Die Citigroup sucht laut Medienberichten einen Käufer für ihre deutsche Tochter Citibank. Ernsthaft interessiert ist offenbar die Deutsche Bank, die damit ihr Privatkundengeschäft ausbauen möchte.
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Die krisengeplagte US-Großbank Citigroup will einem Bericht zufolge ihre deutsche Tochter Citibank verkaufen. "Die Würfel sind gefallen. Wir wollen unser deutsches Konsumentengeschäft verkaufen und bereiten uns auf eine Auktion vor", zitierte das Magazin "Capital" einen mit dem Vorgang betrauten Manager. Als ein Interessent gilt Berichten zufolge die Deutsche Bank. Citigroup und Deutsche Bank lehnten eine Kommentierung ab. Deutsche Bank-Topmanager Jürgen Fitschen sagte am Freitag am Rande einer Veranstaltung in Eltville, wenn die Deutsche Bank gefragt würde, würde sie es sich anschauen.
"Es liegen bereits mehrere Anfragen aus Deutschland und anderen Ländern vor", zitierte "Capital" den nicht genannten Manager weiter. Einzelheiten würden für Anfang Mai erwartet. Zudem werde geprüft, ob man auch für weitere europäische Citigroup-Einheiten einen Verkaufsprozess starte, schrieb das Magazin weiter. Zum Kreis möglicher Interessenten für die Citibank Deutschland zählten neben der Deutschen Bank auch die Allianz und Commerzbank. Auch die Commerzbank wollte den Bericht nicht kommentieren. Alle drei Unternehmen hatten in der Vergangenheit bereits Interesse an einer Übernahme der Postbank signalisiert, sollte sich die Post von ihrem Anteil trennen.
Milliardenlöcher in Bilanz
Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" bereitet sich die Strategieabteilung der Deutschen Bank auf eine mögliche Auktion der Citibank vor. Citigroup-Vorstandschef Vikram Pandit habe nach Informationen aus Finanzkreisen das Deutschlandgeschäft auf den Prüfstand gestellt also die im Privatkundensegment aktive Citibank ebenso wie das in Frankfurt ansässige Investmentbanking, schrieb das Blatt.
Unklar sei allerdings noch, ob Pandit tatsächlich den Verkaufsprozess für die Deutschland-Tochter anstoße und dann möglicherweise auch noch weitere Teile des Europageschäfts im Paket mit anbietet. "Das wäre für die Deutsche Bank dann besonders interessant", zitierte das Blatt eine Person, die mit den Vorgängen vertraut ist. Allerdings wird für den Fall auch mit zahlreichen anderen Geboten gerechnet.
Die Finanzmarktkrise hatte das zweite Quartal in Folge Milliardenlöcher in die Bilanz der Citigroup gerissen. Das Institut gab jüngst einen Verlust von 5,1 Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro) bekannt und muss weitere 12 Milliarden Dollar abschreiben. Rund 9.000 Stellen sollen gestrichen werden. Im Januar hatte die Bank mit weltweit rund 350.000 Beschäftigten bereits den Wegfall von 4.200 Jobs angekündigt.