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Russland-Initiative

Assad verspricht Frieden und lässt bomben

Beim Besuch des russischen Außenministers in Syrien versprach Baschar al-Assad ein Ende der Gewalt. Zeitgleich wurden mehrere Städte von den Truppen des Staatschefs mit Granaten beschossen.

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Syriens Staatschef Baschar al-Assad (l) und der russische Außenminister Sergej Lawrow in Damaskus. (Bild: AFP)
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In Syrien gehen die Menschen weiter auf die Straße. Sie protestieren gegen Staatschef Baschar al-Assad, gegen das Regime und gegen die Gewalt, die ihnen ...
... und ihren Landsleuten angetan wird. Jetzt sind im Internet erschreckende Videos aufgetaucht. Sie zeigen ...
... etliche tote und verletzte Menschen - das traurige Ergebnis des angeblich schweren Beschusses der Stadt Homs durch ...
... die Regierungsarmee. Besonders betroffen war der Stadtteil Bab Amro, eine Oppositionshochburg. Nach Darstellung ...
... der Opposition sei dort die Stromversorgung unterbrochen, es gebe keinerlei Verbindung in das Viertel. An einem einzigen Tag ...
... seien durch den Beschuss mindestens 95 Menschen getötet worden. Die Regierung erklärt ...
... die Angriffe damit, dass sie in Homs Terroristen bekämpfe. Ein großes Problem: Die Berichte aus Syrien ...
... können nicht überprüft werden, da internationale Journalisten nicht ins Land gelassen werden. Ein Einwohner des Viertels Baba Amro sagte am Telefon, ...
... der Beschuss habe die ganze Nacht gedauert. Alle fünf Minuten seien Explosionen zu hören. Wegen der Scharfschützen wage es niemand, vor die Tür zu gehen.
Die Gesamtzahl der Todesopfer wird derzeit auf bis zu 6000 geschätzt, davon 400 Kinder. Die Ängste der Opposition ...
... scheinen sich zu bestätigen: Sie fürchtet, dass nach dem Veto Russlands und Chinas im UN-Sicherheitsrat das Blutvergießen ...
... immer weiter geht, fast schon legitimiert ist. Nicht unerwähnt darf bleiben, dass große Teile der syrischen Bevölkerung ...
... Assad weiterhin unterstützen. Besonders Teile der christlichen und alawitischen Minderheiten halten ihm ...
... die Treue. Wohl deshalb, weil Assads Regime erfolgreich Spannungen zwischen den verschiedenen Volksgruppen ...
... unterdrückt. Andere haben vermutlich einfach Angst - teilweise auch um ihre Besitzstände. Mittlerweile haben ...
... einige Länder ihre Botschafter aus Syrien abgezogen - als Konsequenz aus der anhaltenden Gewalt und zur Sicherheit der Angestellten.
Die "Freie Syrische Armee" ist die größte bewaffnete Oppositionsgruppe in Syrien und besteht aus übergelaufenen Streitkräften. Doch selbst ...
... kleine Kinder sind schon unter den Protestierenden - und auch unter den vielen Opfern.
Video: Gewalt in Syrien - Homs unter Beschuss
Video: Syrien-Resolution - Weltweite Kritik an Russland und China
Video: Bürgerkrieg in Syrien - Blutbad in Homs - 300 Tote

Syriens Staatschef Baschar al-Assad hat sich nach Aussage des russischen Außenministers Sergej Lawrow zur Beendigung der Gewalt in seinem Land verpflichtet. Assad sei entschlossen, sich für ein Ende der Gewalt einzusetzen, "von wo sie auch kommt", sagte Lawrow in Damaskus. Während die Armee die Rebellenhochburg Homs weiter unter Beschuss nahm, riefen mehrere arabische und europäische Staaten ihre Botschafter ab.

Arabische Liga soll Mission fortsetzen

Nach Aussage Lawrows sprach sich Assad für eine Fortsetzung und Ausweitung der Beobachtermission der Arabischen Liga aus. Assad wolle außerdem ein Datum für ein Referendum über die neue Verfassung ankündigen, die in den vergangenen Monaten ausgearbeitet worden war. Des weiteren sagte Lawrow, Russland wolle sich für eine Lösung der Krise auf der Grundlage des Plans der Arabischen Liga einsetzen. Insgesamt sei das Treffen mit Assad "sehr nützlich" gewesen, sagte der russische Außenminister.

Russland und China hatten am Samstag im UN-Sicherheitsrat eine Resolution zur Unterstützung des Plans der Arabischen Liga blockiert. Das Veto hatte im Westen und bei der syrischen Opposition für große Empörung gesorgt. Bei seiner Ankunft in Damaskus wurde Lawrow dagegen von einer jubelnden Menge empfangen, die Russland und China für ihr Veto dankten. Der Plan der Liga sieht neben einem Rückzug der Armee aus den Städten auch die Übergabe der Macht von Präsident Assad an seinen Stellvertreter vor.

Granatenbeschuss und Scharfschützen

Beim anhaltenden Beschuss der Rebellenhochburg Homs wurden am Dienstag nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in den Vierteln Baba Amro und Chalidija mindestens 15 Zivilisten getötet. Zudem seien vier Soldaten bei einem Angriff auf Chalidija von Deserteuren erschossen worden. Wie die in London ansässige Organisation mitteilte, wurden in der seit Tagen von der Armee belagerten Stadt Sabadani bei Damaskus fünf weitere Zivilisten getötet. Auch in Hula bei Homs sei ein Jugendlicher getötet worden.

Ein Einwohner des Viertels Baba Amro sagte am Telefon, der Beschuss habe die ganze Nacht nicht aufgehört. Alle fünf Minuten seien rund vier Explosionen zu hören. Wegen der Scharfschützen wage niemand, vor die Tür zu gehen. Ein Aktivist sagte, Panzer hätten auf dem Gelände der Universität Stellung bezogen und beschössen das Viertel. Es gebe keinen Ort mehr zum Verstecken. Mehrere Feldlazarette seien eingerichtet worden, doch fehle es an Material und Medizin.

Staaten ziehen Botschafter ab

Die sechs Mitglieder des Golfkooperationsrats wiesen wegen des "Massakers" die syrischen Botschafter aus ihren Ländern aus und riefen ihre Botschafter aus Damaskus ab. Nach Großbritannien riefen auch Frankreich, Italien und Spanien ihre Botschafter zu Beratungen zurück. Als Begründung nannten sie die Zunahme der Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Am Montag hatte Washington seine Botschaft in der syrischen Hauptstadt aus Sicherheitsgründen geschlossen und das gesamte Personal abgezogen.

Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan kündigte eine neue internationale Initiative zur Beilegung des Konflikts in Syrien an. Details nannte er zunächst nicht. Er äußerte sich auch nicht direkt zum Vorschlag Deutschlands und Frankreichs, eine internationale Kontaktgruppe zu Syrien zu bilden. Er betonte, die Türkei werde weiterhin die Initiativen der Arabischen Liga unterstützen.

(AFP, N24)

07.02.2012 18:32 Uhr

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