Ein Jahr nach dem Beben

Christchurch gedenkt der Opfer

Tausende Neuseeländer haben heute mit Glockenläuten und Schweigeminuten der Opfer des schweren Erdbebens vor einem Jahr gedacht. Bei dem Beben waren 185 Menschen ums Leben gekommen.

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Nach dem schweren Beben in Christchurch am 22. Februar vergangenen Jahres standen viele vor dem Nichts. (Bild: dpa)
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Neuseeland steht unter Schock. Die Südinsel wurde in der Nacht vom 21. Februar 2011 von einem Erdbeben der Stärke 6,3 erschüttert, wobei mindestens 75 Menschen getötet wurden.
Der Premierminister spricht von einer Tragödie, denn bereits im September 2010 wurde die Insel in der Nähe von Christchurch von einem Beben der Stärke 7,0 heimgesucht. Ein Trauma, das die Menschen kaum verarbeitet hatten.
Zahlreiche Häuser sind eingestürzt, Autos wurden von herabfallenden Gebäudeteilen zerstört und riesige Krater haben sich im Beton der Straßen aufgetan. Doch relativiert sich die materielle Zerstörung...
...gegenüber den menschlichen Verlusten. Die Zahl der Vermissten steigt. Mittlerweile ist die Rede von 300 Menschen, die unter den Trümmern begraben liegen. Es ist damit das tödlichste Beben seit 80 Jahren in Neuseeland.
Zum Zeitpunkt des Bebens um 12.51 Uhr waren die Büros, Straßen und Cafés der 340.000 Einwohner zählenden Stadt voll mit Menschen. Wer hinaus konnte, rettete sich auf die erschütterten Straßen.
Die Rettungsarbeiten laufen auf Hochtouren. Das Enagement der Helfer wurde immer wieder von Nachbeben unterbrochen, die eine Stärke von 5,6 erreichten.
Medienberichten zufolge schickten Verschüttete verzweifelt SMS an ihre Angehörigen. Tausende Einwohner waren ohne Strom, Handy-Netze waren unterbrochen.
Der Bürgermeister von Neuseelands zweitgrößter Stadt Christchurch Bob Parker sprach von einem "schwarzen Tag" und rief einen fünftägigen Notstand aus.
Folgen des Erdbebens waren auch in der Tasmansee zu sehen. Riesige Eisbrocken höhlten sich in Folge der Erschütterung aus Eisbergen aus und schwammen durch das Gewässer zwischen Neuseeland und Australien
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Um 4.35 Uhr am Samstagmorgen hat ein starkes Erdbeben die Südinsel Neuseelands erschüttert.
Das Epizentrum des Bebens der Stärke 7,1 lag etwa 30 Kilometer nordwestlich der Großstadt Christchurch.
In der größten Stadt der Südinsel mit rund 350.000 Einwohnern entstanden große Schäden an Gebäuden und Straßen.
Zahlreiche Einwohner wurden verletzt, mindestens zwei von ihnen schwer. Die Menschen wurden von den schweren Erschütterungen ...
... aus dem Schlaf gerissen und liefen in Panik auf die Straßen. Nach dem Hauptbeben warnten die Behörden vor Nachbeben.
Zehn davon mit Stärken zwischen 3,9 und 5,2 erschütterten den ganzen Morgen erneut die Stadt. Experten rechneten ...
... mit mindestens einem weiteren großen Beben. Eine deutschstämmige Bewohnerin von Christchurch schilderte am Telefon: ...
"Es sieht in unserem Stadtteil aus wie nach einem Bombenanschlag." In der ganzen Stadt liegen viele Gebäude in Trümmern.
In der Großstadt fielen der Strom und mehrere Handynetze aus. Auch die Wasserversorgung wurde in einigen Stadtteilen unterbrochen.
Wegen geborstener Wasser- und Abwasserleitungen standen ganze Straßenzüge unter Wasser. Auch der Personennahverkehr ...
... musste eingestellt werden. Der Flughafen von Christchurch musste seinen Betrieb einstellen und wurde evakuiert.
Wegen Bodenverwerfungen mussten zahlreiche Straßen in Christchurch für den Autoverkehr gesperrt werden.
An Tankstellen besteht Gefahr durch möglicherweise aus den unterirdischen Tanks austretendes Benzin.
Die Polizei bemüht sich, Ordnung in das Chaos zu bringen. In mehreren Stadtteilen kam es dennoch zu Plünderungen.
Ministerpräsident John Key und andere Kabinettsmitglieder kündigten an, die Schäden in Christchurch persönlich zu besichtigen.

Neuseeland hat am ersten Jahrestag des schweren Erdbebens von Christchurch der Opfer gedacht. Tausende kamen in der zweitgrößten Stadt des Landes zu einer Gedenkfeier unter freiem Himmel zusammen. Viele der Anwesenden hatten Freunde und Bekannte verloren, als am 22. Februar vergangenen Jahres um 12.51 Uhr (Ortszeit) die Erde bebte und die Innenstadt schwer verwüstet wurde. Das Epizentrum lag nur wenige Kilometer vom Stadtkern entfernt. Es war nach dem Beben in Hawke's Bay 1931 die zweitschwerste Naturkatastrophe seit Beginn der Aufzeichnungen in Neuseeland.

Die meisten der 185 Opfer, darunter viele Ausländer, hatten in einstürzenden Gebäuden den Tod gefunden. Die sterblichen Überreste der letzten vier nicht identifizierbaren Opfer waren erst am Dienstag auf einem Friedhof in einem gemeinsamen Grab beigesetzt worden.

Christchurch wird wieder aufgebaut

Bei der Gedenkfeier in einem Park in Christchurch wurden die Namen der 185 Opfer verlesen. Auf Flüssen und Kanälen wurden Blüten ins Wasser gestreut. Die Glocken läuteten 185 Mal, um an die Opfer zu erinnern. Auf dem inzwischen aufgeräumten Gelände der völlig zerstörten Oxford Terrace Baptist-Kirche wurden 185 leere weiße Stühle aufgestellt.

Christchurch hat in den Monaten nach der Katastrophe tausende Nachbeben erlebt, darunter ein besonders starkes kurz vor Weihnachten. In mehreren Stadtteilen ist der Boden so instabil geworden, dass vorerst keine Häuser mehr gebaut werden können. Regierungschef John Key betonte jedoch, Christchurch werde wieder aufgebaut. Den 22. Februar 2011 bezeichnete er als einen der schwärzesten Tage in der Geschichte des Landes.

(dpa, N24)

22.02.2012 15:46 Uhr

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