Die Kältewelle ist vor allem für Arbeiter an der frischen Luft eine Qual. Aber auch für den Zugverkehr in der frost-erprobten Schweiz. Helgoland freut sich unterdessen über nächtliche "Hitze".
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Angesichts der extremen Kälte in Deutschland fordert die erste Gewerkschaft Frostzuschläge für Millionen Beschäftigte, die im Freien arbeiten müssen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung (Samstag).
Der Vorsitzende der für Straßen- und Verkehrsbeschäftigte zuständigen Fachgewerkschaft VDStra, Siegfried Damm, sagte dem Blatt: "Wir wollen tariflich durchsetzen, dass es ab 10 Grad Minus angemessene Kältezuschläge von bis zu 100 Euro pro Monat gibt." Denkbar wären beispielsweise "temperaturabhängige Tagespauschalen".
Am Bau gibt es zwischen Mitte Dezember und Ende Februar bereits "Mehraufwands-Wintergeld" in Höhe von einem Euro netto pro Stunde, wie die "Bild" unter Berufung auf die IG Bau berichtet. Ingo Schäfer, Chef der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft, sagte dem Onlineformat bild.de: "Wir wären schon froh über warme Winterkleidung."
Die Nacht zum Samstag war die bisher kälteste Nacht des Winters. Die niedrigsten Temperaturen gab es im Süden, an der Küste war es etwas wärmer. Minus 27,3 Grad registrierte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Oberstdorf im Oberallgäu, in Garmisch waren es minus 21,9 Grad.
Die Insel Helgoland war mit minus sechs Grad der wärmste Ort in Deutschland. Im Osten ließ die Kälte etwas nach - in der Nacht zum Samstag zeigte das Thermometer in Görlitz minus 13 Grad, in der Nacht zuvor war es dort noch minus 18 Grad kalt gewesen.
Probleme in der Schweiz
Die kälteste Februarnacht seit 30 Jahren in der Schweiz hat selbst die sonst zuverlässige Schweizer Bahn am Samstag in Schwierigkeiten gebracht. Wegen vereister Weichen kam es unter anderem auf der Strecke zwischen Lausanne und dem Genfer Flughafen zu Verspätungen, berichtete die Nachrichtenagentur sda.
An vielen Orten wurden die tiefsten Temperaturen seit drei Jahrzehnten gemessen. In Zürich zeigte das Thermometer in der Nacht minus 20,2 Grad. Der Kältepol lag westlich von Luzern, wo auf der Glattalp am Samstagmorgen minus 34 Grad gemessen wurden. Der nationale Kälterekord von minus 41.8 Grad aus den 80er Jahren wurde jedoch nicht gebrochen.
Berlin: Kältebus
Die Berliner Stadtmission bietet zwischen 21 Uhr abends und 3 Uhr morgens einen Kältebus für Obdachlose auf der Suche nach einer Unterkunft an. Die Telefonnummer: 0178 523 58 38
Frankfurt: Kältebus
Der Kältebus des Frankfurter Vereins für soziale Heimstätten kann unter der 069 43 14 14 gerufen werden. Er bietet Transport in eine Notunterkunft, Decken und warme Getränke für Obdachlose.