"Brüder" an der Front
Einsatz in Süd-Afghanistan
Eine packende Reportage von N24-Reporter Steffen Schwarzkopf über den gefährlichen Alltag von in Afghanistan stationierte Soldaten.
"Er war für mich wie ein Bruder. Er war immer so lustig; wenn ich schlecht drauf war, hat er mich immer aufgeheitert. Ich vermisse ihn so."
Es sind die Worte des amerikanischen Gefreiten Justin Seisinger Der Mann ist 22, er ist in der südafghanischen Provinz Zaboul stationiert. Sein "Bruder" ist 19 – und er ist tot. Vor zwei Tagen ist Michael Miller mit seinem Jeep auf eine von Rebellen gelegte Mine gefahren, sein Fahrzeug wurde auseinander gerissen – und als die Sanitäter per Helikopter am Anschlagsort eintrafen, ging es nicht darum, Leben zu retten, sondern die weit verstreuten Überreste seines Leichnams einzusammeln.
Michael Miller war nur einer von tausenden Soldaten, die im Süden Afghanistans kämpfen; die meisten sind Amerikaner, Kanadier und Holländer. Sie kommen in den Nachrichten immer nur als Masse vor: "ISAF-Einheiten liefern sich Gefechte mit Taliban", heißt es dann, oder "US-Armee startet neue Offensive". Doch auch diese Truppen bestehen aus Individuen, aus Menschen, die Angst haben, die tausende Kilometer von zu Hause kämpfen, fernab von ihren Familien – und sich auch die Frage stellen, warum andere Nationen, allen voran die Deutschen, nicht auch im lebensgefährlichen Süden im Einsatz sind.
(N24)
08.05.2008 15:27 Uhr




