"Feindseligen Aktionen"
Iran droht auch Deutschland mit Ölembargo
Der Iran hat Deutschland und anderen EU-Staaten mit einem Ölembargo gedroht, sollten diese ihre "feindseligen Aktionen" fortsetzen. Großbritannien und Frankreich erhalten bereits kein Öl mehr.
Die iranische Regierung hat mit der Ausweitung eines Ölembargos gegen Großbritannien und Frankreich auf weitere EU-Staaten gedroht, darunter auch Deutschland. Das berichtete die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Mehr. Demnach sagte der Direktor des staatlichen Ölunternehmens NIOC, Ahmad Kalehbani, Teheran behalte sich vor, den Lieferstopp auf andere Staaten der EU zu übertragen, sollten sich diese weiterhin an "feindseligen Aktionen" gegen den Iran beteiligen. Im Konflikt um das Atomprogramm hatte das iranische Ölministerium am Sonntag mitgeteilt, dass Erdöllieferungen nach Frankreich und Großbritannien gestoppt worden seien.
Kalehbani sagte, der Preis für ein Barrel Rohöl könnte durch das Embargo auf über 150 Dollar steigen. An den Märkten in Asien stieg der Ölpreis bereits am Montag auf 105 Dollar pro Barrel. Neben Deutschland nannte die iranische Regierung Spanien, Niederlande, Griechenland, Italien und Portugal als Abnahmeländer iranischen Öls in der EU. Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi prognostizierte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA, die diplomatische Verstimmung zwischen der EU und dem Iran werde nicht lange anhalten. "Die Beziehungen zwischen Iran und Europa können nicht lange ruhen", zitierte ihn die Agentur. Europa brauche Iran wie auch umgekehrt, sagte Salehi und bezeichnete beide Seiten als "Komplementärteile".
Unterdessen reagierte die französische Regierung gelassen auf den angekündigten Lieferstopp. Er habe keine Konsequenzen für die Wirtschaft des Landes, teilte das französische Außenministerium am Montag mit. Entsprechend der im vergangenen Monat verabschiedeten Sanktionen gegen Teheran habe Frankreich den Kauf von iranischem Erdöl bereits eingestellt. Die Sanktionen sollten den Iran dazu bringen, "die Verhandlungen über sein Nuklearprogramm wieder aufzunehmen", sagte Ministeriumssprecher Vincent Floreani.
(dapd, N24)
20.02.2012 19:18 Uhr






Ursprung des Atomprogramms
