N24.de Spezial: Schnee, Eis, Minusgrade - Der Winter macht ernst
 

Minus 28 Grad und weniger

Kältewelle fordert schon über 300 Tote

Schnee, Eis und Überflutungen halten Europa in Atem. Die Schifffahrt auf verkehrswichtigen Flüssen und Kanälen kommt zusehends zum Erliegen. Die Feuerwehr warnt vor dem Umgang mit Metallgegenständen.

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Das Eiswetter bringt vielerorts den Verkehr zum Erliegen. Ein außergewöhnliches Panorama bietet sich auch am Genfer See in der Schweiz. (AFP)
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Das Sibirienhoch "Cooper" hat endlich den Winter nach Deutschland gebracht - und was für einen. Peter Schmid konnte in sich in seinem Winterurlaub ...
... in Gerold bei Krün nicht über Schneemangel beschweren. Eis so weit das Auge reicht ...
... hielt Inke Kamann in Berlin fest - die "Krumme Lanke" ist vollständig zugefroren und mit Schnee bedeckt.
Zarten Puderschnee fotografierte dagegen Marcus Lüchtemeier am Bahnsteig in Bochum.
Zarte Eiskristalle verzieren das Katzengitter auf dem Balkon von Karl Siegert aus Frankenberg.
Schneemassen nehmen der Familie Schill im Allgäu die Sicht auf ihren Garten.
Die Kälte aus dem Osten setzte auch Breitenbrunn im Erzgebirge eine Schneehaube auf, wie Carsten Meier festhält.
Sven Grittner scheute keine kalten Füße für diese Aufnahme. Vor denen ...
... braucht Erwin Monague keine Sorge haben: Sein Holzvorrat soll ihm bis Ende 2013 reichen - solange es nicht so kalt bleibt.
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Video: Schöne Aussichten? - Das N24-Wetter mit Anneke Dürkopp
Video: Eis und Schnee - Die Kälte hat Europa fest im Griff

Der Eiswinter 2012 wird immer bedrohlicher: Etwa 300 Menschen starben bisher in der Kälte. Allein in Polen erfroren in der Nacht neun Menschen. Auch Südeuropa macht die ungewöhnliche Kälte zu schaffen: In Italien starben Schätzungen zufolge bislang zehn Menschen. In Rom und zahlreichen anderen Städten blieben Schulen und Behörden geschlossen. Auf Mallorca wurden die tiefsten Temperaturen seit 40 Jahren registriert.

Auch in Deutschland ist es weiter bitterkalt. In Ueckermünde in Mecklenburg-Vorpommern wurden in der Nacht minus 28,7 Grad gemessen. Ob es bundesweit die tiefste Temperatur war, konnten die Meteorologen zunächst nicht sagen. Laut Deutschen Wetterdienst (DWD) war es im Osten und im Süden Deutschlands besonders frostig.

Tschechien misst minus 39,4 Grad

Die Lage in Osteuropa wird zunehmend dramatischer. In Polen stieg die Zahl der Kältetoten seit dem 27. Januar auf 61, wie das Warschauer Innenministerium mitteilte. In Tschechien hält die Gemeinde Kvilda an der Grenze zu Bayern weiter den Kälterekord des Landes: Dort zeigte das Thermometer am Montag minus 39,4 Grad. In der Extremkälte starben am Wochenende mindestens fünf Menschen.

Dem harten Winter fallen vor allem Obdachlose zum Opfer. Allein in der Ukraine fanden bislang insgesamt 131 Menschen den Kältetod. In Rumänien waren es mindestens 34. Bis Ende Januar wurden in Russland 64 Kältetote gezählt. Aus Frankreich wurden am Wochenende vier Tote gemeldet.

Jungen frieren an Laterne fest

Zahlreiche Flüsse liegen unter Packeis. Die Schifffahrt in Bayern wurde weitgehend zum Erliegen gebracht. Allein wegen der Eis-Sperre auf dem Main-Donau-Kanal könnten inzwischen 32 Binnenschiffe nicht weiterfahren, berichtete das Wasser- und Schifffahrtsamt Nürnberg am Montag. Auch den Schiffen auf dem deutschen Oberlauf der Elbe droht die Zwangspause. "In maximal 48 Stunden wird der Fluss zwischen Saale und Dresden gesperrt, wenn das Wetter so bleibt", sagte Wolfgang Schwehla vom Wasser- und Schifffahrtsamt Dresden. Das Treibeis sei eine Gefahr.

Die Feuerwehr warnte eindringlich davor, Metallgegenstände zu berühren. Drei tschechische Jugendliche froren seit dem Kälteeinbruch vor einer Woche mit ihrer Zunge an Laternenpfosten fest. Sie wollten am Eis lecken. Zuletzt mussten die Beamten in der Gemeinde Chodov einen 14-Jährigen mit warmen Tüchern aus seiner Notlage befreien.

Mallorca zittert bei Minusgraden

Auf Mallorca wurden die tiefsten Temperaturen seit 40 Jahren registriert. Wie die Lokalpresse berichtete, waren an der Balearen-Universität in Palma de Mallorca am Vortag minus 5,7 Grad gemessen worden. Eine solche Kälte hatte es zuletzt im Jahr 1972 gegeben. Die spanische Ferieninsel hatte am Wochenende zudem die Insel die stärksten Schneefälle seit 1956 erlebt. In den Bergen lag eine Schneedecke von bis zu 30 Zentimeter. Zeitweise waren auch die Badestrände eingeschneit. Mehrere Flüge waren verspätet. Am Montag normalisierte sich die Lage auf dem Flughafen Son Sant Joan wieder.

Auch Italien friert nach dem ungewöhnlich starken Wintereinbruch weiter. Vielerorts blieben Schulen und Behörden geschlossen. Zehntausende Menschen waren in Mittelitalien noch immer ohne Strom. Nach einem Rekordverbrauch von 440 Millionen Kubikmeter Gas an einem Tag befürchtet der Energieriese Eni bei anhaltender sibirischer Kälte Engpässe vom Donnerstag an. "Von Russland und der Ukraine (dem Gas-Transitland) erhalten wir 25 bis 30 Prozent weniger Gas, und das gerade jetzt", sagte Eni-Chef Paolo Scaroni der Turiner Zeitung "La Stampa".

(dpa, N24)

06.02.2012 12:57 Uhr

Hilfe für Obdachlose

öffnenschließenBerlin: Kältebus Die Berliner Stadtmission bietet zwischen 21 Uhr abends und 3 Uhr morgens einen Kältebus für Obdachlose auf der Suche nach einer Unterkunft an. Die Telefonnummer: 0178 523 58 38

öffnenschließenFrankfurt: Kältebus Der Kältebus des Frankfurter Vereins für soziale Heimstätten kann unter der 069 43 14 14 gerufen werden. Er bietet Transport in eine Notunterkunft, Decken und warme Getränke für Obdachlose.

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