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Das "nackte Überleben"

Straßenschlachten begleiten Sparplan-Debatte

Im Parlament stimmen die Abgeordneten über das Sparpaket ab. Auf den Straßen Athens zeigen die Bürger, was sie davon halten. Randale und Krawalle, Brände, Ausschreitungen und Verletzte.

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Krawalle begleiten die Parlamentsabstimmung in Athen.
Video: Griechenland-Krise - Keine schnelle Hilfe für Athen
Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten. (dpa)
In Griechenland sind Demonstrationen gegen die Sparmaßnahmen der Regierung erneut eskaliert. Am ersten Tag eines zweitägigen Generalstreiks ... (dpa)
... sind in vielen Städten Tausende Menschen auf die Straßen gegangen. Am Rande der Protestaktionen vor dem Parlament in Athen ... (AFP)
... begannen wütende Demonstranten, die Polizei mit Steinen zu bewerfen und ... (dpa)
... mit Knüppeln anzugreifen. Mit ... (AFP)
... vereinten Kräften versuchten sie, Polizeiblockaden zu durchbrechen, um ... (AP)
... sich den Weg zum Sitz der ... (AFP)
... Volksvertretung zu bahnen. Einzelne ... (dpa)
... meist jugendliche Demonstranten setzten Brandsätze ein ... (dpa)
... die sie auf Polizisten schleuderten oder damit ... (AFP)
... Feuer legten. Hier geht ein Wachhäuschen vor dem Athener Parlament in Flammen auf. (AP)
Andere versuchten, mit Nebelbomben die Einsatzkräfte der Polizei zu verwirren. (AFP)
In den Straßen errichteten zornige Menschen Blockaden mit Abfalltonnen, die ... (AFP)
... sie in Brand steckten. Seit Tagen ... (AFP)
... verrichtet die Müllabfuhr nicht mehr ihren Dienst. Überall stapelt sich der Abfall. Die Polizei ...
... reagierte auf die Krawalle ebenfalls mit Härte ... (AFP)
... und setzte Schlagstöcke ein. (AFP)

Die Proteste gegen das im griechischen Parlament zur Debatte stehende Sparpaket sind eskaliert. Die Unruhen begannen am Nachmittag, als mehr als 100.000 Demonstranten auf dem Athener Syntagma-Platz vor dem Parlament gegen die Beschlüsse protestierten.

Rund 100 von ihnen warfen Flaschen, Steine, Geröll und Rauchbomben auf die Sicherheitskräfte. Diese setzten wiederum Tränengas ein. Friedliche Demonstranten suchten in nahegelegenen Seitenstraßen Zuflucht. Nach Polizeiangaben wurde ein Beamter mit einer Schussverletzung ins Krankenhaus eingeliefert. Etliche weitere Sicherheitskräfte und Demonstranten wurden verletzt. Eine ungenannte Zahl von Randalierern wurde festgenommen.

Wenige Stunden später weiteten sich die Unruhen auf umliegende Straßen aus. Mindestens zehn Gebäude gingen in Flammen auf, darunter eine Bank, ein Geschäft für Mobiltelefone sowie ein Glaswarengeschäft und Café, wie die Feuerwehr mitteilte. Auf Fernsehaufnahmen war ein Eckgebäude zu sehen, das lichterloh brannte. Feuerwehrleute versuchten, die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Ob sich jemand in den brennenden Gebäuden aufhielt, war zunächst unklar.

Unterdessen ging das Ringen um die von der griechischen Regierung beschlossenen drastischen Sparmaßnahmen im Parlament weiter. Die Einschnitte sind Bedingung für ein zweites Rettungspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro von Europäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF), ohne die Griechenland im März zahlungsunfähig wäre.

Gegenstand der Debatte ist auch eine Einigung mit privaten Gläubigern, durch die Griechenland mindestens 100 Milliarden Euro seiner Schulden in Höhe von 360 Milliarden Euro erlassen bekäme. Mit der Abstimmung wurde gegen Mitternacht gerechnet. "Es gibt nur wenige solcher Momente in der Geschichte einer Nation", sagte Finanzminister Evangelos Venizelos. "Für unser Land geht es ums blanke Überleben."

(dapd, N24)

12.02.2012 21:39 Uhr

Das zweite Hilfspaket für Griechenland

öffnenschließenKontrollen Von einem Treuhandkonto werden Zinsen und Tilgungen beglichen. So wird sichergestellt, dass Griechenland als erstes Schulden zurückzahlt und das Geld nicht für andere Dinge ausgibt. Eine Task Force von EU-Kommission, IWF und Europäischer Zentralbank wird dauerhaft ins Land geschickt. Sie soll Hilfe leisten und überwachen, dass Griechenland alle Versprechen einhält.

öffnenschließenBedingungen Voraussetzung für die Kredite und den Schuldenerlass sind umfangreiche Einschnitte und Reformen. Milliarden müssen eingespart werden, etwa bei Renten, Arzneimitteln und Militärausgaben. Staatsvermögen und Staatsunternehmen sollen verkauft, ganze Wirtschaftsbereiche liberalisiert werden. Anfang März prüft die Eurogruppe, ob die Gesetze auf den Weg gebracht wurden.

öffnenschließenSchuldenschnitt Die privaten Gläubiger verzichten auf 53,5 Prozent ihrer Forderungen. So sollen die griechischen Staatsschulden von 350 Milliarden Euro um 107 Milliarden Euro gedrückt werden. Ziel ist es, die Staatsverschuldung von heute 160 Prozent auf 120,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2020 zu senken.

öffnenschließenGarantien Mit weiteren 30 Milliarden Euro sollen die Anleihen privater Geldgeber abgesichert werden. Damit erhalten Banken, Versicherungen und Fonds einen Anreiz, ihre alten Griechenland-Anleihen in neue zu tauschen.

öffnenschließenKredite Die Euro-Länder stellen bis zu 100 Milliarden Euro an Krediten zur Verfügung. Die Zinsen sind sehr niedrig: Sie beginnen bei 2 Prozent und steigen erst nach 2020 auf 4,3 Prozent. Für die Kredite aus dem ersten Hilfspaket von 2010 werden die Zinsen halbiert.

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