Neue Forsa-Umfrage
Union kann sich weiter steigern
Gute Nachrichten für CDU und CSU: In einer aktuellen "Forsa"-Umfrage kann die Union ihre Umfragewerte noch einmal steigern. Dafür gibt es vor allem einen Grund: die Beliebtheit von Kanzlerin Merkel.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel darf sich freuen: Für ihre CDU geht es in den Umfragen weiter bergauf. (Bild: dpa)
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Personalnöte bei der FDP gibt es nicht erst seit gestern. Schon bei der Bundestagswahl 2002 peilte die FDP 18 Prozent der Stimmen an, erhielt aber nur magere 5,8 Prozent. Die Schuld daran suchte man ... (dpa)
... unter anderem bei Jürgen Möllemann. Der Parteivize hatte sich mit seinem Comeback in NRW zwei Jahre zuvor durch umstrittene Aktionen und populistische Äußerungen unbeliebt gemacht. (dpa)
Es folgten die "fetten Jahre": Nach dem umstrittenen Wahlkampf 2002 - Stichwort: "Guidomobil" - kam die FDP 2005 immerhin auf 9,8 Prozent der Stimmen. Vier Jahre später erholte sich die FDP noch weiter: ... (dpa)
Mit 14,6 Prozent, dem besten Ergebnis ihrer Geschichte, zog die FDP an der Seite der CDU wieder auf die Regierungsbank. Parteichef Guido Westerwelle wird Vizekanzler und Außenminister. (dpa)
Rainer Brüderle übernimmt das Wirtschaftsministerium, Jungspund Philipp Rösler das Gesundheitsressort, Dirk Niebel die Entwicklungshilfe und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wird Justizministerin. (dpa)
Doch schon kurz nach der Wahl bröckelt der Rückhalt für die FDP. Im Superwahljahr 2011 müssen die Liberalen herbe Verluste hinnehmen: In Sachsen-Anhalt kommen sie auf 3,8 Prozent, in Bremen auf 2,4 Prozent, ... (dpa)
... in Mecklenburg-Vorpommern auf 2,7 Prozent und in Berlin sogar nur auf 1,8 Prozent. Schuldzuweisungen von Landes- und Bundespolitik wechseln sich ab. (dpa)
Die Kritik am Bundesvorsitzenden Guido Westerwelle spitzt sich zu, nach und nach verliert er die Unterstützung seiner Partei. (dpa)
Im Mai 2011 vergeht Westerwelle das Lachen. Beim Bundesparteitag gibt er bekannt, nicht mehr für den Parteivorsitz zu kandidieren. Einer freut sich darüber ganz besonders: ... (dpa)
Philipp Rösler. Er wird Westerwelles Nachfolger und Vizekanzler. Da er meint, in dieser Position könne er nicht das Amt des Gesundheitsministers bekleiden, geht das Rotieren los: ... (dpa)
Rösler will, dass Daniel Bahr neuer Gesundheitsminister wird. Und er selbst? (dpa)
Er will Wirtschaftsminister werden, doch das ist schon Rainer Brüderle. Der will den Posten nur räumen, wenn er Fraktionsvorsitzender werden darf. Doch das ist noch ... (dpa)
... Birgit Homburger. Sie muss also weg. (dpa)
Nachdem Homburger mehr oder weniger freiwillig ihren Platz geräumt hat, ist der Generationswechsel in der FDP perfekt: ... (dpa)
Rösler als Wirtschafts-, Bahr als Gesundheitsminister und Christian Lindner als Generalsekretär. Die jungen Nachzügler - spöttisch auch "Boygroup" genannt - gelten als neue Hoffnung der FDP.
Doch die Skandälchen reißen nicht ab. Eine Plagiatsaffäre zwingt die liberale EU-Politikerin Silvana Koch-Mehrin im Mai 2011 ihr Amt als Vizepräsidentin des EU-Parlaments sowie sämtliche Parteiämter niederzulegen. Ähnliches ... (dpa)
... passiert auch dem EU-Abgeordneten Jorgo Chatzimarkakis. Auch ihm wird der Doktortitel entzogen. Für die Glaubhaftigkeit der Partei ist das nicht förderlich. (dpa)
Genauso wenig wie die Unstimmigkeit in der FDP in Sachen Euro-Rettung: ... (dpa)
Euro-Rebell Frank Schäffler kritisiert immer wieder die Parteispitze und initiiert einen Mitgliederentscheid. Als Parteichef Rösler und Generalsekretär Lindner ... (dpa)
... vorzeitig den Mitgliederentscheid für gescheitert erklären, wird besonders der Parteichef scharf attackiert. Als die ersten Stimmen laut werden, Rösler sei nicht mehr tragbar, ...
... zieht Generalsekretär Christian Lindner überraschend die Reißleine: Bevor das Schiff untergeht, springt er von Bord und tritt von seinem Amt zurück. (dpa)
Wieder also ist ein Posten in der FDP vakant, Stunden später wird Schatzmeister Patrick Döring als Nachfolger nominiert. Ob es das Ende des Personalkarussells ist? (dpa)
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Als Senkrechtstarter wurde er zu Beginn seiner Karriere gepriesen. Nun ist er mit nur 38 Jahren zum neuen FDP-Chef gewählt worden. Ein absoluter Karriere-Kick, denn er ist der jüngste Vorsitzende aller Zeiten.
Doch kann der Charismat überzeugen? Zunächst einmal hat er das, was ein großer Politiker braucht: Eine sympathische Frau, die hinter ihm steht. Das Paar hat zwei Töchter und zeigt ...
... sich gern kuschelnd und knutschend in der Öffenlichkeit. Doch nicht nur das ist der Grund für die Popularität des Politikers, der als vietnamesisches Baby von einem deutschen Ehepaar adoptiert wurde.
Bereits in den vier Jahren als Generalsekretär der FDP in Niedersachsen überzeugte er durch seine scharfe und souveräne Rhethorik. Im Mai 2006 wurde er infolge dessen mit 96,4 Prozent zum Landesvorsitzenden gewählt und 2009...
... zum Wirtschaftsminister Niedersachsens. Im gleichen Jahr wurde er in das Regierungskabinett der Bundesrepublik berufen. Bisher zeigte der promovierte Mediziner als Gesundheitsminister ...
... Präsenz bei bundesweiten Debatten rund um die Themen Krankenversicherung, Gesundheitsreform und Krankheitsprävention.
Dabei bot er gerne mal eine helfende Hand an und scheute auch nicht davor zurück, ...
... als Versuchskaninchen herzuhalten - wie 2009 für die Schutzimpfung gegen die Schweinegrippe.
Zu den besonderen Eigenschaften des Dr. Philipp Rösler gehören neben seiner politischen Kompetenz ...
... auch seine Feierlaune und sein Humor. Diesen zeigt er sowohl als Grünkohl-König von Oldenburg ...
...als auch als Ordenträger des "humoris causa", den die Hanoveraner während des Karnevals...
...an besonders humorvolle Personen des öffentlichen Lebens vergeben.
Charakteristisch für Rösler sind außerdem sein Talent als Ulknudel und Gesichtskünstler. Sein Antlitz lieferte den Medien ...
... unter anderem diese Bilder, als er 2010 den Gesetzentwurf zur Gesundheitsreform vorstellte. Dabei wollte er lediglich ...
... Journalisten über den Entwurf zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherungen informieren. Von seiner intensiven Mimik scheinen auch Politiker beeindruckt,...
...vor allem die weiblichen. Mit Schützenhilfe durch Angela Merkel verteidigte er seine Gesundheitsreform. Das Verhältnis der beiden wirkt stets freundschaftlich, verbindet sie doch ...
... ihre Treue zu charakteristischen Gesten. Auf dem politischen Aschermittwoch zeigte Rösler allerdings, dass er auch anders kann und karikierte die Bundeskanzlerin als Barbiepuppe.
"Die kostet 300 Euro. Das heißt, die Puppe kostet nur 20 Euro. Aber richtig teuer werden die 40 Hosenanzüge." Auf diese Weise brachte er in Niederbayern ein voll besetztes Bierzelt zum Lachen.
Der junge FDP-Chef plaudert gerne. Das mutet oft sehr vertraut an, wie hier auf einer niedersächsichen Klausurtagung mit Elisabeth Heister-Neumann. So eine Gesprächsliaison...
...wird ihm auch mit der amtierenden Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) nachgesagt, mit der er im Bundestagsplenum schon öfter plauschend gesehen wurde.
Und auch das Regierungsküken, Familienministerin Kristina Schröder (CDU), wirkt ziemlich fasziniert von Röslers mimikintensiven Ausführungen.
Mit Annette Schavan (CDU) hat er ein weiteres weibliches Regierungsmitglied in seinen Bann gezogen. Bei Kabinettssitzungen macht die Bundesbildungsministerin gerne mal Small-Talk ...
... mit dem eloquenten neuen Wirtschaftsminister. Seine scheinbar liebste Banknachbarin im Plenum ist aber Ursula von der Leyen.
Die von der CDU gestellte Bundesarbeitsministerin und ihr junger Kollege schäkern in den Sitzungspausen und...
...mögen sich auch sonst sehr. Bilder sprechen mehr als Worte. Bei den männlichen Kollegen zählen dagegen männliche Gesten.
Im Ministeramt profiliert sich Rösler, wie der Verkehrsminister Ramsauer, als Pragmatiker. Auch zwischen dem ehemaligen Verteidigungsminister...
...Theodor von und zu Guttenberg und dem 38 Jährigen gab es Gemeinsamkeiten - bis einer von beiden seinen Doktortitel abgab.
Gegenüber Parteikollegen wie Rainer Brüderle zeigte sich Rösler immer loyal. Brüderle musste allerdings im Zuge der Umstrukturierung der Partei, seine Posten für den jüngeren Kollegen räumen. Und dieser neue Mann ...
... an der Spitze der FDP muss schnell beweisen, dass er in der Lage ist, die Partei aus den Dauertiefstwerten herauszuholen und ihr nach der Ära "Westerwelle" den Stempel "Rösler" auftragen kann.
Die CDU/CSU kann sich nach einer Forsa-Umfrage in der Wählergunst deutlich verbessern. Im "Wahltrend" des Magazins "Stern" und des TV-Senders "RTL" steigt die Union im Vergleich zur Vorwoche um zwei Punkte auf 38 Prozent und erreicht damit den besten Wert seit der Bildung der schwarz-gelben Koalition. Nach der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage kommt allerdings der Koalitionspartner FDP nicht aus seinem Tief heraus und stagniert weiter bei 3 Prozent. Damit würden die Liberalen bei einer Wahl nicht mehr in den Bundestag kommen.
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Forsa-Chef Manfred Güllner führte den Auftrieb für die Union auf die guten Werte von Kanzlerin Angela Merkel zurück. "Sie zieht die Union klar nach oben", sagte er dem "Stern".
Die SPD liegt in der wöchentlichen Umfrage weiter bei 27 Prozent. Stabil bleiben auch die Werte für die Linke mit 8 und für die Piraten mit 7 Prozent. Verlierer sind die Grünen, die um 2 Punkte auf 13 Prozent fallen. So tief lagen sie zuletzt Anfang Januar 2010.
Erstmals seit Mitte März 2011 sind Union und FDP (zusammen 41 Prozent) damit rechnerisch gemeinsam wieder stärker als SPD und Grüne (zusammen 40 Prozent). Da die FDP mit ihrem derzeitigen Wert aber an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würde, könnte die Union nur mit SPD oder Grünen eine Regierung bilden.
(dpa, N24)
08.02.2012 09:51 Uhr
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