Für Bastler und Tüftler: «Do-it-yourself»-Webseiten

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Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Bau- und Bastelanleitungen finden sich im Web zuhauf - manch interessante Seite gibt es aber nur auf Englisch. (Bild: Wenda/dpa/tmn)

Daniel Düsentrieb würde sich ins Fäustchen lachen: Tüfteln, Basteln und Selbermachen bekommt durchs Internet neuen Auftrieb. Für «Do-it-yourself»-Fans gibt es dort jede Menge Seiten mit kostenlosen Bau- und Basteltipps.

Zum Beispiel auf «bauanleitungen.net», wo Thomas Bauch aus Aachen Anleitungen verlinkt und vorstellt. Wer schon immer ein eigenes EKG-Gerät haben wollte, von einem selbstgebauten Lehmofen träumt oder Spaß an einem Mini-Roboter in Form eines Zahnbürstenkopfes hat, wird hier fündig.

Auch für den Bau eines kleinen Heißluftballons oder eines Tischkickers und sogar für ein selbstgemachtes Surfbrett hat Bauch Anleitungen parat. Wer den Links aus seiner Sammlung folgt, stößt bald auf englischsprachige Angebote. Das liegt daran, dass die meisten Anleitungen für Tüftler und Bastler zur Zeit aus dem englischsprachigen Raum kommen. Dort gibt es einige große Online-Communities für Menschen, die gerne mit Lötkolben und Zange hantieren, ihre eigene Kleidung nähen, die Küche zum Chemielabor umfunktionieren oder auf irgendeine andere Art kreativ sind.

Wer in deutscher Sprache nach Bau- oder Bastelanleitungen sucht, landet meistens auf Heimwerkerseiten im Baumarkt-Stil. Eine Ausnahme ist «de.wikiants.org». In der 2007 von einer Luzerner Non-Profit-Organisation gegründeten Enzyklopädie darf jeder seine Eigenbau-Projekte vorstellen. Bedingung ist, dass die Anleitungen und die Ideen dahinter ohne Lizenzgebühr weiterverwendet werden dürfen.

Die meisten der Einträge, die bisher bei Wikiants zu finden sind, verlinken auf andere Seiten wie beispielsweise Youtube, wo Surfer dann die Anleitung finden. Die Auswahl ist noch recht klein und reicht vom selbstgebrauten Bier über alternative Energieerzeugung und -speicherung bis zum selbstgebauten Beamer.

Unter dem Stichpunkt «Fahrrad mit Düsenantrieb» gibt es bei Wikiants zwei Videos eines Raketenfahrrads in Aktion - allerdings ohne Anleitung. Vermutlich war den Erfindern klar, dass ein solches Geschoss nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen werden sollte.

Ähnlich wild geht es bei «fingers-welt.de» zu. Thomas Bauch empfiehlt den Link mit den Worten «Total durchgeknallter Bastler im Automatisierungswahn» und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Denn die Ideen des Tüftlers, der sich nur «Finger» nennt, sind abgedreht, oft kompliziert und lassen Bastelanfänger mit den Ohren schlackern.

Finger baut etwa eine zentrale Staubsaugeranlage in sein Haus ein, dokumentiert die Entstehung mit Fotos und Texten und stellt für Nachahmer Schaltpläne und Programmcode zur Verfügung. Weil Finger keine Lust zum Blumengießen hat, konstruiert er eine Bewässerungsanlage, und weil ihm als besorgter Familienvater die handelsüblichen Brandmelder nicht ausreichen, baut er eigene, die unter anderem vor lästigen Fehlalarmen gefeit sein sollen. Fürs Baby baut der Tüftler eine «Wohlfühlmaschine», die den Nachwuchs sanft in den Schlaf schaukelt - auch dafür gibt es Schaltplan und Quellcode.

Wer an Fingers verrückten Tüfteleien Spaß hat, dem könnte auch Eric Wilhelms Projekt www.instructables.com gefallen. Seit Instructables im Jahr 2005 im US-amerikanischen Emeryville gestartet wurde, haben Nutzer dort jede Menge Beiträge veröffentlicht. Vom selbstgemachten Recyclingpapier über den Rollstuhl für hüftlahme Dackel bis hin zur gruseligen Skeletthand aus alten Schrauben und Muttern gibt es Nützliches oder Lustiges zum Selbermachen.

Die Beiträge sind bei Instructables nach Kategorien wie «Kunst», «ökologisch» und «Kinder» geordnet, in der Regel reichlich bebildert und können von anderen Mitgliedern der Community kommentiert werden. Wenn jemandem eine Anleitung unlogisch erscheint oder das Produkt gefährlich sein könnte, wird das in den Kommentaren diskutiert.

Auch die Seite «ikeahacker.blogspot.com», deren Betreiberin unter dem Namen «Jules» agiert, lebt von ihrer Community. Die Nutzer zeigen, wie sie aus den Produkten des schwedischen Möbelhauses individuelle Möbel, Accessoires und Inneneinrichtungen basteln. Da wird aus einer Kindertagesdecke eine Jacke geschneidert, eine Schildkröte bekommt aus einem Fernsehschränkchen einen neuen Käfig, und ein Holzregal wird zum zusammenklappbaren Schreibtisch umgebaut.

Ein ähnliches Angebot gab es auch in deutscher Sprache. Im Sommer 2007 verwarnte der Möbelkonzern den Betreiber Thomas Meyer, weil dessen Blog laut Ikea-Sprecher Kai Hartmann «den Anschein erweckte, eine offizielle, von IKEA betriebene Website zu sein». Der Konzern wolle außerdem nicht verantwortlich sein, wenn veränderte Möbel zum Sicherheitsrisiko werden. Meyer nahm daraufhin sein Blog vom Netz. Wer Möbel «hacken» will und dafür Inspiration sucht, muss nun wieder auf die englischsprachige Seite zurückgreifen.

(DPA)

26.05.2008 17:29 Uhr

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