Zwei Tote in NRW

Defekte Heizung radiert beinahe Familie aus

Eine defekte Heizungsanlage hat zwei jungen Männern in Hamm das Leben gekostet. Fünf weitere Familienmitglieder erlitten eine schwere Kohlenmonoxid-Vergiftung, die Polizei geht von einem Unglück aus.

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Die Rettungskräfte kamen für zwei Hausbewohner zu spät. (dpa)
Video: Weißes Intermezzo - Nach dem Schneefall wird es wieder kälter
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Eine defekte Heizung hat im westfälischen Hamm ein Unglück in einer Großfamilie angerichtet. Zwei Kinder starben, die anderen fünf Familienmitglieder kamen mit schweren Vergiftungen ins Krankenhaus. Offenbar war seit Tagen tödliches Kohlenmonoxid ausgeströmt.

Zwei Familienmitglieder fanden die Retter am späten Mittwochabend bewusstlos in dem Einfamilienhaus. Sie konnten reanimiert werden. Die Eltern und die drei überlebenden Kinder wurden mit Hubschraubern in eine Spezialklinik geflogen. Bei den toten Kindern handelt es sich um zwei junge Männer im Alter von 18 und 20 Jahren, sagte ein Polizeisprecher.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund ordnete eine Obduktion der Leichen an, um die genaue Todesursache festzustellen. Für ein Fremdverschulden lägen keine Anzeichen vor, hieß es in einer Erklärung der Polizei.

Retter erleiden selbst Vergiftungen

Ein noch größeres Unglück verhinderte ein Schulfreund von einem der Jungen. Er hatte am Mittwoch gegen 22.00 Uhr nach seinem Freund geschaut, der schon seit drei Tagen nicht mehr in der Schule war. Dieser soll am Telefon geklagt haben, dass es ihm nicht gut gehe, erklärte die Polizei. Als der 18-Jährige in das beleuchtete Haus schaute, entdeckte er zwei leblose Körper und rief die Polizei.

Die Retter brachen sofort die Tür auf und kümmerten sich um die Familie. Mehrere Polizisten und Feuerwehrmänner kamen nach der Rettungsaktion selbst mit Kohlenmonoxidvergiftungen ins Krankenhaus. Am Morgen konnten aber alle wieder entlassen werden.

Vergiftung ging schleichend vor sich

Ob bei einem Familienmitglied Lebensgefahr bestand, konnte die Polizei nicht sagen. Dass die Fünf transportfähig seien, sei aber ein gutes Zeichen. Zu den Verletzten gehören der 57 Jahre alte Vater und die 31-jährige Mutter sowie zwei weitere Jungen im Alter von sieben und 18 Jahren und eine 16-jährige Tochter. Bei den 18-jährigen Söhnen handle es sich nicht um Zwillinge. Die Eltern hätten später geheiratet und eine neue Familie gegründet.

Alles deutet darauf hin, dass sich das Unglück über Tage zusammenbraute. "Es kann durchaus sein, dass schon vor Tagen Kohlenmonoxid entwichen ist", sagte Feuerwehrsprecher Lothar Robers. Wenn man Kohlenmonoxid einatme, komme es am Anfang zu Gleichgewichtsstörungen, dann zu Kopfschmerzen. Wenn die Konzentration zunehme, könne es zu Bewusstlosigkeit oder zum Tod führen. Weil das Gas geruchslos ist, werde es nicht bemerkt. Möglicherweise hatten die Familienmitglieder nicht mitbekommen, dass andere mit dem Tod ringen. Die Retter fanden sie im Haus verteilt.

(AFP, N24)

09.02.2012 13:01 Uhr

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