Sie befinden sich in: Nachrichten » Wirtschaft

 

Milliardenverkäufe

Citigroup-Chef krempelt Konzern um

Nach Milliardenverlusten will Citigroup-Chef Vikram Pandit nun große Teile des Konzerns verkaufen. Auf dem Prüfstand steht offenbar auch die deutsche Citibank.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Citigroup in der Krise: Nach Milliardenverlusten will Konzernchef Pandit jetzt große Teile des Unternehmens veräußern.

Großreinemachen beim durch die Kreditkrise schwer angeschlagenen US-Finanzkonzern Citigroup: Die größte US-Bank will Unternehmensteile im Wert von rund 400 Milliarden US-Dollar (260 Mrd Euro) abstoßen - etwa ein Fünftel des heutigen Konzerns. Die Bank stehe vor einer der weltweit weitreichendsten Veränderungen, sagte der erst seit fünf Monaten amtierende Konzernchef Vikram Pandit am Freitag vor Investoren in New York.

Der Verkauf der Aktivitäten, die nicht genug Gewinn abwerfen oder nicht länger zum Kerngeschäft zählen, soll über die nächsten zwei bis drei Jahren erfolgen. Ob bei der Rosskur auch die auf dem Prüfstand stehende deutsche Citibank zum Verkauf steht, sagte Pandit nicht. Ein Gutteil der betroffenen Geschäfte stammt aus dem Immobiliensektor und damit verbundenen Bereichen. Die Kosten des Konzerns sollen Berichten zufolge um 20 Prozent gesenkt werden.

Finanzriese nicht mehr führbar

Die heftige Zwangsdiät bedeutet einen teilweisen Kurswechsel Pandits gegenüber seinen Vorgängern. Durch zahlreiche Fusionen und Übernahmen wuchs die Citigroup über Jahre hinweg zum riesigen, fast überall tätigen Finanzsupermarkt. Kritiker halten den Giganten längst für nicht mehr erfolgreich führbar. Pandit beharrt jedoch trotz der weitreichenden Verkäufe grundsätzlich auf dem Modell des Universal-Finanzkonzerns. Der 51-Jährige widersetzt sich damit Forderungen einiger Analysten nach einer völligen Aufspaltung des Riesen.

Die Bank schrieb in den vergangenen zwei Quartalen ein tiefrotes Minus von insgesamt 15 Milliarden Dollar und streicht derzeit Tausende Stellen. Ihre Abschreibungen und Werteinbußen wegen der Kreditkrise addieren sich auf mittlerweile rund 40 Milliarden Dollar. Im Gegenzug verschaffte sich die Bank etwa ebenso viel dringend benötigtes frisches Kapital. Pandit hatte den Chefsessel im Dezember übernommen, nachdem Vorgänger Charles Prince über die Probleme gestolpert war.

20 Prozent mehr Gewinn angepeilt

Pandit gab als Wachstumsziel bis auf weiteres ein Umsatzplus von neun Prozent aus. Der Jahresgewinn soll mindestens 20 Milliarden Dollar betragen. Die Kapitalrendite ("return on equity"), eine wichtige Messlatte der Branche, soll zwischen 16 und 18 Prozent liegen. In einer ersten Phase müsse die Bank wieder fit werden, sagte Pandit. Dann folge die Restrukturierung und in der dritten Phase Wachstum. Weltweit beschäftigt die Bank derzeit noch knapp 370.000 Mitarbeiter. Bisher sollen rund 15.000 Stellen gestrichen werden.

Die Börse reagierte auf die Pläne mit einem leichten Plus zum Handelsstart von 1,0 Prozent auf 24,55 Dollar. Binnen eines Jahres hat sich der Börsenwert der Bank allerdings mehr als halbiert. Weltweit haben Banken bisher mehr als 300 Milliarden Dollar wegen der Kreditkrise an Abschreibungen oder Wertkorrekturen vorgenommen. In Europa traf es die Schweizer UBS am schwersten, aber auch die Deutsche Bank rutschte zum Jahresauftakt erstmals seit fünf Jahren in die roten Zahlen.

(dpa, N24)

09.05.2008 15:59 Uhr

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Wirtschaft