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Citibank im Schaufenster

Citigroup-Tochter vor Verkauf

Die Citigroup sucht laut Medienberichten einen Käufer für ihre deutsche Tochter Citibank. Ernsthaft interessiert ist offenbar die Deutsche Bank, die damit ihr Privatkundengeschäft ausbauen möchte.

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Die Citibank steht nach Medienberichten zum Verkauf. An einer Übernahme interessiert ist offenbar die Deutsche Bank.
Die weltweite Finanzmarktkrise hat ihren Ursprung im US-Hypothekenmarkt. Eines der ersten Unternehmen mit Problemen war Countrywide. Der Hypothekenfinanzierer wird für vier Milliarden Euro von der Bank of America übernommen und entgeht so der Pleite.
In Europa erwischte die Subprime-Krise zunächst Northern Rock. Der größte britische Baufinanzierer gab eine Gewinnwarnung heraus, die Kunden zogen mehrere Milliarden Pfund ab und die Bank of England musste mit einem Notkredit helfen.
In Deutschland traf die Krise zunächst die IKB. Auch mehrere milliardenschwere Rettungspakete halfen bisher nicht, die Zukunft der Mittelstandsbank bleibt weiter ungewiss.
Auch wegen der Finanzmarktkrise rutschte die Düsseldorfer WestLB im vergangenen Jahr in die roten Zahlen. Am Ende stand ein Minus von 1,6 Millirden Euro zu Buche. Fusionsspekulationen sorgen seitdem für Unruhe.
Ein weiteres prominentes deutsches Bankenopfer der Subprime-Krise ist die Sachsen LB. Aufgrund der milliardenschweren Fehlspekulationen wurde das Institut an die LBBW verkauft. Sachsens Ministerpräsident Milbradt musste zudem seinen Hut nehmen.
Die Belastungen für die BayernLB, die zweitgrößte deutsche Landesbank, summierten sich bisher auf mehr als vier Milliarden Euro.
Deutschlands Bankenprimus ist noch mit einem blauen Auge davongekommen. Die Deutsche Bank hat den Gewinn im vergangenen Jahr trotz einer Milliardenbelastung infolge der Finanzmarktkrise um sieben Prozent auf 6,5 Milliarden Euro gesteigert.
Der größte Finanzkonzern der Welt, die US-Bank Citigroup, musste allein im ersten Quartal dieses Jahres mehr als sechs Milliarden Dollar abschreiben. Der Verlust belief sich auf 5,1 Milliarden Dollar.
Noch deutlicher schlug die Subprime-Krise bei Merrill Lynch ins Kontor: Die Investmentbank schrieb bisher mehr als 20 Milliarden Dollar ab. Im ersten Quartal 2008 stand ein Minus von fast zwei Milliarden Dollar zu Buche.
Die Finanzmarktkrise brachte auch den Bankenturm der Bear Stearns (r.) sprichwörtlich ins Wanken. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurde das Institut von dem Konkurrenten J.P. Morgan Chase (l.) geschluckt.
Der Schweizer Großbank UBS bescherten Fehlspekulationen mit US-Hypothekenverbriefungen im ersten Quartal 2008 einen Verlust von zwölf Milliarden Schweizer Franken. Die Abschreibungen beliefen sich auf 19 Milliarden Dollar.
Dass die Finanzmarktkrise noch nicht vorbei ist, beweisen die Meldungen der Bank of America und der Royal Bank of Scotland. Die BoA rutschte in den ersten drei Monaten mit 1,2 Milliarden Dollar ins Minus. Die RBS...
...gab neue Abschreibungen in Höhe von 5,9 Milliarden Pfund bekannt, die bislang höchste Summe einer britischen Bank. Gleichzeitig kündigte die Bank eine Kapitalerhöhung von zwölf Milliarden Pfund an.
Bislang letztes Opfer der Finanzmarktkrise ist die Düsseldorfer Hypothekenbank. Das Geldhaus wurde vom Einlagensicherungsfond des Bundesverbandes deutscher Banken übernommen, weil es durch das angespannte Marktumfeld in den Subprime-Strudel geraten war.

Die krisengeplagte US-Großbank Citigroup will einem Bericht zufolge ihre deutsche Tochter Citibank verkaufen. "Die Würfel sind gefallen. Wir wollen unser deutsches Konsumentengeschäft verkaufen und bereiten uns auf eine Auktion vor", zitierte das Magazin "Capital" einen mit dem Vorgang betrauten Manager. Als ein Interessent gilt Berichten zufolge die Deutsche Bank. Citigroup und Deutsche Bank lehnten eine Kommentierung ab. Deutsche Bank-Topmanager Jürgen Fitschen sagte am Freitag am Rande einer Veranstaltung in Eltville, wenn die Deutsche Bank gefragt würde, würde sie es sich anschauen.

"Es liegen bereits mehrere Anfragen aus Deutschland und anderen Ländern vor", zitierte "Capital" den nicht genannten Manager weiter. Einzelheiten würden für Anfang Mai erwartet. Zudem werde geprüft, ob man auch für weitere europäische Citigroup-Einheiten einen Verkaufsprozess starte, schrieb das Magazin weiter. Zum Kreis möglicher Interessenten für die Citibank Deutschland zählten neben der Deutschen Bank auch die Allianz und Commerzbank. Auch die Commerzbank wollte den Bericht nicht kommentieren. Alle drei Unternehmen hatten in der Vergangenheit bereits Interesse an einer Übernahme der Postbank signalisiert, sollte sich die Post von ihrem Anteil trennen.

Milliardenlöcher in Bilanz

Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" bereitet sich die Strategieabteilung der Deutschen Bank auf eine mögliche Auktion der Citibank vor. Citigroup-Vorstandschef Vikram Pandit habe nach Informationen aus Finanzkreisen das Deutschlandgeschäft auf den Prüfstand gestellt also die im Privatkundensegment aktive Citibank ebenso wie das in Frankfurt ansässige Investmentbanking, schrieb das Blatt.

Unklar sei allerdings noch, ob Pandit tatsächlich den Verkaufsprozess für die Deutschland-Tochter anstoße und dann möglicherweise auch noch weitere Teile des Europageschäfts im Paket mit anbietet. "Das wäre für die Deutsche Bank dann besonders interessant", zitierte das Blatt eine Person, die mit den Vorgängen vertraut ist. Allerdings wird für den Fall auch mit zahlreichen anderen Geboten gerechnet.

Die Finanzmarktkrise hatte das zweite Quartal in Folge Milliardenlöcher in die Bilanz der Citigroup gerissen. Das Institut gab jüngst einen Verlust von 5,1 Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro) bekannt und muss weitere 12 Milliarden Dollar abschreiben. Rund 9.000 Stellen sollen gestrichen werden. Im Januar hatte die Bank mit weltweit rund 350.000 Beschäftigten bereits den Wegfall von 4.200 Jobs angekündigt.

(AP, N24)

25.04.2008 16:48 Uhr

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