Angst vor Überflutungen

Regierung ruft Australier zur Flucht auf

Im letzten Jahr starben bei heftigen Fluten mehr als 30 Menschen, tausende Häuser wurden weggespült. Das will die australische Regierung jetzt verhindern und greift zu drastischen Maßnahmen.

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Ein Chaos wie im letzten Jahr soll 2012 vermieden werden, Vorbereitungen werden dieses Mal rechtzeitig getroffen [Bild: dpa].
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Land unter im Osten Australiens: Weite Teile des Bundesstaates Queensland sind von schweren Überschwemmungen betroffen. Von den Fluten sind ...
... 200.000 Menschen betroffen, das überschwemmte Gebiet ist so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen. Dass den Unwettern der vergangenen Tage bislang lediglich rund ein Dutzend Menschen zum Opfer fielen, liegt ...
... an der relativ dünnen Besiedelung der Gegend. Doch auch wenn neue Sturmwarnungen wieder aufgehoben wurden, wird erst in den kommenden Tagen mit dem Wasserhöchststand gerechnet. Für die in Queensland lebenden Menschen ...
... ist das Hochwasser eine Riesenkatastrophe: Verzweifelt versuchen die Betroffenen, ihre Habseligkeiten in Sicherheit zu bringen. Zur Fortbewegung ...
... dienen Schlauchboote, das in den weiten Gebieten sonst so wichtige Auto kann hier nichts ausrichten. Von und nach Rockhampton, einer 75.000-Einwohner-Stadt an der Küste Australiens, ...
... kommen keine Flugzeuge mehr, die Landebahn ist bereits überflutet. Damit spitzt sich die Versorgungssituation der Flutopfer zu. Militärflugzeuge fliegen das benachbarte Mackay an, Lkw bringen Nahrungsmittel in das Überschwemmungsgebiet. Doch ...
... damit ist die Gefahr nicht gebannt. Das Hochwasser treibt ...
... Schlangen, Krokodile und andere gefährliche Reptilien in die Siedlungen, einige der hier vorkommenden Schlangen sind höchst lebensgefährlich. Und ein - wenn auch nicht gar so gravierender - Wermutstropfen kommt hinzu: ...
... An Einnahmen aus dem für die Region sonst so wichtigen Tourismus ist vorerst nicht zu denken.
Video: Unwetter in Australien - Östliche Regionen stehen unter Wasser

Angesichts steigenden Hochwassers im australischen Bundesstaat Queensland hat die dortige Regierung tausende Menschen zur Flucht in höher gelegene Gebiete aufgefordert. Die Bewohner von St. George im Südwesten von Queensland sollten die Kleinstadt verlassen. In dem Viehzüchter-Distrikt leben etwa 3800 Menschen. Starker Regen hat die Flüsse in Queensland auf Rekordstände anschwellen lassen. Ein Teil der Wassermassen bewegte sich am Sonntag nach Süden und bedrohte den Bundesstaat New South Wales.

"Dies ist eine sehr ernste Lage und ich möchte alle Menschen dringend bitten, zu kooperieren", sagte die Ministerpräsidentin von Queensland, Anna Bligh. Sie besichtigte am Sonntag die Dämme in St. George, die an einigen Stellen schon Lecks aufwiesen. Nur eine Straße verband die Stadt noch mit höher gelegenen Gebieten.

Die Regierung hatte zunächst zu einer freiwilligen Räumung aufgefordert, im Laufe des Tages spitzte sich die Lage allerdings zu. Ein Hubschrauber und Transportflugzeuge des Militärs sollten Patienten aus dem Krankenhaus von St. George in Sicherheit bringen.

Menschen abgeschnitten

Provisorischen Sperren hielten die Fluten zurück, die nach Medienangaben auf fünf Kilometer Breite und sieben Meter Höhe angeschwollen sind. Es sei zu spät, die Dämme noch weiter zu erhöhen, sagte die Ministerpräsidentin. Schon im Jahr 2010 hatte Hochwasser den Viehzüchter-Ort verwüstet, als der Balonne-Fluss auf einen Stand von 13,5 Meter stieg. Für den kommenden Dienstag wird ein Pegelstand von bis zu 15 Metern erwartet.

Am Sonntag bargen Rettungskräfte die Leiche einer Frau. Sie war am Vortag vor den Augen der Retter von einem Hochwasser führenden Fluss nahe der Stadt Roma weggerissen worden. Ihren Sohn konnte die Frau in letzter Sekunde den Helfern übergeben. Sie hatte versucht, mit ihrem Pickup den Fluss zu überqueren.

In Teilen des Bundesstaats New South Wales begannen am Sonntag erste Aufräumarbeiten. In der vom Hochwasser besonders betroffenen Stadt Moree wurden Evakuierungswarnungen wieder aufgehoben. Die Pegelstände waren seit Samstag leicht gesunken. Etwa 3000 Menschen blieben aber in New South Wales weiter von der Umwelt abgeschnitten, teilte der örtliche Rettungsdienst SES mit.

Vorräte werden aufgestockt

Keine Entwarnung gab es für Regionen im Landesinneren von New South Wales: Hochwasser führende Flüsse bringen in den kommenden Tagen und Wochen neue Wassermassen von Queensland nach New South Wales. "Wir fordern die Menschen auf, ihre Vorräte zuhause aufzustocken und wichtige Dinge wie zum Beispiel Fotos zurechtzulegen, für den Fall, dass evakuiert werden muss", sagte SES-Sprecherin Erin Pogmore der Nachrichtenagentur AAP.

Im vergangenen Jahr waren in Queensland bei den schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten mindestens 30 Menschen gestorben. Tausende Häuser standen unter Wasser, landwirtschaftliche Flächen fielen den Fluten zum Opfer.

(dpa, N24)

05.02.2012 12:15 Uhr

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