Fußball: 1. Bundesliga
Pizarro trifft doppelt - Köln kann's auch ohne Poldi
33 Jahre jung ist Pizarro, Altersschwäche? Von wegen! Allerdings muss Bremen hoffen, dass er immer so weitermacht. Auch, wenn seine Tore nicht immer zum Sieg reichen, verteidigen sollte er nicht.
Kaiserslautern - Köln 0:1 (0:0)
Der Albaner Odise Roshi hat dem 1. FC Köln einen ganz wichtigen Sieg im Abstiegskampf beschert. Mit seinem ersten Bundesliga-Tor in der 72. Minute sorgte der Mittelfeldspieler für den 1:0 (0:0)-Sieg der Rheinländer am Sonntag beim Mitkonkurrenten 1. FC Kaiserslautern.
Die Pfälzer sind nach ihrem desolaten Auftritt dagegen schon seit zehn Partien sieglos und kommen vom Relegationsplatz 16 der Fußball-Bundesliga einfach nicht weg. Vor 38 043 frierenden Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion blieb die Gastgeber-Elf von Trainer Marco Kurz den Beweis ihrer spielerischen Klasse erneut schuldig. Köln sprang von Platz 13 auf Rang 9.
Der 99 Sekunden zuvor eingewechslte Roshi sorgte mit seinem Kopfball aus drei Metern für den ersten Sieg der Kölner gegen den FCK seit dem 16. Dezember 1989. Und die drei Punkte waren verdient, denn im Duell der Abstiegskandidaten hatte Lauterns bisheriger "Lieblingsgegner" deutlich mehr vom Spiel - und auch die ersten Chancen. Der freistehende Slawomir Peszko konnte den Ball kurz vor der Linie aber nicht unter Kontrolle bringen (13.), ein Kopfball von Kevin McKenna landete am Pfosten (23.). Dem 32 Jahre alten Kanadier fehlte in seinem 100. Bundesligaspiel das Glück.
"Kein Platzverweis!"
Allerdings trug das oft ungenaue Passspiel auf beiden Seiten nicht gerade zu flüssigen Kombinationen und Strafraumszenen bei. Vor allem die Pfälzer leisteten sich viele Fehlpässe und waren im 16er einfach zu harmlos. Das Ballgeschiebe im Mittelfeld brachte keinen Raumgewinn und schon gar keine Torgefahr. So mussten die FCK-Fans bis zur 37. Minute warten, bis es fast "geklingelt" hätte: Einen wuchtigen Kopfball des Israelis Itay Shechter konnte Kölns Keeper Michael Rensing mit einer Blitz-Reaktion gerade noch ablenken (37.).
Von den vier Neuzugängen des FCK gaben der Algerier Olkay Yahia und Ariel Borysiuk ihr Debüt. Doch der Pole stand nur 40 Minuten auf dem Platz, leistete sich viele Fehlpässe - und sah von WM-Schiedsrichter Wolfgang Stark nach einem taktischen Foul und einer rüden Attacke gegen Peszko die Gelb-Rote Karte.
"Kein Platzverweis! Das zweite Foul war ein stinknormales Foul", sagte Lauterns Ex-Nationalspieler Hans-Peter Briegel dem TV-Sender Sky. So spielte Köln gut 50 Minuten in Überzahl, machte aber nichts daraus. Torjäger Milivoje Novakovic vergab eine weitere Gelegenheit aus guter Position (50.), bei seinem Kopfballtreffer stand der Slowene im Abseits (54.). Köln hätte durchaus höher gewinnen können; die beste Chance nach dem 1:0 vergab der eingewechselte Schwede Mikael Ishak (84.).
Der nach seiner Rot-Sperre zurückgekehrte Shechter stürmte neben dem früheren Bremer Sandro Wagner, doch bis auf die Kopfball-Aktion des Israelis war von beiden nichts zu sehen. Bei den Gästen ließ Trainer Stale Solbakken seinen Neuzugang Chong Tese, der für den verletzten Nationalstürmer Lukas Podolski vom VfL Bochum geholt wurde, diesmal noch auf der Bank.
Freiburg - Bremen 2:2 (1:1)
Der SC Freiburg beweist im Abstiegskampf große Moral. Beim 2:2 (1:1)-Unentschieden gegen Angstgegner Werder Bremen ließ sich der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga selbst von einem zweimaligen Rückstand nicht entmutigen. Vor 22 000 Zuschauern schien am Sonntag in Freiburg einmal mehr Claudio Pizarro den Unterschied zu machen.
Mit seinen Saisontoren 14 und 15 brachte der 33 Jahre alte Peruaner die insgesamt schwachen Bremer in der 25. und 47. Minute jeweils in Führung. Cedrick Makiadi (32.) und Jonathan Schmid (70.) mit seinem ersten Bundesligator belohnten die Freiburger mit ihren Ausgleichstreffern für leidenschaftlichen Kampf. Beide Mannschaften bringt das Unentschieden hinsichtlich der Saisonziele nicht voran.
Bremen kam auf Sieg programmiert nach Freiburg - der Sportclub hatte immerhin die letzten sieben Partien gegen die Hanseaten verloren und dabei 30 (!) Gegentore kassiert. Trotzdem agierte der Abstiegskandidat nicht ängstlich, auch wenn Trainer Christian Streich den vermeintlichen Cissé-Nachfolger Ivan Santini überraschend nicht in der Startelf aufbot.
Kritik von Allofs
Mit Leidenschaft und Laufbereitschaft gelang es den Gastgebern, das größere fußballerische Vermögen der Bremer wettzumachen. Sie hatten auch die ersten Torchancen: Makiadi verfehlte nach einem Eckball das Tor mit einem Schuss aus zwölf Metern (22.). Und Abwehrspieler Michael Lumb hatte kurz darauf Pech mit einem Distanzschuss ans Lattenkreuz (25.).
Die Klasse der Bremer blitzte viel zu selten auf - etwa beim feinen Zusammenspiel von Pizarro und Werders Neuzugang Zlatko Juzunovic beim Führungstor. SC-Torwart Oliver Baumann sah den Schuss des Peruaners zwar spät, unhaltbar war er aber nicht. Die Moral der Freiburger stärkte das prompte 1:1, das Makiadi nach einem Eckball von Lumb mit dem Kopf erzielte. "Das muss man anders verteidigen", rügte Werder-Manager Klaus Allofs die eigene Abwehr zur Pause.
Mit etwas mehr Engagement und Zielstrebigkeit kamen die Bremer zur zweiten Spielhälfte aus der Kabine. Und sie konnten sich einmal mehr auf den Mann verlassen, der ihr größer Trumpf bei der angestrebten Rückkehr ins internationale Geschäft ist: Claudio Pizarro. Einen schnellen Spielzug über Markus Rosenberg und Mehmet Ekici schloss der Torjäger mit einem gefühlvollen Außenristschuss ins lange Eck ab.
Wieder musste Freiburg einen Rückstand wegstecken - und wieder gelang es gegen insgesamt schwache Bremer. Der 21-jährige Schmid überwand Wiese aus halbrechter Position mit einem Schuss, der vom Innenpfosten über die Torlinie prallte.
(dpa, SID, dapd, N24)
05.02.2012 19:28 Uhr










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