SPD uneins
Sollte Wieczorek-Zeul Dalai Lama treffen?
Der Dalai Lama ist in Deutschland gelandet. Da sich SPD-Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul mit ihm treffen will, wird sie aus den eigenen Reihen harsch attackiert.
Das geplante Treffen von Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) mit dem Dalai Lama stößt in ihrer eigenen Partei auf Kritik. "Wenn ich die Ministerin wäre, würde ich mich nicht mit dem Dalai Lama treffen", sagte SPD-Fraktionsvize Walter Kolbow dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Wir haben eine China-Politik des Außenministers, die sich an langen Linien orientiert und die Stabilität Chinas im Auge hat."
"Schwerer Fehler der deutschen Außenpolitik"
Deutschland und China wollten gemeinsam den Opfern des Wirbelsturms in Birma helfen. Auch deshalb könnte das Treffen mit dem religiösen Oberhaupt der Tibeter als "Affront" gegenüber China gesehen werden, sagte Kolbow, der sich derzeit zu politischen Gesprächen in Peking aufhält. Weder Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) noch die SPD-Fraktion im Bundestag seien über das Vorhaben der Ministerin informiert gewesen. Der SPD-Verteidigungsexperte Jörn Thießen sagte der Zeitung, er halte das Treffen für "einen schweren Fehler der deutschen Außenpolitik".
Kolbow: "Auch Dalai Lama muss Beitrag leisten"
Kolbow forderte in der "Main-Post" zugleich mehr Rücksicht auf die schwierige innenpolitische Situation in China. "Ich glaube, dass auch wir intensiver auf die Stabilität Chinas achten müssen. Wir sollten die Risiken von Fehlentwicklungen in China nicht unterschätzen." Bei den Unruhen im März sei die Gewaltbereitschaft teilweise auch von Tibetern ausgegangen. Die Vorgänge müssten jetzt aufgeklärt werden. Dazu müsse China aber auch ausländische Beobachter in die Region lassen. "Zunächst muss der Abbau von Spannungen im Vordergrund stehen. Dazu muss auch der Dalai Lama seinen Beitrag leisten", sagte Kolbow.
Der Dalai Lama kommt am Donnerstag zu Beginn seines fünftägigen Deutschlandbesuchs nach Nordrhein-Westfalen. Direkt nach der Landung trifft er vorher in Frankfurt/Main Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU). In Bochum will das religiöse Oberhaupt der Tibeter mit Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sprechen. Höhepunkt des Besuchs wird eine Rede des Friedensnobelpreisträgers am Montag vor dem Brandenburger Tor sein.
(dpa, N24)
15.05.2008 07:57 Uhr








