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Kannibalismus im Weltall

Forscher beobachten Galaxien-Vereinigung

Astronomen konnten erstmalig beobachten, wie eine Zwerggalaxie eine andere verschlingt. Nach Ansicht der Forscher sei dies eine Erklärung für die Existenz von sehr großen Galaxien.

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Der gängigen Vorstellung zufolge bilden sich große Galaxien aus der Verschmelzung zahlreicher kleinerer. (dpa)
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Dieses Foto vom 1. Juni 2012 zeigt die Sternenstaubwolke N49. Sie ist der Überrest einer Supernova. Viele Sterne enden in einer gewaltigen Explosion. (AFP)
Im Jahr 2006 nahm das Weltraumteleskop "Hubble" die Überreste der jüngsten Supernova in unserer Galaxie auf. Sie trägt den Namen Cassiopeia A. (AFP)
Um interstellare Nebel besser erforschen zu können, ist es nötig mehrere Teleskope mit unterschiedlicher Lichtmessung auf ein Objekt zu richten. Dieses Foto ist eine Bildkombo von den Teleskopen Hubble, Spitzer und Chandra. (NASA/JPL-Caltech/STScI/CXC/SA)
Der Crab Nebel stammt von einer Supernova, die sich 1054 nach Christus ereignete. Er ist über 10 Lichtjahre von der Erde entfernt. (dpa)
Die Eruptionen auf unserer Sonne kann man mit den gigantischen Sternenexplosionen nicht vergleichen - und diese können der Erde schon gefährlich werden. (AFP)
Unsere Sonne hat nach Berechnungen die Hälfte ihres Lebens hinter sich. In Milliarden Jahren wird auch sie in einer Supernova enden - aus dem Staub werden wieder neue Sterne und Planeten entstehen. (AFP)
Es gibt Sterne, die nach ihrem Ende zu einem Schwarzen Loch werden. Dieses Konzeptbild der NASA zeigt eine Galaxie in deren Zentrum sich ein Schwarzes Loch befindet. In Milliarden Jahren werden sämtliche Sterne von ihm verschlungen sein. (AFP)
Die Anziehungskraft eines Schwarzen Loches ist so groß, dass es die Materie anderer Sterne in sich aufsaugt. Der Gravitation kann nichts im Universum widerstehen - nicht einmal das Licht. (AP)
Der Nebel "Barnard 3" schimmert in grünlich-roten Farben. Die stellare Gaswolke ist eine Geburtsstätte für Millionen neuer Sterne. (Foto: NASA/JPL-Caltech/UCLA)
Die Galaxie "Centaurus A", aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble. (Foto: NASA, ESA, and the Hubble Heritage (STScI/AURA)-ESA/Hubble Collaboration)
Der am schnellsten routierende Stern wurde in einer Nachbargalaxie gefunden. Er trägt den Namen VFTS 102 und dreht sich mit einer Geschwindigkeit von 1,6 Millionen Kilometern pro Stunde um die eigene Achse. (Foto: NASA, ESA, and G. Bacon (STScI))
Mit Hilfe von Röntgenstrahlen wurde das Lichtspektrum dieses Nebels sichtbar gemacht. Er trägt die Bezeichnung SXP 1062 und ist ein Teil unserer Milchstraße. (Foto: NASA/CXC/Univ. of Potsdam/L. Oskinova et al.)
Diese rosenförmige Galaxie (Arp 273) wurde im April 2011 von "Hubble" aufgenommen. Anhand der Verwirbelungen kann man gut die Verlaufsrichtung der Gravitationsenergie erkennen. (Foto: NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA))
"Hubble" dokumentierte mit dieser Aufnahme eine bipolare Sternenregion in Form eines Schnee-Engels. Die eindrucksvolle Erscheinung trägt den Namen "Sharpless 2-106". (Foto: NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA))
Vor mehr als 39 Jahren wurde dieses Foto während der "Apollo 17"-Mission aufgenommen. Es zeigt den Astronauten Harrisom H. Schmitt auf der Mondoberfläche neben einem Felsen. (Foto: NASA/Eugene Cernan)
Der nördliche Sturm des Saturn, aufgenommen von "Cassini" im September 2004. In der südlichen Hemishäre existiert ebenfalls ein Sturm, der allerding deutlich kleiner ist - sein Name lautet "Drachensturm". (Foto: NASA/JPL-Caltech/Space Science Institute)
Diese Bildkombo zeigt den Jupiter und seinem vulkanischen Mond Io. Der Gasriese ist der größte Planet in unserem Sonnensystem. (Foto: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute/Goddard Space Flight Center)
Der Riesennebel "NGC 3603" ist eine Kinderstube für neue Welten - Tausende junge Sterne wachsen in dem System heran. Er ist ungefähr 20.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. (Foto: NASA, ESA, and the Hubble Heritage)
Diese Illustration zeigt Planeten, die eine rote Sonne besitzen. Diese sind dunkler und kleiner als gelbe Sonnen. (Foto: NASA/JPL-Caltech)
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Anfang 2010 entdeckte ein internationales Forscherteam das "Kernschein"-Phänomen. Gaswolken enthalten Informationen über die früheste Phase der Sternen- und Planetenentstehung. Im Inneren von Staubwolken wird Infrarotlicht gestreut, das ...
... auch unsere Galaxie durchflutet. Das Licht gibt Hinweise auf die Größe und Dichte der Staubteilchen, das Alter der Wolke, die räumliche Verteilung des Gases und die Entstehung des Rohmaterials für die spätere Bildung von Planeten.
Andromeda IX ist die lichtschwächste Galaxie, die vor 2004 jemals beobachtet wurde. Sie ist nur ein Hundertstel so hell wie der Nachthimmel und liegt nah bei dem Andromeda-Nebel. Sie ist nicht zu verwechseln mit der ...
... weit entferntesten Galaxie. Astronomen gehen davon aus, dass sie 13,2 Milliarden Lichtjahre von der Erde trennen. Galaxien in solch großer Entfernung sind nur durch die kosmische Gravitationslinse zu erspähen. Abgelenktes Lichte von anderen ...
... Galaxien verstärkt die Helligkeit des Objektes. Durch die Schwerkraft des Galaxienhaufens ist diese Galaxie 16-fach vergrößert zu sehen. So erlaubt das kosmische Vergrößerungsglas den besten Blick auf Sternentstehungsregionen im jungen Kosmos.
Der kleinste Planet, der erstmals außerhalb unseres Sternensystems entdeckt wurde: Kepler 10 b kreist um einen anderen Planeten. Nichtsdestotrotz ist er 1,4 Mal so groß wie die Erde.
Extrasolare Planeten bezeichnen Himmelskörper, die einen anderen Stern als die Sonne umkreisen. 2006 wurde der erste Exoplanet vom Weltraumteleskop Hubble aufgenommen, der nicht aus unserer Galaxie stammt.
Der Heimatstern des Planeten gehörte zu einer Zwerggalaxie, die vor Milliarden von Jahren von unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße, verschluckt wurde. Mittlerweile sind mehr als 500 Exoplaneten bekannt.
Ein weiteres Phänomen im Weltall sind erdähnliche Planeten. So frohlockte die Astronomiewelt, als die Exoplaneten Gliese 581c und 581d entdeckt wurden. Man vermutete erdähnliche Zustände.
Der Kannibale unter den Galaxien: Sterne, die der Andromedagalaxie zu nahe kommen, werden verspeist. Forscher erkannten erst 2009 das Ausmaß ihres Hungers, die Überreste verdauter Sterne und Galaxien. Und: Sie ist der direkte Nachbar unserer Galaxie ...
Mit Hilfe von Weltraumteleskopen wie Spitzer stießen Forscher Anfang 2010 auf zwei Schwarze Löcher, die sich in einem extrem frühen Stadium ihrer Entwicklung befinden.
Der Trick: Das Teleskop arbeitet mit Infrarotlicht. So kann man feststellen, ob heißer Staub ausgestrahlt wird. Wenn dieser fehlt, handelt es sich wahrscheinlich um junge schwarze Löcher.
Neue Ansichten auf die Entstehung von Sternen: In der Spiralgalaxie M 83 sind immens viele neue Sterne zu sichten, jedoch in großer Entfernung.
Das vielleicht kälteste Objekt im All: der Bumerang-Nebel. Er ist nur ein Grad wärmer als der absolute Nullpunkt (–273 °C).
2004 entdeckte das Teleskop Hubble die bisher jüngste Galaxie. I Zwicky 18 blieb über Milliarden von Jahren in ihrem embrionalen Zustand als kühle Wasserstoff- und Helium-Wolke, erst vor 500 Millionen Jahren enstanden schließlich ihre Sterne.
Doppelt so heiß wie die Milchstraße: DIe Galaxie Lynx Arc wurde 2003 als die größte, hellste und heißeste Galaxie bezeichnet, die bis dahin entdeckt wurde. Sie soll aus mehr als einer Millionen Sterne bestehen.
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Das Weltraumteleskop Hubble hat die Kollision zweier Asteroiden fotografiert.
Die X-förmige Explosion zwischen den Umlaufbahnen der Planeten Mars und Jupiter gibt den Astronomen Rätsel auf.
Hubble beobachtet seit 1990 den Weltraum. In 575 Kilometern Höhe umkreist es innerhalb von 96 Minuten einmal die Erde.
Den Blick ins Weltall gerichtet schickt Hubble faszinierende Fotos zur Erde. Im All ist offenbar jede Menge los: ...
Der Krebs-Nebel ist der Überrest einer Sternenexplosion und wurde tatsächlich schon im Jahr 1057 von einem chinesischen Hof-Astronomen entdeckt.
Seinen Namen bekam er 1844 von Lord Rosse, der bei seinen Beobachtungen befand: "Er sieht aus wie ein Krebs".
Der Carina Nebel ist 7.500 Lichtjahre entfernt und besteht aus Gas und Staub.
Rot deutet auf Schwefel, grün auf Wasserstoff und blau auf Sauerstoff hin.
Die Whirlpool-Galaxie ist schon recht gut untersucht. In ihrem Inneren befindet sich ein schwarzes Loch.
Die große und die kleine magelansche Wolke sind unmittelbare Nachbarn unserer Milchstrasse. Von der Südhalbkugel aus kann man sie mit bloßem Auge sehen. Erstmals erwähnt wurde sie im Jahr 964 von dem persischen Astronomen Al Sufi.
Ein planetarischer Nebel entsteht aus den abgestoßenen äußeren Schichten eines sterbenden Sterns und besteht aus Gas und Plasma. Er stellt das Ende eines Sternenlebens dar.
Aufgrund der Perspektive von Hubble....
...können wir diese Galaxie nur von der Seite betrachten. Sie heißt aufgrund ihres Aussehens "Sombrero-Galaxie".
Der Saturn ist nach Jupiter der zweitgrößte Planet unseres Sonnensystems. Zu seinem Ringsystem gibt es verschiedene Theorien. Gallieo Galliei beobachtete diese Auffälligkeit erstmals 1610.
Der berühmte Astronom wäre begeistert von solchen Aufnahmen gewesen, aber...
...auch ein Weltraumteleskop hat nur eine begrenzte Lebensdauer. 2014 soll das James Webb Space Telescop das Hubble im All ersetzen.
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Das Bild zeigt die “Rosette Nebula”, eine gigantische kreisförmige molekulare Wolke. Sie ist über 5000 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Der "Krebsnebel" im Sternbild Stier ist das Resultat einer Supernova aus dem Jahr 1054.
Der Carinanebel ist ein Emissionsnebel im Sternbild Kiel des Schiffs. Er hat einen Durchmesser von 120 Bogenminuten und erstreckt sich über etwa 200-300 Lichtjahre.
Hier ist der offene Sternenhaufen NGC 7380 zu sehen, auch bekannt als “Wizard Nebula”.
Die zentrale Region der Starburstgalaxie M82. In ihr entstehen wesentlich mehr neue Sterne als es für eine Galaxie dieser Größe typisch ist.
Dieses detailgetreue Bild zeigt heftige Materieströme auf der Sonne, die am Sonnenrand als matt leuchtende Bögen beobachtet werden können.
Die Messier 77 (NGC 1068) ist eine der hellsten Spiralgalaxien im Sternbild Walfisch.
Das “Soyuz TMA-18”-Raumschiff erreicht die Startrampe beim Baikonur Cosmodrome in Kasachstan.
Ein letzter Test eines wieder verwendbaren Raketentriebwerks. Der Motor zur Flugunterstützung wird dabei für 123 Sekunden entflammt - exakt die Zeit die das Triebwerk auch während eines Raumfährenstarts brennt.
Start des Space Shuttles "Discovery" zur STS-131Mission.
Ready for liftoff. Die Triebwerke der Raumfähre zünden.
Die "Discovery" dockt an der Internationalen Weltraumstation an.
Die Astronauten Rick Mastracchio (l.) und Clayton Anderson installieren außerhalb der Raumstation einen 1700 Pfund schweren Ammoniaktank.
Der Mond ist der einzige natürliche Satellit der Erde.
Diese Infrarotaufnahme vom 17. April 2010 zeigt den Vulkan Eyjafjallajökull auf Island.
Weit über dem afrikanischen Kontinent erstreckt sich diese dichte Gewitterwolke.
Eine Eisberg-Kollision in der Antarktis von oben.
Der Gipfel des Llullaillaco-Vulkans in Südafrika.
Diese Fotographie eines Astronauten zeigt die Kalabrien-Region im Süden Italiens.
Dies ist der "Dagze Co", einer von vielen Binnenseen in Tibet.
Beeindruckender Ausblick auf den Start der “Endeavour“.
Die Raumfähre erhellt den Nachthimmel über dem Space-Center in Florida.
NASA-Astronaut Nicholas Patrick legt letzte Hand am neu installierten Kuppelfenster der Internationalen Weltraum Station an.
Eine einzigartige Einstellung von der Silhouette der Raumfähre “Endeavour”, während sie in den farbenfrohen Horizont der Erde eindringt.
Die Raumsonde Messenger sendete erste Bilder vom Merkur.
Das Bild zeigt einen Steilhang auf dem Merkur. Der Bildausschnitt umfaßt ca. 200 Kilometer.
Der Nordpol des Merkur
Die Oberfläche wurde noch nie unter Sonneneinstrahlung gesehen.
Die Oberfläche hat ebene Landschaften und Krater und ist der des Mondes ähnlich.
Klippen und Grate durchziehen die Oberfläche.
Haupteinschlagkrater und Nebenkrater am Äquator des Merkur
Der Matisse-Krater hat einen Durchmesser von ca. 130 Meilen und befindet sich in der südlichen Hemisphäre

Astronomen haben erstmals eine Zwerggalaxie erspäht, die eine andere Zwerggalaxie verschlingt. Die Beobachtung vervollständigt das Bild der Galaxienentwicklung im Kosmos, wie das Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) in Heidelberg in einer Mitteilung betonte. Bislang sei ein solcher galaktischer Kannibalismus nur bei großen Sternensystemen beispielsweise vom Kaliber unserer Milchstraße beobachtet worden.

Das kosmische Drama, das zwei Forschergruppen unabhängig in den Fachblättern "Nature" und "Astrophysical Journal Letters" beschreiben, spielt sich in 12,4 Millionen Lichtjahren Entfernung im Sternbild Jagdhunde ab. Die Zwerggalaxie mit der Katalognummer NGC 4449 ist dort gerade dabei, sich einen noch kleineren, erstmals 2007 beobachteten Begleiter einzuverleiben.

Theorie über Entstehung großer Galaxien

Der gängigen Vorstellung zufolge bilden sich große Galaxien aus der Verschmelzung zahlreicher kleinerer. Unklar ist jedoch, ob sich auch Zwerggalaxien bereits auf diese Weise bilden oder ob sie direkt aus intergalaktischem Gas entstehen. "Die Modelle sagen vorher, dass Zwerge andere Zwerge verschlingen sollten", erläuterte der Forschungsleiter einer der beiden Gruppen, David Martínez-Delgado, in der MPIA-Mitteilung. "Jetzt haben wir eine solche Mahlzeit erstmals direkt beobachten können und so ein wichtiges Puzzlestück der Galaxienentwicklung gefunden."

Die Form der Begleitergalaxie zeigt, dass sie mit dem größeren Partner in Kontakt getreten ist und durch dessen Schwerkraft angeknabbert wurde. Die Wissenschaftler hoffen, weitere Zwerggalaxie-Kannibalen aufzuspüren. MPIA-Astronomin Michelle Collins betonte: "Jetzt, wo wir wissen, wie eine halbverdaute Zwerggalaxie aussieht, sollten wir in der Lage sein, weitere Beispiele für Zwerge zu finden, die andere Zwerge verschlingen."

(DPA, N24)

08.02.2012 19:49 Uhr

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