Sony geht dieser Tage eine spannende Wette ein. Während Smartphones mit Vielseitigkeit punkten, ist die neue mobile Spielekonsole Playstation Vita zum Spielen geeignet - aber nicht viel mehr.
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Für alle Fans der kleinen Spielekonsole Playstation Portable (PSP) von Sony hat das Warten nun also auch in Europa ein Ende: Der Nachfolger Playstation Vita kommt hierzulande in den Handel. In Japan, dem Heimatmarkt von Sony, war das Gerät schon kurz vor Weihnachten zu haben. Ob die Vita die Spieler überzeugen und auch die Hoffnungen von Sony erfüllen kann, wird sich noch zeigen müssen.
Für die neue Konsole spricht, dass sie deutlich mehr zu bieten hat als ihre Vorgänger - mehr in jeder Hinsicht. So ist die Vita deutlich größer ausgefallen, was Platz schafft für Steuerelemente und einen größeren Bildschirm, der für mehr Spielvergnügen sorgen soll. Aber der Bildschirm ist nicht nur größer geworden, sondern liefert dank OLED-Technik auch ein richtig scharfes Bild.
Viele Steuermöglichkeiten
Der Bildschirm ist auch schon das erste Steuerlement, denn es handelt sich natürlich um einen Touchscreen. Über den steuert man auch die Konsole und streicht sich durch die Menüs. Aber der Touchscreen ist nur eines von vielen Steuerelementen der Vita. Wenn sich Spieler in Zukunft beklagen, dass sie mit der Steuerung eines Spiels unzufrieden sind, dann kann das nicht an der Vita, sondern nur am Spiel und dessen Hersteller liegen. Denn die Vita bietet zahllose Möglichkeiten.
Neben den Steuerkreuzen und Knöpfen links und rechts auf der Vorderseite gibt es noch Steuerelemente an den Rändern und auf der Rückseite noch ein Touchpad. Zudem reagiert die Konsole auch noch auf Bewegungen, etwa ein Kippen nach rechts oder links. Das sollte doch eigentlich reichen. An Ausstattung hat die Vita zudem noch zwei Kameras mitbekommen, eine auf der Vorder- und eine auf der Rückseite, die allerdings qualitativ etwas enttäuschen.
Mehr als 20 Spiele zum Start
Aber auch die schönste Steuerung und der brillanteste Bildschirm nutzen nichts, wenn es keine ordentlichen Spiele gibt. Zum Start hat Sony dafür gesorgt, dass es schon ein umfangreiches Spielepaket mit mehr als 20 Titeln gibt. Darunter sind auch komplett neue Titel wie "Little Deviants" und "Escape Plan", wie Sony mitteilte. Die ersten Spiele für die Vita sind demnach unter anderem:
- "Uncharted: Golden Abyss" (Action / Adventure)
- "WipEout 2048" (Rennsport)
- "Reality Fighters" (Action)
- "Little Deviants" (Action / Minispiele)
- "ModNation Racers" (Kart-Rennen)
- "Everybody's Golf" (Sport)
- "Escape Plan" (Strategie / Puzzle)
- "Gravity Rush" (Action / Adventure)
- "Hustle Kings" (Sport)
- "MotorStorm RC" (Rennsport)
- "Top Darts" (Sport)
- "Super StarDust Delta" (Shooter)
- "Unit 13" (Shooter)
Schon beim Start wartet die Vita nicht nur auf die Eingabe einer Speicherkarte, sondern eventuell auch auf eine SIM-Karte. Dann hat man das Modell, das für UMTS und WLAN ausgelegt ist. Etwas günstiger ist die Variante nur mit WLAN. Schön ist, dass man mit der Konsole auch relativ einfach im Netz surfen kann und zwar auf jede beliebige Website und nicht nur ein paar festgelegte Seiten. Der eingebaute Browser macht's möglich. Neben dem „Gaming“ kann man so auch schnell mal Videos auf YouTube ansehen oder sein Facebook-Profil mit den aktuellen Spielständen aktualisieren.
Auch wenn die Vita deutlich größer geworden ist, sie liegt gut in der Hand. Sie passt vielleicht nicht mehr in die Hosentasche, ist aber sonst in jeder Hinsicht tragbar. Etwas anders sieht es da schon mit dem notwendigen Zubehör aus. So braucht man eine spezielle Vita-Speicherkarte, die derzeit mit 50 Euro für 16 GB zu Buche schlägt. Spiele für die Vita sind auch nicht ganz billig, sie kosten ab 30 Euro.
Spiele müssen Möglichkeiten der Konsole nutzen
Der Preis ist sicher nicht alles, aber die Vita konkurriert nicht mehr nur, so wie beim Start der ersten PSP vor sieben Jahren, mit anderen tragbaren Konsolen, sondern vor allem mit Smartphones und iPads. Und bei der Masse an Spielen, die es für diese allgegenwärtigen Geräte oft auch kostenlos gibt, wird es nicht einfach. Die Playstation Vita hat nur dann eine echte Chance, wenn die Möglichkeiten genutzt werden, die die Steuerung bietet. Spielen mit der Vita muss sich deutlich vom Spielen auf dem Smartphone unterscheiden, einfach mehr bieten.
Sony betont wieder und wieder, dass die neue Konsole ein "anderes Spielerlebnis" biete: "Die Vita wurde von Anfang an als Spielgerät gestaltet, während ein Smartphone an erster Stelle ein Mobiltelefon ist", sagt Manager Jim Ryan im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Gerade Hardcore-Spielern dürfte das wichtig sein – man darf also auf das angekündigte "beeindruckende Spielerlebnis" gespannt sein.
Die Playstation Vita ist in Deutschland in zwei Versionen erhältlich, als reines WLAN-Modell für 249,50 Euro und in einer Version mit UMTS-Fähigkeit für 299,95 Euro.