Eine strahlende Zukunft

Sarkozy: Akw-Laufzeiten um 40 Jahre verlängern

Es ist Wahlkampf in Frankreich. Das zeigen die jüngsten Äußerungen des Präsidenten. Der als Verfechter der Atomenergie geltende Sarkozy will die Laufzeiten verlängern - um satte 40 Jahre.

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Akw Cattenom: Störungen gibt es in Frankreichs Atomkraftwerken immer mal wieder.
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Die stillgelegte Anlage Marcoule liegt etwa 30 Kilometer nördlich von Avignon und gilt als wichtigster Produktionsort für das hoch gefährliche Uran-Plutonium-Gemisch MOX. (AFP)
Die Nuklearanlage besteht aus mehreren stillgelegten kleineren Reaktoren. 1956 ging der Reaktorblock G-1 in Betrieb und... (AFP)
... lieferte als eines der weltweit ersten AKW kommerziell genutzten Atomstrom. 1984 wurden die Meiler G-2 und G-3 vom Netz genommen. Frankreich ist mit 58 Reaktoren...
... der größte Atomstromproduzent Europas - und gelegentlich treten Probleme mit den Meilern auf. Das Kernkraftwerk Chhoz nahe der belgischen Grenze hatte ...
... im Jahr 2004 drei Störungen der Stufe 1. Die Anlage ging 1967 als der erster französischer Druckwasserreaktor in Betrieb.
... Das Kernkraftwerk Penly in der Normandie ist seit 1990 in Betrieb. Nach einem Bericht der Atomsicherheitsbehörde...
... könnte im Falle eines starken Erdbebens die Notkühlung ausfallen. Im Normalfall wird zur Kühlung das Wasser aus dem Ärmelkanal genutzt.
Im Südwesten Frankreichs befindet sich das Kernkraftwerk Golfech. Die Kühltürme der Anlage gehören mit knapp 170 Metern zu den höchsten Kühltürmen in Europa. Im April 2001...
...demonstrierten mehrere Menschen vor dem AKW, um an den 25. Jahrestag des Tschernobyl-Unglücks zu erinnern. Frankreich bezieht 80 Prozent seiner Energie aus Atomstrom. Zu den umstrittensten AKW ...
...gehört das Atomkraftwerk Fessenheim. Die Anlage aus dem Jahr 1977 soll nach einem Stresstest im November 2011 weitere zehn Jahre Strom liefern. (dpa)
Das Kraftwerk Tricastin hat eine regelrechte Pannenserie hinter sich. Im Jahr 2008 durchsuchte die Polizei das Büro des Direktors, um herauszufinden, ob sich die Betreiberfirma an geltende Bestimmungen hält.
Das zweitgrößte Atomkraftwerk in Westeuropa steht in Gravelines, ca. 300 Kilometer nördlich von Paris. Knapp zehn Prozent der französischen Atomenergie stammen von diesem Kernkraftwerk. Hier besucht Präsident Sarkozy das AKW im Jahr 2008 (2. v. r.).
Das Kernkraftwerk Saint-Alban schrieb im Jahr 2008 Schlagzeilen. Damals sollen angeblich 15 Mitarbeiter radioaktiv verstrahlt worden sein, der Kraftwerksbetreiber bestritt diesen Vorfall. (Archivbild von 1992)
Vor den Toren von Paris steht das Kernkraftwerk Nogent-sur-Seine. Für die Region ist es besonders wichtig: Knapp 18 Milliarden Kilowattstunden kommen von hier, das sind etwa ein Drittel des jährlichen Stromverbrauchs in der Region Ile-de-France.
Das Kernkraftwerk Blayais sorgte im Jahr 1999 für Schlagzeilen. Hochwasser überflutete einige Bereiche des Reaktors, ein Störfall der Kategorie 2 wurde ausgerufen. An der schweizer Grenze...
... steht das Kraftwerk Bugey. Wie viele andere französische AKW würde auch das Kraftwerk Bugey bei einem starken Erdbeben Probleme mit der Notkühlung bekommen.
In der Normandie steht das Kernkraftwerk Paluel. Im Jahr 2009 musste der Reaktor nach einem Brand vorübergehend abgeschaltet werden.
Video: AKW Unfall Frankreich - Steffen Schwartzkopf vor Ort

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy will die Laufzeiten der 58 Atomreaktoren im Lande über die vorgesehenen 40 Jahre hinaus verlängern. "Die Entscheidung ist gefallen", sagte Industrieminister Eric Besson. Allerdings muss die Atomaufsicht zustimmen.

Frankreich bezieht drei Viertel seines Stroms aus Akw und Sarkozy ist ein harter Verfechter der Kernkraft. Sein Herausforderer bei der Präsidentenwahl im Mai, der Sozialist François Hollande, will den Anteil der Kernkraft dagegen bis 2025 auf 50 Prozent drücken.

In den kommenden zehn Jahren erreichen 22 Reaktoren ihre geplante Lebensdauer von 40 Jahren. Um sie zu ersetzen, wären elf Meiler des neuen Typs Europäischer Druckwasserreaktor (EPR) nötig, von dem allerdings noch keiner funktioniert: Die ersten EPR werden gerade in Finnland und Frankreich gebaut. Der staatliche Energiekonzern Electricite de France (EdF) will die Laufzeiten auf 60 Jahre verlängern. Dies würde pro Reaktor 680 bis 860 Millionen Euro kosten, ein Bruchteil der Milliardenkosten eines EPR. Dabei spielt auch eine Rolle, dass der Bau des EPR sich nicht nur als unerwartet teuer, sondern auch als unkalkulierbar langwierig und schwierig erwiesen hat.

(dpa, N24)

12.02.2012 17:40 Uhr

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