetta von einer "starken Wahrscheinlichkeit" aus, dass Israel den Iran im April, Mai oder Juni angreift. Damit wolle Israel verhindern, dass der Iran Atomwaffen fertigstelle und für israelische Angriffe unerreichbare unterirdische Uranlager anlege. Auch der Fernsehsender CNN berichtete über entsprechende Pläne.
Chamenei drohte daraufhin beim traditionellen Freitagsgebet in Teheran den USA und Israel: "Schon das Nachdenken über solche Angriffe wäre für sie von Nachteil. Das Einleiten dieser Angriffe wäre zehnmal so nachteilig für sie."
Iran startet neue Manöver
Der Iran hat unterdessen hat am Samstag mit Bodenstreitkräften ein neues Manöver im Süden des Landes begonnen. Dies sagte Mohammad Palpur, der Kommandant der einflussreichen Revolutionsgarden, der Nachrichtenagentur Fars. Die Übungen sollten die Kampfbereitschaft der Truppen aufrechterhalten. Wie lange die Manöver dauern sollen, war zunächst nicht bekannt.
Auch ein Manöver an der Straße von Hormus wurde am Samstag gestartet. Die Übung werde einen Monat dauern, berichteten iranische Medien am Samstag, nannten aber keine Einzelheiten. Die Revolutionsgarde steht unter der direkten Kontrolle des geistlichen Führers Ayatollah Ali Chamenei und ist unter anderem für das Raketenprogramm des Landes verantwortlich. Das Manöver war schon seit Wochen geplant.
Die EU hatte Ende Januar ein Ölembargo gegen den Iran beschlossen. Damit soll die Regierung in Teheran dazu gebracht werden, eine internationale Kontrolle seines Atomprogramms zuzulassen.
Iran droht Westen
Der Iran hat wiederum die Europäische Union aufgefordert, ihre Entscheidung für ein Ölembargo gegen die Islamische Republik noch einmal zu überdenken. Die EU habe sich dem Druck der USA gebeugt, sagte Ölminister Rostam Kasemi am Samstag vor Journalisten in Teheran. Ohne das iranische Erdöl werde es an den internationalen Ölmärkten zu Turbulenzen kommen.
Rund 25 Prozent der iranischen Ölexporte gehen in Länder der EU. Das von den Europäern beschlossene Embargo soll am 1. Juli in Kraft treten, um den Iran im Streit über dessen Atomprogramm zum Einlenken zu bewegen.
Der Minister bezeichnete es der halbamtlichen Nachrichtenagentur Fars zufolge als sicher, dass der Iran selbst einigen EU-Ländern den Ölhahn zudrehen werde. Um welche Länder es sich handelt, sagte Kasemi nicht.
Deutschland trifft Vorbereitungen
Die Bundesregierung bereitet sich deshalb in internationalen Gesprächen auf mögliche Folgen des Öl-Embargos vor. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte der "Saarbrücker Zeitung" (Samstagausgabe) man sei wegen des Ersatzes des iranischen Öls im Gespräch mit anderen Öl-Lieferländern. "Noch wichtiger ist, dass auch die anderen Öl-Importländer die Sanktionen nicht unterlaufen und ihre Importe aus dem Iran nicht erhöhen", sagte der Minister. "Hier gibt es durchaus ermutigende Signale."
Westerwelle sagte, je mehr Länder sich weltweit an den Sanktionen beteiligten, umso Erfolg versprechender seien sie. "Der Iran hat es in der Hand, jederzeit die Sanktionen zu beenden, indem er seinen internationalen Verpflichtungen gerecht wird und nachprüfbar auf jede Option einer nuklearen Bewaffnung verzichtet", sagte Westerwelle.
(dpa, AFP, Reuters, N24)
04.02.2012 11:38 Uhr








