Frösche statt Schokolade

Birmas Junta kritisiert Katastrophenhilfe

Birmas Militärregierung dreht den Spieß um und kritisiert die internationale Katastrophenhilfe. Unter anderem bemängelt das Regime die zu geringen Geldbeträge für den Wiederaufbau des Landes.

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Der birmanische Militärmachthaber Than Shwe kritisiert die internationale Hilfe in Birma.

Das Militärregime in Birma hat scharfe Kritik an der ausländischen Hilfe für die Opfer des Wirbelsturms "Nargis" geübt. Bei der Geberkonferenz für die Sturmopfer am Sonntag vergangener Woche hätten die Teilnehmer lediglich 150 Millionen Dollar (96 Millionen Euro) zugesagt, obwohl Birma seinen Bedarf für den Wiederaufbau mit elf Milliarden Dollar veranschlagt habe, schrieb die Staatszeitung "New Light of Myanmar".

Fisch oder Frösche essen

Zugleich betonte das Sprachrohr der Junta, die Bevölkerung komme auch ohne die "Schokoladenriegel" ausländischer Helfer zurecht. Auch auf sich selbst gestellt könnten die Bewohner des besonders stark zerstörten Irawadi-Tals überleben, indem sie Fisch oder die zahlreichen großen Frösche im Sturmgebiet esse. "New Light of Myanmar" betonte, die Birmaner seien "erfreut" über das Krisenmanagement der Regierung. "Die Regierung und das Volk sind wie Eltern und Kinder."

Kritik übte die Staatszeitung an einer nicht näher benannten internationalen Finanzinstitution, die Birma Mittel verwehrt habe. Die Weltbank hatte nach der Sturmkatastrophe mitgeteilt, sie könne Birma keine Hilfen gewähren, weil das Land seit 1998 bei der Abzahlung seiner Schulden bei der Weltbank im Rückstand sei. Ohne die USA ausdrücklich zu nennen, kritisierte "New Light of Myanmar" zudem, dass Washington trotz "Nargis" Sanktionen gegen Birma aufrechterhalte.

Hilfsorganisationen beklagen weiter Behinderungen

Die Militärregierung in Birma behindert nach Angaben von Hilfsorganisationen weiterhin internationale Hilfseinsätze für die Opfer des Zyklons "Nargis". Einige ausländische Mitarbeiter humanitärer Organisationen warteten noch immer auf die Erlaubnis zur Einreise ins schwer betroffene Irrawaddy-Delta. Die Behörden prüften die Anträge jeweils 48 Stunden lang.

Die birmanische Regierung nutze noch immer bürokratische Hürden, um Hilfseinsätze zu behindern, erklärte die Organisation Human Rights Watch am Freitag. Das Internationale Rote Kreuz warte auf die Genehmigung zur Entsendung von 30 ausländischen Mitarbeitern ins Delta. Die Generäle zeigten damit, dass sogar inmitten der Katastrophe Unterdrückung herrsche, erklärte Human Rights Watch. Infolge des Zyklons sind rund 2,4 Millionen Menschen dringend auf Nahrungsmittel, Unterkünfte und medizinische Versorgung angewiesen.

(AP, AFP, N24)

30.05.2008 09:33 Uhr

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