Bei einem Haftprüfungstermin hat Anders Behring Breivik seine Taten als "Notwehr" gerechtfertigt. Für den 77-fachen Mord habe er zudem eine Ehrenmedaille verdient, so der norwegische Massenmörder.
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Bei seinem Haftprüfungstermin hat der geständige norwegische Attentäter Anders Behring Breivik für das von ihm angerichtete Massaker eine militärische Ehrenmedaille und seine Freilassung gefordert. Vor dem Gericht in Oslo bekannte er sich erneut zu der Tötung von 77 Menschen bei zwei Anschlägen im Juli. Dabei bezeichnete er seine Taten als Schlag gegen "Verräter", die Einwanderung mit dem Ziel einer "islamischen Kolonisierung Norwegens" förderten.
Wie bei vorangegangenen Terminen erklärte der 32-jährige Rechtsextremist, er sei nicht im juristischen Sinne schuldig. Gutachter hatten ihn im November für unzurechnungsfähig erklärt, ein weiteres Gutachten wurde angeordnet. Bis zum geplanten Prozessbeginn am 16. April bleibe Breivik in Untersuchungshaft, verfügte der Richter.
Breivik: Anschläge waren "Notwehr"
Bei dem Haftprüfungstermin ist Breivik erstmals öffentlich von einem massiven Medienaufgebot fotografiert und gefilmt worden. Dabei hob der Islamhasser seine gefesselten Hände kurz in Richtung Zuhörer und Medien, was der Verteidiger Geir Lippestad später als "Versuch zu einem rechtsextremistischen Gruß" darstellte. Der erklärtermaßen an öffentlicher Aufmerksamkeit interessierte Attentäter hatte sein Einverständnis für Fotos und TV-Bilder gegeben.
Vor der Haftrichterin Wenche Fliflet Gjelsten, knapp hundert Angehörigen von Opfern und Überlebenden sowie 160 Medienvertretern begründete Breivik seinen Bombenanschlag in Oslo und das Massaker auf der Insel Utøya damit, dass er "in Notwehr" Norwegen vor einer "ethnischen Säuberung" habe bewahren müssen. Breivik sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur NTB: "Ich bin militanter Nationalist. Ich repräsentiere das norwegische Urvolk." Er verlangte seine sofortige Freilassung und nannte das rechtspsychiatrische Gutachten "lächerlich", mit dem ihn zwei Gutachter als nicht zurechnungsfähig eingestuft haben.
Riesiges Medienaufgebot
Norwegens größte TV-Sender übertrugen live, wie Breivik in dunklem Anzug und Schlips den Gerichtssaal betrat. Internetmedien ließen ihre Reporter direkt und nach Möglichkeit wörtlich aus dem Gerichtssaal wiedergeben, was Breivik dort äußerte. Überlebende der Anschläge und Angehörige der 77 Toten haben sich wiederholt kritisch über die massive Medienaufmerksamkeit für den Attentäter geäußert.